MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Der große Wert der Ausländerbeschäftigung liegt darin, dass wir hiermit über ein mobiles Arbeitskräftepotential verfügen. Es wäre gefährlich, diese Mobilität durch eine Ansiedlungspolitik größeren Stils einzuschränken.

Ulrich Freiherr von Gienanth, Der Arbeitgeber, 1966

Abschied

MiGAZIN wird eingestellt

Sehr geehrte MiGAZIN Leserinnen und Leser,

vorab möchten wir uns bei Ihnen für Ihr Interesse, die vielen E-Mails und für Ihre Unterstützung bedanken. Seit dem Start im Februar 2009 haben wir viel von Ihnen gelernt. Wir, die MiGAZIN Redaktion, haben viele Erfahrungen gesammelt und von Ihrem Feedback profitiert. Umgekehrt hoffen wir, dass auch wir Ihnen mit MiGAZIN ein Stück Positives geben konnten.

Nach nunmehr eineinhalb Jahren sind wir an einem Punkt angekommen, an dem wir unseren letzten Artikel schreiben müssen. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass MiGAZIN nicht mehr fortgeführt wird. Mit dem großen Interesse an MiGAZIN und der stetig steigenden Besucherzahlen stiegen auch die Verantwortung und die Arbeit, die auf ehrenamtlicher Basis nicht mehr gestemmt werden konnte. MiGAZIN wurde ausschließlich Mithilfe von Mitgliederbeiträgen finanziert. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die uns auf diesem Wege unterstützt haben. Mehr als die materielle Unterstützung hat uns der Gedanke motiviert, dass es Menschen gibt, die uns ihr Vertrauen schenken.

Daher ist uns der Entschluss, MiGAZIN nicht mehr fortzuführen, äußerst schwer gefallen – umso schwerer, nachdem wir die Auswertungen der großen Leserbefragung gesehen haben: 52,2 Prozent aller MiGAZIN Leserinnen und Leser haben einen sog. Migrationshintergrund (47,8 Prozent ohne Migrationshintergrund). Damit haben wir fast punktgenau das erreicht, was wir von Anfang an angestrebt haben: Menschen – mit und ohne Migrationshintergrund – zusammenbringen. Weiterhin hatten rund 95 Prozent aller MiGAZIN Leserinnen und Leser mindestens Abitur oder einen höheren Bildungsabschluss – mit nur unwesentlichen Abweichungen zwischen denen mit und ohne Migrationshintergrund. Schließlich hielten 86,4 Prozent aller Leserinnen und Leser MiGAZIN für „sehr glaubwürdig“ bzw. „glaubwürdig“ und über 90 Prozent für „sehr informativ“ bzw. „informativ“. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an das futureorg Institut, die die Leserbefragung durchgeführt und ausgewertet hat.

Nicht zu vergessen sind selbstverständlich die mittlerweile über 60 MiGMACHERINNEN und MiGMACHER aus dem gesamten Bundesgebiet, die uns mit Rat und Tat unterstützt haben. Auch von Ihnen haben wir viel gelernt und für uns wichtige Bekannt- und Freundschaften geschlossen. Ein großes Dankeschön auch dafür!

Wir hoffen, dass Sie MiGAZIN gut in Erinnerung behalten.

Ihre MiGAZIN-Redaktion

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51 Kommentare
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  1. Lux sagt:

    Endlich eine gute Nachricht. Selbst ich als Emigrant habe die Nase voll von diesem gutmenschlichen und einseitigem Getue. Letzendlich wollte ich in den Westen (von mir aus nach Deutschland) auswandern.
    Und nicht in eine sozialistische Ökodiktatur wo der Islam Z.Z, anderen Religionen bevorzugt und hofiert wird.
    In der Gegend wo ich wohne spricht übrigens seit Jahren keiner mehr deutsch. Und teilweise sieht es auch so aus.
    Das hatte ich mir vor 25 Jahren anders vorgestellt.

