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Migration und Integration in Deutschland

Es gab vor allem in der Anfangsphase der Anwerbung von Türken häufige Klagen der deutschen Arbeitskollegen darüber, dass die Türken … an ihrem Arbeitsplatz wie verrückt arbeiten und dadurch die Akkordsätze verderben.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Deutsche Presse

12. bis 17.04.2010 – Islamophobie, DIK, Imamausbildung, Doppelstaatigkeit

Deutsche Islam Konferenz, Islamophobie, Imamausbildung, Moscheebau, Religionsunterricht: Die deutsche Presselandschaft beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die es bei der Integration von Muslimen gibt. Ferner werden die Maßnahmen der türkischen Regierung in Bezug auf türkischstämmige Migranten in Deutschland thematisiert. Weitere Themen sind Doppelstaatigkeit, Unterwanderung der CDU durch Rechtsextreme, u.v.m.

DATUM20. April 2010

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RESSORTDeutsche Presse

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Die Welt: Buschkowsky wird geehrt
Die Welt berichtet über die Ehrung Buschkowskys durch die SPD: „Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), wird mit dem diesjährigen Gustav-Heinemann-Bürgerpreis der SPD ausgezeichnet. Die Laudatio bei der Preisverleihung am 19. April hält der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel. Berlins Regierender Bürgermeister und SPD-Vize Klaus Wowereit spricht ein Grußwort. Buschkowsky (61) sorgt immer wieder für Aufsehen, weil er mit deutlichen und teilweise provokanten Worten auf Probleme bei der Integration von Zuwanderern und andere soziale Probleme aufmerksam macht. Die SPD verleiht den mit 10 000 Euro dotierten Preis zur Erinnerung an den früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann.“

Die Welt: Integrationspreis in Düsseldorf
Die Welt berichtet über eine Ausschreibung für einen Integrationspreis in Düsseldorf: „Erstmals wird in Düsseldorf ein Integrationspreis ausgeschrieben. Auf Initiative des Lions Club Düsseldorf-Carlstadt und in Zusammenarbeit mit der Stadt möchte der Wettbewerb herausragende Leistungen in der Integrationsarbeit auszeichnen. Ob in der Jugendförderung, in Familienzentren oder von Migrationsdiensten, besonderes Augenmerk werde auf Projekte gelegt, die „den Schul- und Bildungsbereich aktiv gestalten, Begegnungen zwischen unterschiedlichen Kulturkreisen ermöglichen oder die Gleichstellung zwischen Mädchen und Jungen fördern“, erklärt Beigeordneter Burkhard Hintzsche. Der Lions Club hat drei Preisgelder von 3000, 2000 und 1000 Euro für den Wettbewerb gestiftet. Ausschreibung und Anmeldung zum Wettbewerb können auf www.duesseldorf.de unter dem Stichwort „Integration“ abgerufen werden. Einsendeschluss ist der 30. Juni.“

16. April 2010

Die Welt: Zülfiye Kaykin im Zukunftsteam der SPD
Die Welt und die Rheinische Post berichten über die Berufung der Deutsch-Türkin Zülfiye Kaykin aus Duisburg in das Wahlkampfteam der NRW-SPD: „Die Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, hat eine Migrantin in ihr Wahlkampfteam geholt. Zülfiye Kaykin aus Duisburg werde für das Thema Integration zuständig sein, sagte Kraft gestern in Düsseldorf. Welche Aufgabe die 41-Jährige in einer SPD- geführten Landesregierung übernehmen soll, werde nach der Wahl geklärt, sagte Kraft.

Kaykin ist Geschäftsführerin der Bildungs- und Begegnungsstätte in Deutschlands größter Moschee in Duisburg-Marxloh. Sie besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit und ist seit 1994 SPD-Mitglied. Kraft lobte Kaykin als ‚Expertin für den interkulturellen Dialog und gelebte Integration‘. Ihrem Einsatz sei es zu verdanken, dass es beim Bau der Moschee keine Konflikte gegeben habe. Für ihr Bemühen um die Verständigung zwischen Christen und Muslimen ist sie mit den Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet worden.“ (Die Welt)

17. April 2010

Der Westen: Neue Moschee in Oer-Erckenschwick
Der Westen berichtet über die Einweihung einer neuen Moschee der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) in Oer-Erckenschwick: „Drei Etagen ist das nagelneue Gotteshaus hoch: Im 220 Quadratmeter großen Erdgeschoss befindet sich ein Gebetsraum für die Männer und Räumlichkeiten für den Religionsunterricht und die Hausaufgabenbetreuung der Gemeinde. Ein Stockwerk höher liegt der Gebetsraum für die Frauen. Drei glänzende Kuppeln zieren das Dach der sonst schlicht gehaltenen Moschee im osmanischen Stil.

