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Migration und Integration in Deutschland

Wenn mir etwas Sorge macht, dann nicht Sarrazins Buch, das ich für das absurde Ergebnis eines Hobby-Darwins halte. Viel mehr Sorge macht mir, dass dieser Rückgriff auf die Eugenik in unserem Land gar nicht mehr auffällt, ja mehr noch: als »notwendiger Tabubruch« frenetisch gefeiert wird.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), Die Zeit, 16.09.2010

Armin Laschet

„Medien wichtige Plattform für den interkulturellen Dialog“

Die Vielfalt der Kulturen und Religionen in Deutschland nimmt zu. In diesem Zusammenhang machte der Nordrhein-Westfälische Integrationsminister Armin Laschet auf die Bedeutung der Medien Aufmerksam und forderte Sensibilität in ihrer Rolle als Sprachrohr der gesellschaftlichen Integration.

Info: Im Jahr 1996 hat die Herbert Quandt-Stiftung den Trialog der Kulturen ins Leben gerufen. Für die Jahre 2007 bis 2009 steht das Thema „Medien als Brücke zwischen den Kulturen“ im Zentrum. Die diesjährige Konferenz steht unter dem Titel „Migranten als Zielgruppe? Medienrezeptionsforschung und Chancen der Programmplanung für die mediale Integration“.

Die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ist von zentraler Bedeutung für eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung. Das macht sie zu einer der Schlüsselaufgaben für die kommenden Jahrzehnte. „Ob die Integration der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gelingt, hängt auch von der Sensibilität der Medien und Medienmacher in ihrer Rolle als Sprachrohr und Unterstützer der gesellschaftlichen Integration ab. Das gilt für deutsche Medien genauso wie für heimatsprachliche Medien in Deutschland“, sagte Integrationsminister Armin Laschet bei der 13. Jahreskonferenz „Trialog der Kulturen“ der Herbert-Quandt-Stiftung in Bad Homburg.

Die Vielfalt der Kulturen und Religionen in Deutschland nimmt zu. Bereits heute leben in Nordrhein-Westfalen Menschen mit familiären Wurzeln in mehr als 180 Ländern. Fast ein Viertel aller Einwohnerinnen und Einwohner Nordrhein-Westfalens hat eine Zuwanderungsgeschichte. „Wer diese gesellschaftliche Gruppe ausblendet, der wird langfristig vor erheblichen Problemen stehen. Das gilt für die Politik, für die Wirtschaft, aber auch für die Medienwelt“, betonte Laschet.

Der Minister fügte hinzu: „Allein kann Politik die integrationspolitischen Herausforderungen nicht bewältigen. Die Medien sind hier ein bedeutsamer Partner. Denn durch ihre Inhalte – seien sie in Ton, Bild oder Text – bilden diese eine wichtige Plattform für den interkulturellen Dialog.“

Laschet betonte zudem die Bedeutung von Sprache und Bildung in der Mediengesellschaft, in der Medienkompetenz eine Grundvoraussetzung sei. Das Integrationspotenzial der einheimischen Medien hinge dabei auch von dem Erlernen der Sprache des Aufnahmelandes und der Förderung von Integration durch Bildung ab.

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