  2. BattalGazi sagt:

    Das ist wirklich schade!

    Und unglaublich dass eine Seite wie diese keine Sponsoren findet!

  3. fruchtzwerg sagt:

    Schade, Ihr seid meine Gegner, aber es war sehr lehhreich euch zu lesen.

  4. NDM sagt:

    Ich bedauere die Einstellung aber bedanke mich sehr für viele Einsichten, die ich als Nichtmigrant durch dieses Projekt erfahren durfte. Den am Projekt beteiligten wünsche ich alles gute und viele gut gelesene Artikel in der bunten Presselandschaft. 🙂

  5. Ja, das Migazin würde fehlen. Ich halte inne und stelle fest. Da gibt es jede Menge Stiftungen und Gutmenschen, die sich um das Wohl „Der“ Migranten so ihre Gedanken machen. Aber offensichtlich ist es all diesen altdeutschen Institutionen nicht möglich gewesen, sich damit zu beschäftigen, was denn seitens der Minderheiten formuliert und kommuniziert wird.

    Ist der Begriff vom „Closed Shop“ hinlänglich bekannt? Bedeutet in diesem Fall dass die Mehrheitsgesellschaft „ihr Ding“ macht und Minderheitsaktivitäten nur in homöopathischen Dosen eintröpfeln lässt. Dabei täte dem Deutschland von gestern mehr Deutschland von morgen gut.

    Jetzt kommt es nicht darauf an, die schönsten Nachrufe zu schreiben, sondern zu überlegen, wie man die Arbeit von eineinhalb Jahren in eine finanzierte Form fließen lassen kann.

    Nikolaus

  6. martin sagt:

    Endlich muss man den Kaese nicht mehr lesen…

  7. Fareus sagt:

    Schade, wirklich schade.

    Ich werde es vermissen.

  8. maria sagt:

    Liebes MIGAZIN-Team.

    an den Kommentaren sieht man, wie wertvoll und wichtig MIGAZIN für die Leser war.
    Ihr habt nicht nur Artikel mit vielen Informationen geboten, gefestigt noch mit einer Diskussionsplattform, nein, ihr habt damit vor allem wertvolle Integrationsarbeit geleistet, auf beiden Seiten.
    Die Leser sahen sich durch eure Arbeit aufgerufen, nicht nur über die Problematik Migration nachzudenken, sondern auch daran zu arbeiten. Ihr wart somit Hilfestellung und gleichzeitig gabt ihr Zuversicht, dass das Thema Migration keine Einbahnstraße ist, dass nur gemeinsam daran gearbeitet werden kann, und das mit Erfolg.

    Allein schon aus der Tatsache daraus, was ihr innerhalb eures doch recht kurzen Online-Daseins geleistet und erreicht habt, wäre es da nicht überlegenswert, in welcher Form auch immer, weiterzumachen?
    Es müssten doch für solch eine Arbeit Gelder aus verschiedenen Richtungen zur Verfügung gestellt werden, Politik, Stiftungen, Vereine, Mäzene. Sie alle müssten doch daran interessiert sein, dass die Integrationspolitik erfolgreich weiter geht. Ich denke, dass ihr auch an Werbung denken müsstet.

    Natürlich gehört auch dazu wieder viel Energie, Euphorie und Idealismus, gepaart mit viel Arbeit und Zeitaufwand.
    Aber ich bin mir sicher, es würde sich lohnen.
    In dieser Hoffnung, doch wieder einmal etwas von euch zu lesen, zu hören, verbleibe ich mit lieben Grüßen
    Maria

  9. Non-EU-Alien sagt:

    Ich finde es auch schade und bedauerlich…

  10. Cajun Coyote sagt:

    Ich war nicht immer einer Meinung mit euch und kann mich trotzdem nur den anderen anschließen: Ein Jammer, dass ihr aufhört. Ich habe eure Seite wirklich gern gelesen.


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