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Migration und Integration in Deutschland

Warum werden sie hineingelassen? Um die Bürger des Staates von harter und unangenehmer Arbeit zu befreien?

Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit, 2006

Migrationsbericht 2008

Versteckspiel hinter beschönigten Zahlen

Der migrations- und integrationspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Memet Kilic, wirft der Bundesregierung vor, die Zahlen des Migrationsberichts zu beschönigen. Die Auswanderungszahlen (wir berichteten) seien das Ergebnis des schlechten Umgangs der Unionsparteien mit Migranten.

DATUM5. Februar 2010

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RESSORTPolitik

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„Die Regierung gibt sich Mühe, die Daten des Migrationsberichtes positiv zu deuten. Angesichts des demografischen Wandels ist es jedoch besonders bedenklich, dass wir seit 24 Jahren zum ersten Mal mehr Auswanderung als Zuwanderung haben. Dies macht deutlich, dass unser Land an Attraktivität für Zuwanderer verliert. Wir brauchen jedoch Zuwanderung, damit unser Sozialsystem nicht zusammenbricht“, so der migrations- und integrationspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Memet Kilic.

Die Regierung hebe im Migrationsbericht hervor, dass qualifizierte Zuwanderung nach Deutschland stattfinde, und verschweige gleichzeitig, dass sehr viele hier ausgebildete Hochqualifizierte Deutschland nicht mehr attraktiv finden und auswandern. Dieser Wanderungssaldo werde durch den geringen Zuzug ausländischer Hochqualifizierter nicht ausgeglichen. „Grund dafür ist auch, dass Fachleute nicht nur wegen der Gehaltshöhe in ein anderes Land gehen, sondern bei der Entscheidung die gesellschaftliche Atmosphäre und Akzeptanz eine wichtige Rolle spielt. In Sachen Offenheit für Menschen aus anderen Ländern hat Deutschland, verglichen mit Ländern wie den USA und Kanada, erheblichen Nachholbedarf. Deutschland vergrault also nicht nur einheimische Hochqualifizierte, sondern erhält gleichzeitig nur eine kleine Auswahl von qualifizierten Zuwanderern“, so Kilic.

Schlechter Umgang mit Migranten
Die Auswanderungszahlen zeigten, dass sich der schlechte Umgang der Unionsparteien mit den Migrantinnen und Migranten räche. Junge Menschen, die in der dritten Generation deutsche Universitäten absolvieren, würden zum Taxifahren verdammt. Im öffentlichen Dienst seien sie noch immer Exoten, auch gegen ihre Diskriminierung in der freien Wirtschaft tue die Regierung außer wohlklingenden Appellen nichts. Da sei es kein Wunder, wenn auch diese Menschen auswandern.

Kilic weiter: „Obendrein hat die Vorgängerregierung mit menschenrechtsverachtenden Regelungen die Familienzusammenführungen aus den Nicht-EU-Staaten halbiert. Auch die neue Koalition will daran leider festhalten. Dieser Irrweg ist nicht zu beschönigen.“

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Ein Kommentar
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  1. Peter I. sagt:

    An den „vielen“ Meinungen zu diesem Beitrag kann man doch schon erkennen, daß die Leute andere Sorgen haben. Natürlich ist es richtig, daß Deutschland Migration braucht, aber nicht so wie sich das manche vorstellen.
    In erster Linie sollte man sich doch um die Ursachen für die Auswanderung hochqualifizierter Deutscher und um die Ursachen der niedrigen Geburtenrate in Deutschland kümmern. Wenn man diese Ursachen ernsthaft anginge, würde es zu einem Umbau in dieser Gesellschaft kommen. Der täglich praktizierte Egoismus im großen wie im kleinen und die gesellschaftlich gestützte Verlogenheit als gesellschaftliche Probleme würden zur öffentlichen Diskussion gestellt werden. Diese Gesellschaft nimmt in Anspruch als christlich zu gelten. Fragen Sie mal vor einer Kirche, wer die 10 Gebote kennt. Wie sollen diese humanen Gebote für ein vernünftiges Zusammneleben eingehalten werden, wenn sie von den Stützen dieser Gesellschaft täglich vorsätzlich mißachtet werden. Ich bin kein Christ und die Gebote sind auch nicht von den Kirchen erfunden worden. Diese Lebensmaxime sind älter als das Christentum aber heute noch hoch aktuell, weil sie die Grundlage eines zivilisierten Lebens der Menschen bilden. Aber wenn sich die Christen diese Gebote als Lebensgrundlage aneignen, dann sollen sie auch, verdammt noch mal, danach leben.
    Ich sage es ganz ehrlich, mit der gesamten Migrationsdebatte wie sie derzeit geführt wird, habe ich so meine Probleme, da es zu großen Teilen darum geht, wie viele Ausländer unter Ausnutzung schlecht gemachter Gesetze sich in Deutschland aufhalten können, ohne daß es jemals zu einer Intgration derselben kommt. Weil diese Migranten zu großen Teilen auch eine Integration ablehnen. Und wenn von diesem Herrn Memet Kilic die Regelungen der Familienzusammenführung kritisiert werden, so muß man ihn fragen, ob eine solche eine Einbahnstraße ist. Ich will es mal bewußt auf die Türkei zuspitzen. Wenn ein junger Türke mit einer Frau aus der Türkei verheiratet wird und mit dieser Frau auch zusammen leben will, kann er genausogut in das Land seiner Väter zurück kehren. Es muß nicht sein, daß seine Frau, die in der Regel kein Wort deutsch spricht, nach Deutschland übersiedelt und Zug um Zug Eltern, Geschwister, Tanten, Cousinen und Neffen/Nichten und deren Anhang nachzieht. Wenn es unter Türken so üblich ist, daß die Eltern die Ehepartner aushandeln und bestimmen, so ist das deren Problem, wo wir uns nicht einzumischen haben, weil das dort Tradition ist, aber nicht hier im Lande. Dann müssen sie das auch dort ausleben. Aber es muß nicht sein, daß die Folgen diese Tradition auf unserer Gesellschaft letztendlich abgeladen werden.
    Sollte es sich bei den Türken und anderen Muslimen einmal rumgesprochen haben und es von diesen auch anerkannt werden, daß junge Menschen sich ihre Partner selbst aussuchen auf dar Basis von gegenseitiger Liebe und Zuneigung unabhängig von der Herkunft und Religion, dann kann man davon sprechen, daß sie in diesem Land angekommen sind, und nicht eher.
    Mit freundlichen Grüßen



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