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Migration und Integration in Deutschland

Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Friedrich Landwehrmann, Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

Türkische Presse Europa

23.02.2010 – Faruk Celik, Moscheebau, Einbürgerung

In der türkischsprachigen Presse in Europa vom Dienstag steht der Besuch des türkischen Staatsministers für Auslandstürken, Faruk Çelik, im Vordergrund. Außerdem wird auch über das gescheiterte Moscheebau-Projekt in München und dem Aufruf zur Einbürgerung des bayerischen Integrationsbeauftragten berichtet.

DATUM24. Februar 2010

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RESSORTTürkische Presse Europa

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Minister für Auslandstürken auf Deutschlandbesuch
Besonders breiten Raum räumten die Zeitungen dem Besuch des türkischen Ministers für Auslandstürken, Faruk Çelik, ein. Der Minister konzentrierte sich bei seiner Reise auf Treffen mit Vertretern türkischstämmiger Institutionen. Neben einem allgemeinem Empfang traf sich Faruk Çelik mit Vertretern der Ditib, der Konföderation europäischer Aleviten und besuchte die Zentrale der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs. Zu der Delegation des Ministers gehörten außerdem der türkische Staatsminister a.D. Kürşad Tüzmen, der türkische Generalkonsul in Köln, Mustafa Kemal Basa und zwei Berater des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

An dem Empfang bei der UETD nahmen ca. 300 geladene Vertreter von türkischstämmigen NGOs in Deutschland teil. Faruk Çelik gratulierte diesen Insitutionen für ihr Engagement und ihren Einsatz für die Menschen in Deutschland. Der Minister kündigte bei seiner Reise auch die Gründung eines Präsidiums für Auslandstürken an. Der Gesetzesentwurf stehe kurz vor der Abstimmung. Diese Institution werde mehr tun als nur Beraten und Informieren, klärte der Minister auf. Es sei wichtig, dass sich die türkischen Staatsbürger im Ausland ohne kulturellen Verlust in das Land einbringen, in dem sie leben. Als Ministerium stehe man nun an der Schwelle zu einer neuen Entwicklung und erwarte, dass man nicht mit Problemlisten sondern mit Lösungsentwürfen komme. Über den Besuch berichten TÜRKIYE, ZAMAN, HÜRRIYET und SABAH.

Kein Moscheebau in München
SABAH und HÜRRIYET berichten über das Scheitern eines Moscheebauprojekts in München-Sendling. Die zur Ditib gehörende Ditim-Gemeinde in München-Sendlingen plant seit 2004 den Bau einer repräsentativen Moschee in München-Sendling. Wegen Finanzierungsschwierigkeiten wurde das Projekt nun aufgegeben. In der Gemeinde wurden zwar Vorwürfe gegen die Kölner Zentrale laut, das Projekt sei für den Moscheebau in Köln geopfert worden. Aus Köln wurde diese Behauptung jedoch verneint. Auch der aktuelle Vorsitzende der Münchner Gemeinde zog die Realisierbarkeit des Projektes von Anfang an in Frage. Außerdem kündigte er den Rücktritt des Vorstands an. Für das Projekt wurden Baukosten in Höhe von 15 Millionen Euro veranschlagt. In der ZAMAN werden insbesondere auch die Kommunikationsprobleme zwischen der Ditib-Zentrale in Köln und der Gemeinde kritisiert.

Den Migranten gegenüber stärker öffnen
Der bayerische Integrationsminister fordert gegenüber Migranten eine größere Offenheit, so die SABAH. Dadurch könne die deutsche Bevölkerung mehr zur Einbürgerung beitragen.  Eine Einbürgerung bedeute für Migranten nicht, die eigene Identität aufzugeben. Man hoffe aber schon darauf, dass mit der Einbürgerung sich ein gewisser Wandel und ein Neuanfang einstellt. Der Entscheidung der Migranten, ein Teil der deutschen Gemeinschaft zu sein, gebühre auch die Anerkennung der Deutschen. Diese Anerkennungskultur sei jedoch nicht besonders ausgeprägt.

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Ein Kommentar
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  1. Loewe sagt:

    Sendlinger Moschee:
    „In der Gemeinde wurden zwar Vorwürfe gegen die Kölner Zentrale laut, das Projekt sei für den Moscheebau in Köln geopfert worden. Aus Köln wurde diese Behauptung jedoch verneint. Auch der aktuelle Vorsitzende der Münchner Gemeinde zog die Realisierbarkeit des Projektes von Anfang an in Frage.“

    Die Sendlinger Moschee wäre finanzierbar gewesen. DITIB hat aber ab 2006 die vorher gegebene Zusage zurückgenommen, das Projekt zu unterstützen, den Verkauf des Grundstücks, auf dem die jetztige Hinterhofmoschee sitzt, nicht genehmigt sowie dem Verein verboten, weiter Spenden zu sammeln. Herr Dereli ist erst 1 Jahr Vorsitzender und hat das Seinige dazu beigetragen, dass das Projekt scheitert.

    Dass DITIB leugnet, die Moscheebauspenden auf Köln konzentrieren zu wollen, ist reine Politik. Man leugnet und weiß zugleich, dass einem das niemand glauben kann.

    Es gab ein schlüssiges Finanzierungskonzept auf der Basis des Grundstückverkaufs. Hätte DITIB zusätzlich dem Verein geholfen, für den Neubau dieser Moschee auch Spenden zu bekommen, würden heute zusätzlich einige Spendenmillionen auf einem Sperrkonto auf den Baubeginn warten. Da zum neuen Grundstück auch ein Teil Wohnungsbau gehört hätte, wäre wohl eine weitere Million gewonnen worden. Hinzu kommen zu erwartende Einnahmen aus dem geschäftlich betriebenen Teil der neuen Moschee. Die dann übrig bleibende Kreditsumme wäre überschaubar geblieben.



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