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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

Gesundheitliche Lage

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

Ein Leben in sozial benachteiligter Lage erhöht Krankheitsrisiken und verringert Gesundheitschancen. Die höchsten Armutsrisiken tragen – neben Kindern mit zwei oder mehr Geschwistern, Kindern von allein erziehenden Müttern – Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Ausgewählte Gesundheitsaspekte
Ein Gesundheitsproblem, das in letzter Zeit zunehmend größere Beachtung findet, ist die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas. Kinder und Jugendliche mit beidseitigem Migrationshintergrund sind mit 19,5% überproportional häufig von Übergewicht betroffen. Kinder ohne bzw. mit einseitigem Migrationshintergrund weichen hingegen in ihren Anteilen kaum voneinander ab. Allerdings variiert das Risiko übergewichtig zu sein innerhalb der Migrantenpopulation nach Herkunftsland und Geschlecht. Am häufigsten sind Mädchen und Jungen aus der Türkei, Mädchen aus Mittel- und Südeuropa sowie Jungen aus Polen übergewichtig. Im Jugendalter scheint der Migrationshintergrund an Einfluss zu verlieren, so lassen sich bei den 14-17-Jährigen keine signifikanten Unterschiede mehr nach Migrationshintergrund finden. Mit der Aufenthaltsdauer nimmt der Anteil übergewichtiger Kinder zu, was als Hinweis auf die Veränderung des Lebensstils im Zuwanderungsland gewertet werden kann.

Wenn Migranten auch in einigen Aspekten ein gesünderes Ernährungsverhalten als Nicht-Migranten aufweisen (z.B. Türkische und Russlanddeutsche Migranten beim Obstkonsum),so muss dass Ernährungsverhalten insgesamt als ungünstiger eingeschätzt werden. So konsumieren insbesondere türkeistämmige Migrantenkinder vermehrt Softdrinks, Fast Food, Chips und Süßigkeiten. Russlanddeutsche Teilnehmer essen durchschnittlich im Gruppenvergleich am wenigsten Gemüse, trinken insgesamt am wenigsten und essen am meisten Wurst oder Schinken. Nicht-Migranten dagegen konsumieren u.a. am wenigsten Kekse, Schokolade, Süßigkeiten und Knabberartikel. Die Berücksichtigung der Aufenthaltsdauer bzw. der Migrationsgeneration gibt einen Hinweis darauf, dass auch das ungünstige Ernährungsverhalten ein „Problem der Moderne“ ist, denn eine längere Aufenthaltsdauer bzw. die Zugehörigkeit zu der zweiten oder einer nachfolgenden Einwanderergeneration ist mit einem ungünstigeren Ernährungsverhalten assoziiert.

# Die Gruppe der Nicht-Migranten schließt auch Kinder und Jugendliche mit einseitigem Migrationshintergrund ein
*Bratwurst, Currywurst, Hamburger, Döner Kebab
↓ = geringste Verzehrsmengen (im Gruppenvergleich)
↑ = höchste Verzehrsmengen (im Gruppenvergleich)

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3 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. municipal sagt:

    Und. Was will uns diese Studie sagen ?

    Etwa, das ein Großteil dieser Kinder in Familien aufwachsen, in denen der Fernseher den ganzen Tag läuft , wie der Berliner Bürgermeister Buschkowski kürzlich beklagte ?

    Möglichst noch mit türkischen oder arabischen Satellitenprogrammen ?

    Und das diese Kinder (dadurch) kaum Bewegung haben und sich mit Süßigkeiten und Kartoffelchips vollstopfen, und KEINE Fortschritte beim Erlernen der deutschen Sprache machen?

    Ist das AUCH die Schuld der deutschen Gesellschaft/Politik ?

  2. NDM sagt:

    Das Fazit ist auf Seite fünf zu finden. 🙂

  3. […] Dr. Thomas Lampert, Gesundheitliche Ungleichheit: Armut – Migration – Gesundheit […]



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