Bereits zur Grundsteinlegung vor fünf Jahren betonte der Vorsitzende der Gemeinde Muammer Simsek, dies solle ein Haus der Kulturen werden: ‚Und daran halte ich fest. Uns liegt viel daran, dass hier ein harmonisches Miteinander stattfindet.‘ Ein deutscher Nachbar bringt unterdessen Brot und Salz zur Einweihungsfeier vorbei und auch Bürgermeister Achim Menge findet warme Worte: ‚Diese Moschee bekundet, dass wir alle in Oer-Erkenschwick unsere Vielfalt schätzen‘, erklärt der Sozialdemokrat. „Ich bin sehr froh, dass es hier bei uns keine heftigen Auseinandersetzungen gegeben hat, wie das in anderen Städten der Fall war. Das liegt denke ich vor allem daran, dass die IGMG von Anfang an um Transparenz bemüht war und strittige Fragen schnell geklärt werden konnten.“

Die Welt: CDU wird von türkischen Rechtsextremen unterwandert
Die Welt berichtet über Vorwürfe an die CDU, eng mit der türkischen Rechte, den Grauen Wölfen, zusammenzuarbeiten: „Die CDU will sich für Migranten öffnen. Dabei stoßen sie nicht nur auf integrationspolitische Erfolgsgeschichten, sondern auch auf türkische Rechtsradikale – die Grauen Wölfe. Einige CDU-Politiker sehen den Kontakt zu Rechtsextremen als integrativen Dialog, doch er birgt Konfliktpotenzial. (…) Immerhin versuchte die Kölner CDU-Fraktion vorige Woche einen deutschtürkischen Christdemokraten auf den Vorsitz des Kölner Integrationsrates zu hieven, dessen enge Verbindungen zu den Grauen Wölfen (laut Verfassungsschutz: die türkischen Rechtsextremisten) allseits bekannt sind. Parteichef Jürgen Hollstein beehrte gemeinsam mit Parteifreundin Ruth Hieronymi sogar ein Kulturzentrum der Grauen Wölfe mit einem Besuch. Und Hieronymi erklärte anschließend, es gebe keinen Grund zur Entschuldigung, schließlich diene solche Kontaktpflege dem integrativen Dialog.

Ähnlich sieht man das offenbar in Krefelds CDU. Der dortige CDU-Oberbürgermeister hält seine Hand über ein türkischstämmiges Parteimitglied, das ebenfalls enge Kontakte zu den Grauen Wölfen pflegte. Auch in der CDU Hamm darf ein bekennender Wölfe-Sympathisant mitwirken. Aus der Kölner CDU sind ebenfalls noch weitere Freunde der Wölfe bekannt.

Und in Teilen des Deutsch-Türkischen Forums der CDU (DTF) ist die Zusammenarbeit mit Grauen Wölfen gleichfalls Praxis. So veröffentlichte ein DTF-Mann zusammen mit einem Mitglied der türkisch-extremistischen Partei MHP einen öffentlichen Aufruf, ein anderes DTF-Mitglied veranstaltete mit einem Vertreter der Graue-Wölfe-Gruppe ADÜTDF eine gemeinsame Pressekonferenz (lustigerweise auch gegen deutschen Rechtsextremismus).“

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4 Kommentare
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  1. Yakamoz sagt:

    Schade, dass es die tägliche deutsche Presseschau nicht mehr gibt!
    Wie dem jedoch sei,
    hier fehlt unbedingt die äußerst lesenswerte Interview mit Lamya Kaddor im Tagesspiegel vom 18.4.:

    http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/diese-typen-haben-den-koran-nie-aufgeschlagen/1802764.html

  2. hoko sagt:

    Das Interview ist toll, sehr empfehlenswert. Man kann Frau Kaddor nur viel Erfolg wünschen

  3. Boli sagt:

    Bei uns gibt es islamophobie. In muslimischen Ländern christianophobie. Und bei uns wurden nicht gut eine Millionen Muslime vertrieben wie im Nahen Osten. Merkt ihr was?

  4. Boli sagt:

    Die Debatte ist reich an Fehlern und Missverständnissen auf beiden Seiten, meist zum Schaden der in Deutschland lebenden Türken.“

    Nun ich frage mich auch schon lange wo die Türken in Deutschland sind die Erdogan mal richtig die Meinung geigen. Dieser Mann schadet den Türken in Deutschland mehr als er ihnen nützt. Er missbraucht sie massiv für seine Machtinteressen.

    […]



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