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Migration und Integration in Deutschland

Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Buchvorstellung

Türken-Sam – Eine deutsche Gangsterkarriere

Das Buch handelt von Gewalt und Verzweiflung, von Geld und dem Wunsch nach einem besseren Leben. Das Buch handelt von Freundschaft und Feindschaft, von Deutschenfeindlichkeit und Türkenfeindlichkeit. Es geht um Prinzipien und um den Tod. Das sind keine Worthülsen. Es ist die Wahrheit.

DATUM18. Februar 2010

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Jung, männlich, Migrant – diese drei Worte stehen mittlerweile für ein Synonym in der Integrationsdebatte. Ein Synonym für eine Problemgruppe, die überproportional häufig in polizeilichen Kriminalstatistiken auftaucht. Studien, etwa die des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen, belegen dies. Medien greifen das Thema häufig auf. Man sucht nach Lösungen, denn die Angst geht um – die Angst vor jungen, männlichen, ausländischen Gewalttätern.

Wie werden aus Babys Bestien? Diese Frage stellen sich nicht nur die Medien, sondern auch die Politik. Sie ist maßgeblich beteiligt an den Rahmenbedingungen: ob es die Familienpolitik ist, die Bildungspolitik, die Integrationspolitik oder die Justizpolitik. Die Politik gibt den politischen und gesellschaftlichen Rahmen vor, in denen Baby sich zu „Bestien“ entwickeln. Denn eines ist klar: Niemand wird als krimineller Gewalttäter geboren.

Auf dem Weg in die kriminelle Karriere gibt es viele Etappen und Zwischenschritte. Diese gilt es zu beschreiben und zu analysieren. Es gilt, Verhaltensmuster frühzeitig zu erkennen, um präventiv wirken zu können und Schlimmeres zu vermeiden, denn „ist das Kind erst in den Brunnen gefallen …“, dieses Sprichwort gilt in vielen Ländern und in allen Kulturen.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=_bR0yDj3tNk[/youtube]

Wenig wissen wir über die, um die es häufig geht, die männlichen kriminellen Ausländer. Häufig verstecken sie ihr „wahres Ich“ hinter einer Macho-Fassade und einem auffällig rauen Umgang. In ihrer Welt gibt es nur zwei Alternativen: Entweder sie sind Opfer oder sie sind Täter. Viele entscheiden sich für das Letztere. Einige Faktoren kennen wir: schwieriges soziales Umfeld, eigene Gewalterfahrung in der Familie, Ausgrenzungserfahrungen in der Mehrheitsgesellschaft und Frust. Doch wie sieht der Weg in die Kriminalität konkret aus? In welchen Schritten erfolgt er? Und wo können wir einschreiten, um Schlimmeres zu verhindern? Was macht die Politik falsch? Was machen die Eltern falsch? Und was die Betroffenen?

Bestellung: Das Buch von Cem Gülay „Türken-Sam“ ist beim Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) erschienen und kann bei Amazon bestellt werden.

Das Buch beschreibt auf sehr offene Weise, wie kriminelle Karrieren entstehen. Es ist ein sehr authentisches Buch über die Lebenswelt männlicher Migranten. Es beschreibt den Weg eines jungen Abiturienten aus Hamburg von der Hamburger Fußballauswahl über das Highschool-Jahr in den USA bis in das kriminelle Milieu Hamburgs. Das Buch handelt von Gewalt und Verzweiflung, von Geld und dem Wunsch nach einem besseren Leben. Das Buch handelt von Freundschaft und Feindschaft, von Deutschenfeindlichkeit und Türkenfeindlichkeit. Es geht um Prinzipien und um den Tod. Das sind keine Worthülsen. Es ist die Wahrheit.

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19 Kommentare
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  1. Boli sagt:

    Da liegt der ganze Hund begraben. Interessant ist nämlich die Feststellung das es kaum Türkenfeindlichkeit gab bis Anfang der 80er und die letzten 3 Minuten veranschaulichen Eindrucksvoll wieso sich daran bis heute nichts geändert hat, bzw. sich eher wohl sogar einiges Verschlechtert hat. Und das wirkt sich aus auf EU Beitritt, Arbeitssuche, Wohnungssuche, kulturelle Ablehnung bis letztenendes zum reinen Rassismus.
    Endlich mal ein Artikel der die Punkte und vor allem die Ursachen mal gnadenlos anspricht. Das war längst überfällig. Mag einer glauben was er will. Fast alle weiteren Artikel bei Migazin umschließen genau diesen Artikel und hier laufen die Fäden zusammen.

  2. Boli sagt:

    und die letzten 3 Minuten veranschaulichen Eindrucksvoll wieso sich daran bis heute nichts geändert hat

    ich meine damit das sich an der seit den 80ern angestiegenen Türkenfeindlichkeit nichts geändert hatte und die Dinge sich eher schlechter entwickelt haben. Nur zum Verständnis.

