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Migration und Integration in Deutschland

Er [ein Paß] kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, 1940

Bildungswerk Kreuzberg

Journalisten-Ausbildung für Migranten

Das BildungsWerk in Berlin Kreuzberg (BWK) startet ab dem 1. September eine 15-monatige Journalisten-Ausbildung für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Das Auswahlverfahren wird in einer dreitägigen Veranstaltung im August durchgeführt. Interessenten sollen ihrer Bewerbung einen kurzen Essay über die journalistischen Berufe, Ihre Fähigkeiten für diese Berufe und Ihre Erwartungen an den Kurs hinzufügen.

Das Projekt „Bikulturelle crossmediale Fortbildung für junge Migranten“ wurde unter anderem mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Berliner Integrationsbeauftragten, der Agentur für Arbeit und der Europaausgaben der türkischen Zeitungen Hürriyet und Sabah sowie des Fernsehsenders ZDF und der Nachrichtenagentur DPA ins Leben gerufen.

„Vor zwei Jahren habe ich mal mit Journalisten im Kanzleramt zusammen gesessen und die haben geklagt: ‚Wir würden ja gerne mit mehr Kollegen mit Migrationshintergrund zusammenarbeiten, aber wir finden keine“, sagte Professor Ulrich Pätzold, einer der führenden Experten der Journalistenausbildung in Deutschland am 19. Mai beim Pressegespräch, das den Startschuss für unser Projekt „Bikulturelle Crossmediale Fortbildung für junge Migranten“ darstellte. Jeder fünfte in Deutschland Lebende habe eine Zuwanderungsgeschichte – doch nur etwa jeder fünfzigste Journalist. Folgen davon seien die allgemein fehlende Präsenz des Blicks von Migranten auf gesellschaftliche Themen und eine mitunter von Klischees geprägte Berichterstattung. „Vor diesem Hintergrund startet das BWK BildungsWerk in Kreuzberg nun eine journalistische Fortbildung für Medieninteressierte mit nichtdeutschem Kulturhintergrund“, so Pätzold.

Von September an sollen interessierte Abiturienten mit Medienerfahrung 15 Monate lang an Fortbildungen teilnehmen und praktische Erfahrungen bei verschiedenen Medienanstalten sammeln. Die Fortbildung wird über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanziert und soll vor allem arbeitsuchende Jugendliche ansprechen, die einen türkischen Migrationshintergrund haben. Nach einer neunmonatigen Theoriephase sollen die Teilnehmer sechs Monate lang bei verschiedenen Medienanstalten Praktika machen. Während dieser Zeit lernen die Jugendlichen die Arbeit in verschiedenen Medienbereichen kennen, darunter auch beim Rundfunk und Fernsehen. Für das Pilotprojekt sind 24 Teilnehmer vorgesehen, die in einem dreitägigen Auswahlerfahren bestimmt werden.

Infos und Bewerbung:
Uwe Schulte, BWK BildungsWerk in Kreuzberg, Cuvrystraße 34, 10997 Berlin
Tel. 030/617929-51, E-Mail: schulte@bwk-berlin.de

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, bezeichnete das Projekt als wegweisend für die Journalistenausbildung der Zukunft. „Genauso kann und sollte die breite Zusammenarbeit des BWK mit Medienhäusern und staatlichen Stellen als Vorbild für zukünftige Projekte dienen“, sagte Böhmer.

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  1. Medienvielfalt anders – auch bei der Heinrich-Böll-Stiftung werden seit zwei Jahren Journalist/innen mit Migrationshintergrund gefördert

    Mit ihrer gemeinsamen journalistischen Nachwuchsförderung ermöglichen die Heinrich-Böll-Stiftung, die tageszeitung taz, Radio 1 vom rbb, die Agentur Zum goldenen Hirschen und die Deutsche Welle interessierten jungen Migrantinnen und Migranten einen Einstieg in den Journalismus.

    Dieses Angebot bietet den Stipendiatinnen und Stipendiaten individuelle Förderung, Qualifizierung und einen erleichterten Zugang zu einer Medienkarriere. Die beteiligten Medienpartner gewinnen zukünftige Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten mit besonderen Qualifikationen und Fähigkeiten wie Mehrsprachigkeit oder Verständnis anderer Lebensstile und Kulturen. Dabei geht es den Projektpartnern nicht um Nischenjournalismus für migrationspolitische Themen, sondern um die Förderung eines qualifizierten Nachwuchses für alle Ressorts und Themen.

