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Migration und Integration in Deutschland

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Wenn die deutsche Gesellschaft die Muslime toleriert, hat das noch nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

Prof. Dr. Hans-Peter Großhans, MiGAZIN, 20. Januar 2010

Deutsche Presse

12. bis 17.04.2010 – Islamophobie, DIK, Imamausbildung, Doppelstaatigkeit

Deutsche Islam Konferenz, Islamophobie, Imamausbildung, Moscheebau, Religionsunterricht: Die deutsche Presselandschaft beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die es bei der Integration von Muslimen gibt. Ferner werden die Maßnahmen der türkischen Regierung in Bezug auf türkischstämmige Migranten in Deutschland thematisiert. Weitere Themen sind Doppelstaatigkeit, Unterwanderung der CDU durch Rechtsextreme, u.v.m.

DATUM20. April 2010

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RESSORTDeutsche Presse

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15. April 2010

TAZ: CDU lehnt doppelte Staatsangehörigkeit ab
Die TAZ berichtet über den neuen Integrationsplan der Christdemokraten mit einem Fokus auf die Ablehnung der doppelten Staatsangehörigkeit: „Es ist doch eigentlich praktisch, dass gerade Emine Demirbüken, die einzige türkeistämmige Abgeordnete der Berliner CDU, zwei Pässe hat. So kann die Deutschtürkin ihren Parteifreunden direkt vor deren Nase beweisen, wie loyal und in der deutschen Politik engagiert man mit zwei Staatsangehörigkeiten sein kann. Theoretisch.

Praktisch scheint das bei den Christdemokraten aber nicht zu klappen: Sie lehnen die doppelte Staatsbürgerschaft in ihrem Integrationskonzept weiterhin prinzipiell ab. Ein Grund lautet: Zuwanderer und die deutsche Innenpolitik seien so einer politischen Einflussnahme durch die Regierungen der Herkunftsländer zu entziehen. ‚Man kann nur einem Heimatland als Staatsbürger dienen‘, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf dem kleinen Parteitag. Kein Wunder, dass Demirbüken auf dem Podium schnaubte wie Zeus, als er in der Gestalt eines taurischen Stiers Europa erobern wollte.“

Kelek: Islam erniedrigt Frauen
Die Welt und die Rheinische Post berichten über Aussagen, denen zufolge der Islam eindeutig frauenfeindlich sei: „Die türkisch-deutsche Soziologin Necla Kelek hat muslimische Gesellschaften als frauenfeindlich kritisiert. ‚Ich kenne keine andere Kultur, die die Frauen so sehr diskriminiert‘, sagte Kelek der in Düsseldorf erscheinenden ‚Rheinischen Post‘. Frauen hätten nach dem Welt- und Menschenbild, das die Männer als ihre Religion produzierten, keine Rechte.

Die Verschleierungspflicht für Frauen sei für sie das Erniedrigendste, was es gibt, sagte die Publizistin. Die Frau werde aus der Öffentlichkeit ausgeschlossen und habe unsichtbar zu sein. ‚Das ist mehr als rückständig, das ist Apartheid.‘

Kelek bestreitet, dass eine solche Sicht auf die Stellung der Frau auf einer Fehlinterpretation des Korans beruhe. Der Koran sei da eindeutig, sagte sie. ‚Wenn die Frau nicht gehorcht, so heißt es, dann schlagt sie und sperrt sie in die Gemächer.‘“ (Die Welt)

Frankfurter Rundschau: Gedenktafel an Marwa El-Sherbini
Die Frankfurter Rundschau berichtet über die ausstehende Einweihung einer Gedenktafel an die 32-Jährige Marwa El-Sherbini, die vergangenes Jahr von einem deutschen Rassisten in einem Dresdner Gerichtssaal erstochen wurde: „Eigentlich sollte am 16. Dezember 2009 im Dresdner Landgericht eine Gedenktafel enthüllt werden. Sie sollte an Marwa El-Sherbini erinnern, jene Frau, die am 1. Juli dort im Gericht von einem jungen Rassisten erstochen wurde. Die Ägypterin, 32 Jahre alt, hatte in einem Prozess wegen Beleidigung gegen den Mann ausgesagt. In Erinnerung an die Ermordete wollte Sachsens Justizminister die Tafel enthüllen; Elwy Okaz, der Mann des Opfers, sollte dabei sein – doch der Termin war gar nicht mit der Familie abgestimmt worden. Witwer Okaz war in Ägypten bei seinem kleinen Sohn. Die Enthüllung fiel aus. Die Gedenkplatte hängt heute noch verdeckt in einer Ecke des Gerichts und niemand weiß, wie es damit weitergehen soll.“

Gießener Zeitung: Jörg-Uwe Hahn über islamischen Religionsunterricht
Die Gießener Zeitung berichtet über einen Besuch des hessischen Ministers für Justiz, Integration und Europa an der gymnasialen Oberstufe eines Kollegs und zitiert seine Worte über den islamischen Religionsunterricht in Hessen: „Minister Hahn stellte noch einmal die Voraussetzungen und Bedingungen für dieses Projekt dar. ‚Es ist vollkommen unstreitig, dass in unseren Schulen ein islamischer Religionsunterricht nur innerhalb unserer Rechtsordnung und auf der Basis unserer Verfassung erbracht werden kann. Artikel 7 des Grundgesetzes und Artikel 57 der hessischen Landesverfassung treffen verbindliche Vorgaben, wie Religionsunterricht an öffentlichen Schulen geleistet werden kann. Darunter fällt z.B. das Erfordernis, dass der Unterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaft erbracht werden muss. Nicht jede muslimische Organisation oder Gemeinschaft erfüllt diese Voraussetzung‘, führte der hessische Staatsminister aus.

Es gehörte somit zu den vordringlichsten Aufgaben der nächsten Zeit, über die Frage, wer als legitimierter Ansprechpartner für die Erbringung islamischen Religionsunterrichtes überhaupt in Betracht komme. Minister Hahn unterstrich aber nachdrücklich, dass dem Wunsch vieler muslimischer Menschen nach einem Religionsunterricht nachgekommen werden solle. ‚Auch hierin sehen wir – wie z.B. auch bei der frühen Förderung von Deutschkenntnissen- einen Beitrag zur Integration‘, so der Minister weiter.“

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4 Kommentare
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  1. Yakamoz sagt:

    Schade, dass es die tägliche deutsche Presseschau nicht mehr gibt!
    Wie dem jedoch sei,
    hier fehlt unbedingt die äußerst lesenswerte Interview mit Lamya Kaddor im Tagesspiegel vom 18.4.:

    http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/diese-typen-haben-den-koran-nie-aufgeschlagen/1802764.html

  2. hoko sagt:

    Das Interview ist toll, sehr empfehlenswert. Man kann Frau Kaddor nur viel Erfolg wünschen

  3. Boli sagt:

    Bei uns gibt es islamophobie. In muslimischen Ländern christianophobie. Und bei uns wurden nicht gut eine Millionen Muslime vertrieben wie im Nahen Osten. Merkt ihr was?

  4. Boli sagt:

    Die Debatte ist reich an Fehlern und Missverständnissen auf beiden Seiten, meist zum Schaden der in Deutschland lebenden Türken.“

    Nun ich frage mich auch schon lange wo die Türken in Deutschland sind die Erdogan mal richtig die Meinung geigen. Dieser Mann schadet den Türken in Deutschland mehr als er ihnen nützt. Er missbraucht sie massiv für seine Machtinteressen.

    […]



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