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Migration und Integration in Deutschland

Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Türkische Presse Europa

06.03.2010 – Islamkonferenz, Türkisch-Lehrer, Wilders

In der türkischsprachigen Presse vom Samstag wird der Streit um die Islamkonferenz und die Ausstiegsdrohung des KRM aufgegriffen. Außerdem werden die Äußerungen des türkischen Botschafters in Wien zur Integration wiedergegeben und die Bezeichnungsproblematik hinsichtlich Menschen mit Migrationshintergrund aufgegriffen. Außerdem wird der Wahlsieg von Geert Wilders aufgegriffen.

DATUM8. März 2010

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RESSORTTürkische Presse Europa

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KRM erwägt Ausstieg aus der Islamkonferenz
ZAMAN und HÜRRIYET berichten über die Warnung des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland (KRM), sich geschlossen von der Deutschen Islamkonferenz zurückzuziehen (wir berichteten).  So gebe es hinsichtlich des Inhalts, der Form und der Zusammensetzung erhebliche Kritik und Klärungsbedarf auf Seiten des KRMs. Aus diesem Grund wolle sich der KRM alle Schritte vorbehalten, was die weitere Teilnahme und die Bedingungen dafür angehe. Außerdem wurde die Suspendierung des Islamrats kritisiert.

Ismail Kul wertet in seiner Kolumne in der ZAMAN die Teilnahmefrage auch als eine Frage über den Fortbestand des KRM. Denn sobald man diese Spaltung von außen zuließe, würde der KRM bedeutungslos werden.

Botschafter: Integration muss beidseitig geschehen
In der SABAH und der HÜRRIYET bewertet der türkische Botschafter in Wien, Ecvet Tezcan, die Integrationsleistung der Migranten in Österreich. Tezcan hebt dabei hervor, dass Integration eine zweiseitige Angelegenheit ist. Auch die Österreicher müssten sich fragen, wie weit sie selbst bereit sind, zusammen mit Fremden zu leben. Tezcan berichtet weiter von seinem Treffen mit der österreichischen Innenministerin Maria Fekter, die sich bei ihm über die mangelnden Deutschkenntnisse der türkischstämmigen Migranten beschwert und Deutschkenntnis zur Hauptbedingung für die Integration gemacht hätte. Dieser Meinung folge er jedoch nicht. Studien hätten gezeigt, dass man für das Erlernen einer Fremdsprache zuerst die eigene Muttersprache gut kennen müsse. Dazu müssten aber entweder Türkisch-Lehrer aus der Türkei oder ein Türkisch-Lehrstuhl an der Universität zugelassen werden.

Bedeutung des „Fremden“ in der Statistik
In der ZAMAN bewertet Yavuz Gündoğdu die Begriffe, die zur Beschreibung vom „Fremden“ in Deutschland verwendet werden. So hätten diese Begriffe eine Wandlung von Ausländern über Migranten bis hin zu Menschen mit Migrationshintergrund gemacht. Der Autor fragt, bis in welche Generation man eigentlich noch mit solchen Begriffen arbeiten wolle. Gündoğdu verweist auf die PISA-Debatte, um die Verwendung dieser Begrifflichkeiten aufzuzeigen. Denn dort hätte man versucht, das Scheitern des deutschen Bildungssystems auf den Rücken der Kinder mit Migrationshintergrund zu laden. Der Autor verweist darauf, dass die Statistiker aber bei einer neuen PISA-Erhebung ein Problem hätten: Die meisten dieser Kinder, die nach dem Jahre 2000 auf die Welt gekommen sind, sind mittlerweile deutsche Staatsbürger. Doch Gündoğdu ist sich sicher, dass die Politik auch hier eine Sonderbezeichnung finden werde. Denn nicht nur die Politik, auch die Medien würden Bedarf dafür haben. Sein Vorschlag wäre: Deutsch sprechende nicht-deutsche Fremde mit deutscher Staatsbürgerschaft. Besonders in der Kriminalitäts- und Arbeitslosenstatistik würde sich solch ein Begriff gut machen.

Wilders fordert „Stadt-Kommando“ in den Niederlanden
Einem Beitrag der MILLIYET zu Folge sind die Rechtsradikalen um Geert Wilders in den Niederlanden dabei, Stadt-Kommandos zur Herstellung der Sicherheit in den Städten zu gründen. Nachdem Wilders Partei PVV in den beiden einzigen Kommunen, in denen sie antrat, erste und zweit-stärkste Kraft geworden sei, werde im Umfeld der Rechtsradikalen die Etablierung eines „Stadt-Kommandos“ diskutiert. Dies wurde auch von der Listen-Ersten der PVV in Den Haag gefordert.

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