    Die Heinrich-Böll-Stiftung entwickelte ein studienbegleitendes Qualifizierungsprogramm im Modulsystem:
    Journalistische (handwerkliche) Kompetenz, z.B. Schreib-und Interviewtrainings, Text-, Video- und Hörfunkproduktion, Grafikdesign
    Themenworkshops zu Menschenrechten, Demokratie, Ökologie, Feminismus, internationaler Politik, Globalisierung etc.
    Seminare und Studienreisen (auch ins Ausland) zu medienpolitischen Themen, zu Fragen der journalistischen Ethik, der Pressefreiheit im deutschen und internationalen Kontext, zu journalistischer Praxis und Arbeitsbedingungen im internationalen Vergleich, Medienpolitik
    Vernetzung: Redaktionsbesuche bei den Kooperationspartnern und anderen Medien, Praktika bei den beteiligten Medienpartnern und – nach individueller Eignung – Volontariate

    Berufsziel Journalismus?

    Wir suchen talentierte Abiturienten und Studierende aus Einwandererfamilien beziehungsweise mit bi-nationaler oder bi-kultureller Herkunft, die Journalisten werden möchten. Abiturientinnen und Abiturienten möchten wir ermuntern, ein Studium mit dem Berufsziel Journalismus aufzunehmen. Sie können sich schon vor Aufnahme des Studiums bei uns für ein Stipendium bewerben. Wir freuen uns auch über Bewerbungen von Studierenden in der Anfangsphase des Studiums.

    Wir setzen voraus

    Berufsziel Journalismus
    Migrationshintergrund bzw. bi-nationaler oder bi-kultureller Hintergrund
    hervorragende Schul- beziehungsweise Studienleistungen
    gesellschaftspolitisches Engagement.
    erste Erfahrungen in der Medienarbeit, etwa bei einer Schüler- oder Studentenzeitung, im Bürgerradio oder in einer Agentur (belegt durch Arbeitsproben)
    Wir bieten

    Vermittlung von Praktika und Volontariaten bei Medienpartnern und in der Heinrich-Böll-Stiftung, ein monatliches Stipendium (wie Bafög elterneinkommensabhängig), ein studienbegleitendes Qualifizierungsprogramm (Veranstaltungen im Modulsystem, Studienreisen, Zugang zu Netzwerken).
    Ideelle Förderung: Beratung, Qualifizierung, Mitgestaltungsangebote, Kontakte mit vielen Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Ehemaligen der Heinrich-Böll-Stiftung aus dem In- und Ausland, Kontakte zu Medienschaffenden.

    Nächster Bewerbungstermin

    1. September 2009 (Poststempel)

    Die Ausschreibungen werden in 2010 halbjährlich wiederholt.

    Bewerbungsmodalitäten

    Es gelten die allgemeinen Bewerbungsvoraussetzungen und -formalitäten für Studierende. Bitte informieren Sie sich unter Stipendien & mehr darüber, welche Bewerbungsunterlagen Sie einreichen müssen.

    Das Fachgutachten, das über die schulischen Leistungen Aufschluss gibt, kann von einer Lehrerin oder einem Lehrer vorgelegt werden.

    Sollte Ihnen das Abiturzeugnis zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht vorliegen, reichen Sie bitte die drei letzten Zeugnisse ein.

    Bitte beachten Sie: Interessentinnen und Interessenten für dieses Journalismusprogramm können sich bereits vor Beginn des Studiums bei uns bewerben. Sie müssen zum Zeitpunkt der Bewerbung mindestens in der Abschlussklasse sein und sich zum nächstmöglichen Zeitpunkt nach Beendigung der Schule an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule oder Fachhochschule in Deutschland immatrikulieren. Planen Sie vor Aufnahme des Studiums ein Freiwilliges Ökologisches oder Soziales Jahr etc. oder müssen Sie Wehr(ersatz)dienst leisten, empfiehlt sich eine Bewerbung erst gegen Ende dieser Tätigkeit; die Bewerbung sollte so aktuell wie möglich sein.

    Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an:
    Bärbel Karger
    Telefon 030.285 34-400
    E-Mail: karger@boell.de



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    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...