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Migration und Integration in Deutschland

Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

Studie

Muslime misstrauen den europäischen Mainstream-Medien

Unter muslimischen Mediennutzern ist das Misstrauen gegenüber der Objektivität und Ausgewogenheit der Mainstream-Medien gewachsen. Dies ist das Ergebnis eines Pilotforschungsprojekts, die das Mediennutzungsverhalten von Muslimen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien untersucht hat.

Ein Pilotforschungsprojekt, das im Vorfeld des M100 Sanssouci Colloquiums durchgeführt wurde, hat das Mediennutzungsverhalten von Muslimen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien untersucht. Das vom Institute for Strategic Dialogue, einem in London ansässigen Think Tank, geleitete und von der Vodafone Stiftung Deutschland geförderte Projekt mit dem Titel „Muslime in der europäischen Medienlandschaft: Integration und die Dynamik sozialen Zusammenhalts“ hat dabei verschiedene Trends identifiziert, die Aufschluss über die Wahrnehmung und den Konsum von Massen- und Minoritätsmedien und deren Auswirkung auf den sozialen Zusammenhalt in den untersuchten Ländern geben.

Unter muslimischen Mediennutzern ist das Misstrauen gegenüber der Objektivität und Ausgewogenheit der Mainstream-Medien gewachsen, auch im Zusammenhang mit dem in den letzten zehn Jahren vollzogenen Übergang von angebotsorientierten Medien (d. h. Medien, die von den Institutionen des Aufenthaltslandes der Minoritätsbevölkerung produziert werden) zu nachfragebasierten Medien (d. h. Medien, die von Angehörigen der Minoritätsgemeinden selbst oder deren Herkunftsländern produziert werden).

Dennoch ist die auf der anderen Seite entstandene Furcht vor der Ausbildung „abgesonderter Informationsgesellschaften” in Europa oder der Schaffung von “muslimischen Medienghettos” übertrieben. Tatsächlich geht aus den im Rahmen des Forschungsprojekts geführten Interviews mit europäischen Muslimen hervor, dass die Mainstream-Medien nicht Minoritäts- und Auslandsmedien ersetzen, sondern vielmehr ergänzen.

Wie werden Muslime in den Mainstream-Medien dargestellt?
    Zu positiv (68%)
    Zu negativ (29%)
    Ausgewogen (3%)
     
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    Gleichermaßen gaben doppelt so viele Befragte an, dass Sprache und das Bedürfnis nach Informationen über ihr Heimatland wichtigere Kriterien bei der Hinwendung zu Minoritätenmedien seien, als religiöse Gründe. Die Tendenz ist folglich eine größere Medienbandbreite bei einem gleichzeitig starken Anstieg des Gebrauchs von Internet und Neuen Medien. Bemerkenswert ist auch, dass die Befragten die Ausgewogenheit der Berichterstattung sowohl von Mainstream-, als auch von Minoritätsmedien in Frage stellen.

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    16 Kommentare
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    1. Boli sagt:

      Wäre schön, wenn das alles wäre dem die Muslime am europäischen Lebensstil misstrauen.
      Aber das mit dem Misstrauen beruht ja bekannter weise auf Gegenseitigkeit. Diese Meldung ist also ein alter Hut.

    2. Johanna sagt:

      >Bemerkenswert ist auch, dass die Befragten die Ausgewogenheit der Berichterstattung sowohl von Mainstream-, als auch von Minoritätsmedien in Frage stellen.<

      Was heisst hier "Ausgewogenheit"?

      Die Ausgewogenheit entsteht erst, wenn sich jeder Leser in verschiedenen Medien informiert, inländisch und ausländisch.

      Ich bin sicher, wenn nur Lobhudelei über den Islam/Muslime in den Medien stünde, wären deren Anhänger hingerissen;)

      Leider ist die Welt nicht "friedlich".

    3. Selçuk sagt:

      Laut dem bisherigen Ergebnis der obigen Umfrage werden also Muslime in den Mainstream-Medien zu positiv dargestellt. Huii. Schade, dass ich davon nichts mitbekomme. 😀

    4. Mehmet sagt:

      Genau das würde Ich mir von den Mitbürgern in Deutschland wünschen. Sie sollten auch mal versuchen, die russische, türkische, arabische, etc Sichtweise zu sehen. Dann wird man sehr schnell sehen, welch Unsinn hier in Deutschland in der Berichterstattung über andere Länder betrieben wird.

    5. Flagellum Dei sagt:

      @Selçuk

      Das liegt daran, dass sie bereits auf der „türkenfreundlichsten“ aller Websites (fängt mit pi… an) verlinkt worden ist, natürlich mit entsprechender Aufforderung; das ist üblich und hat Methode bei denen, durch verlinken und gegenseitiges pushen Web-Umfragen und Kommentarbereiche zu sabotieren bzw. zuzumüllen.
      Scheint eine der bevorzugten Beschäftigungsthereapien von derlei Leuten zu sein, die -wie anzunehmen- nichts besseres anzufangen wissen mit Tag, Leben & Rechner …

    6. Kosmopolit sagt:

      Ich kann es nicht fassen! Scheinbar ist es für unsere türkischen Freunde kein Problem, wenn die türkische Presse ohne Hemmungen auf Deutsche eindrischt!
      Wenn ich mir da Ludwigshafen noch mal vornehme ( Frontal 21 ), […]

    7. emire sagt:

      Der Deutsche neigt gerne dazu,sein verbocktes auf andere abzuwälzen….

      Deutschland braucht seine Quten-Neger,jenige die aufmucken werden schnell diskreditiert.

      Immer sind andere Schuld,der Franzos,der Neger,der Brite,Dolchstoßlegende,Kommunisten,die Juden,die Sowjets,die Türken,die Behinderten,die Asozialen etc…etc.
      Deutschland stand lange im Schatten anderer Großmächte das macht natürlich empfänglich für selbstüberschätzung.
      […]

      Wer sich darin findet kann es behalten,jenige die sich darüber entrüsten,ist mir egal.

    8. ibo sagt:

      dt. Mainstream Medien sind witzig und einfach lächerlich gestrickt, siehe Bild, BZ usw…wie soll man denn sowas ernst nehmen?

      Wer nur Mainstream-Medien bezieht, ist einfach nur ferngesteuert und hat keine Meinung…

    9. Mehmet sagt:

      Wieso? Wer sagt das?

    10. Selçuk sagt:

      „Scheinbar ist es für unsere türkischen Freunde kein Problem, wenn die türkische Presse ohne Hemmungen auf Deutsche eindrischt!“

      Woher wollen Sie wissen, ob es für Ihre „türkischen Freunde“ kein Problem ist, dass es auch seitens der türkischen Presse Mist erzählt wird?


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