  3. […] Nach sieben Jahren stieg er aus. Heute ist Cem Gülay 39 Jahre alt und Buchautor: „Türken-Sam: Eine deutsche Gangsterkarriere“, hat er gemeinsam mit Helmut Kuhn geschrieben. Er erzählt in seiner Autobiografie über das […]

  4. Selçuk sagt:

    Hallo Herr Gülay,

    ich habe eine Frage an Sie: Sie berichten von Ihren Erfahrungen aus den 80ern, in denen die Feindlichkeit gegen Türken begonnen sei. Die Frage mag in diesem Kontext sich etwas merkwürdig anhören, aber gibt es denn irgendwelche Berichte, bswp. aus den Medien, die Ihre Aussagen bestätigen können? Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe nur die Gewohnheit alles in Frage zu stellen. Das aber nicht aus böser Absicht, sondern deshalb, weil man nur so sich einigermaßen vergewissern kann. Man muss Fragen stellen, um Antworten zu finden. 😉 Ich muss anmerken, dass ich Ihr Buch nicht gelesen habe und in nächster Zeit auch nicht lesen werde, weil mir die Zeit fehlt.

    Ich würde mich auf eine Antwort sehr freuen.

  5. cem gülay sagt:

    Hallo Selcuk,sicherlich gibt es Zeitungsberichte von damals.Auch das Buch von Günther Wallraf(ganz unten)beschreibt die Zeit ganz gut.die Skinheads haben sich Mitte der Achtziger formiert.Mölln und Solingen waren das traurige Endergebnis.Natürlich dokumentieren die Institutionen, nicht die spezielle Türkenfeindlichkeit.Genauso wie die Morde an 10 Türken der letzen Jahre,wo ein Hauptverdächtiger und jetzt halt dich fest,ein hohes Tier aus dem Verfassungsschutz wieder freikam.Obwohl er bei der letzten Tat von einem Zeugen gesehen wurde und bei ihm Zuhause,Bücher über Serienmorde gefunden wurden.Die Morde haben aufgehört.Ludwigshafen war auch ein Anschlag.Du solltest wirklich mal das Buch lesen.Viele Türken bestätigen selbige Erlebnisse.Jeder hat Abends Zeit 2 Seiten zu lesen.Wie alt bist Du?Gruss Cem

  6. Selçuk sagt:

    Hallo Cem,

    ich bin 24 Jahre alt. Ich kam vor ca. 13 Jahren nach Deutschland, hab also die 80er nicht miterlebt. Genau aus diesem Grund habe ich die Frage gestellt, weil ich in der Hinsicht gar kein Hintergrundwissen habe. Nur, ich habe den Eindruck, dass Sie die Geschehnisse lediglich aus Ihrer eigenen Perspektive wiedergeben. Dass so etwas auch total daneben gehen kann, sehen wir an dem Beispiel „Necla Kelek“. Naja, als eine Person, die aus einer Gesellschaft stammt, über die diese Frau spricht, habe ich die Möglichkeit zu erkennen, dass sie zum größten Teil nur unqualifiziertes Zeug von sich gibt. Bei Ihnen kann ich mit noch keine Meinung bilden. Eine Voraussetzung ist sicherlich, dass ich Ihr Buch gelesen haben muss. Selbst dann wäre sie zu einseitig, das ist mir absolut bewusst.

    Hat man eigentlich als Leser Ihres Buches die Möglichkeit mit Ihnen per E-Mail oder ähnl. Kontakt aufzunehmen, wenn man inhaltliche Fragen haben sollte? Falls ich die Zeit finde Ihr Buch zu lesen, werde ich wahrscheinlich einige Fragen haben.

    Ich danke Ihnen für die Antwort.

  7. Dybth sagt:

    Selcuk,

    Ich kann nicht bestaetigen, dass das Buch von Cem einseitig ist. Es gibt einen sehr grossen Unterschied zwischen Cem und Necla Kelek. Cem differenziert, zeigt die Fehler, die gemacht werden (unabhaengig von der Zugehoerigkeit und Religion). Auch mit sich selber ist er sehr kritisch. Frau Kelek sucht die Schuld nur bei den Migranten und in der Religion.

    Du wirst eine gute Sammlung, die das belegt, bei mir auf dem Blog finden.

  8. Selçuk sagt:

    Danke für die Information. Vielleicht habe ich mich nicht ganz richtig ausgedrückt. Ich möchte nicht unterstellen, dass das Buch von Cem einseitig wäre. Ich könnte es ja auch gar nicht, da ich es nicht gelesen habe. Wenn ich mir eine Meinung bilden möchte, versuche ich entsprechende Informationen aus mehrere Quellen zu entnehmen. Auch bezüglich dieser Thematik möchte ich es nicht nur bei dem Buch von Cem sein lassen. Das wollte ich damit ausdrücken.

    Dein Blog ist bereits in meinem RSS-Reader. 😉

  9. cem gülay sagt:

    Lieber Selcuk,keine Institution oder Soziologe hat hat sich bisher gemeldet oder mich herausgefordert,um meine Ausführungen in Frage zu stellen.Im Gegenteil.ich bekomme sehr viel Zuspruch,von türkischer,auch anderer Migranten, sowie der deutschen Seite.Nach der Tacheles Sendung ist auch spürbar,dass Necla Kelek mehr und mehr in Frage gestellt wird,auch wenn sie immer noch viele Bücher verkauft.Das hat aber andere Gründe.Danke Dybth und Gruss Cem

  10. Dybth sagt:

    Danke an euch Beide 🙂


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