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Migration und Integration in Deutschland

Letztlich haben einige Industriestaaten ihren Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften … dadurch gedeckt, dass sie bei der Einstellung von irregulären Arbeitsmigranten ein Augen zudrücken.

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Migration in einer interpedenten Welt, 2004

Qualifizierung

Professionelle Sprach- und Integrationsmittler

Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland 15,3 Millionen Menschen mit einem Migrationshintergrund. Im Gegensatz dazu sind die medizinischen, sozialen und pädagogischen Institutionen noch weitgehend deutschsprachig und monokulturell ausgerichtet.

VONAntje Schwarze

DATUM11. Januar 2010

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RESSORTGesellschaft

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Bisherige Erfahrungen
In den zwei EQUAL Entwicklungspartnerschaften haben insgesamt 57 Asylsuchende und Flüchtlinge in zwei  Durchgängen die Qualifizierung durchgeführt, der größte Teil in der Diakonie Wuppertal, eine kleinere Anzahl im Pädagogischen Zentrum Aachen. Der Verbleib der Teilnehmenden zeigt den Erfolg der Maßnahme. Rund 70 % der Absolventen sind erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert, entweder freiberuflich oder in Teilzeitanstellung. Anstellungsträger sind u.a. die freie Wohlfahrtspflege, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge. Einige Teilnehmer haben dank der Qualifizierung ein weiterführendes Studium beginnen können.

Der im Vorfeld festgestellte vielfältige Bedarf an professionellen Sprach- und Integrationsmittlern spiegelt sich in ihren Einsatzorten wider: Im Gesundheitsbereich agieren sie in Krankenhäusern, Psychiatrischen Kliniken, Einrichtungen zur Rehabilitation, Therapeutischen Einrichtungen, Psychosozialen Zentren, Arztpraxen, Öffentlichen Gesundheitsdiensten (Gesundheitsämter, Alten- und Krankenpflege, Behindertenhilfe), der Gesundheitsberatung etc.

Im Bereich Soziales und Bildung sind sie tätig in kommunalen, Landes- und Bundesbehörden und Ämtern, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Gemeinnützigen Einrichtungen und Vereinen, in der Stadtteilarbeit, in Schulen (Schulsozialarbeit),Elternarbeit, Berufsförderung etc.

Die Einsätze wurden fortlaufend evaluiert. Aus den Rückmeldungen der Einsatzorte kann eine positive Bilanz gezogen werden: Für die Fachkräfte, die Sprach- und Integrationsmittler anfordern, bedeutet deren Tätigkeit eine erhebliche Arbeitserleichterung und eine deutliche Zeitersparnis. Auf die Qualität der Leistungen wirken sich insbesondere die Berücksichtigung kultureller und religionsspezifischer Besonderheiten sowie die verbesserte Klärung von Beratungs- und Hilfsleistungen oder Krankheitsbildern aus. Darüber hinaus gewannen die Beteiligten ein erweitertes Verständnis für andere Denk- und Handlungsweisen und die Zufriedenheit der Klienten wird gesteigert. Insgesamt war ein verstärkter Einsatz bzw. Einstellung der Sprach- und Kulturmittler/- innen als Honorarkräfte zu beobachten.

Weitere Schritte – Transferzentrum Sprach- und Integrationsmittlung
Seit Oktober 2008 hat die Diakonie Wuppertal im Rahmen des Europäischen Integrationsfonds den Auftrag erhalten, die in der Gemeinschaftsinitiative EQUAL erfolgreich erprobte Qualifizierung bundesweit zu transferieren. Zu diesem Zweck wurde das Transferzentrum Sprach- und Integrationsmittlung (SprInt-Transfer) gegründet. Seine Aufgabe ist es, die Etablierung der Qualifizierung zum/zur Sprach- und Integrationsmittler/-in an zehn Standorten in der Bundesrepublik zu unterstützten. SprInt-Transfer unterstützt vor Ort ausgewählte Transferpartner, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Qualifizierung durchzuführen und geeignete Einsatzstellen (z.B. durch die Gründung eines Sprachmittler/-innenpools) in ihrer Kommune zu schaffen.

Das Transferzentrum unterstützt die Transferpartner in einem interdisziplinären Team mit verschiedenen Leistungen:

  • Beratung und Prozessbegleitung von interessierten Akteuren zur Durchführung einer Qualifizierung
  • Durchführung von Experten-Workshops für interessierte Akteure in Kommunen zur Bedarfserfassung und Erschließung des Arbeitsmarktes
  • Entwicklung von Finanzierungsmodellen
  • Bereitstellung des Curriculums für die Qualifizierung SprInt
  • Koordinierung des bundesweiten Arbeitskreises ´SprInt-Transfer´ zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterentwicklung des Curriculums
  • Lobbyarbeit und Öffentlichkeitsarbeit zur Etablierung des eigenständigen Berufsbildes

Für weitere Informationen, bei Interesse zur Durchführung einer Qualifizierungsmaßnahme oder zur Unterstützung der Berufsbildentwicklung können Sie das Transferzentrum kontaktieren.

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