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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Maria Böhmer

Die jungen Migranten sind die Fachkräfte der Zukunft

„Junge Migranten sind die Fachkräfte der Zukunft- mit großen Potenzialen. Deshalb sollten sie verstärkt eine Chance für eine Ausbildung bekommen.“ Das erklärte Staatsministerin Maria Böhmer vergangene Woche nach der Sitzung des Ausbildungspakt-Lenkungsausschusses in Berlin.

„Gerade in diesen schwierigen Zeiten dürfen wir die jungen Migranten nicht aus den Augen verlieren. Sie dürfen nicht die Verlierer der Wirtschaftskrise sein. Ihre Ausbildung kommt allen zu Gute: Die Jugendlichen erhalten eine Chance für eine erfolgreiche Zukunft. Und die Unternehmen selbst profitieren langfristig von dem Können ihrer eigenen Fachkräfte. In der Globalisierung sind Potenziale der Migranten wie Mehrsprachigkeit und kulturelles Wissen große Vorteile für die Unternehmen- gerade in der Wirtschaftskrise“, erklärte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.

Viele Betriebe setzten bereits auf Vielfalt. „Ihnen und den Pakt-Partnern danke ich ausdrücklich für ihr Engagement. Besonders hervorheben möchte ich den großen Einsatz des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Er setzt sich sehr für die berufliche Ausbildung von jungen Migranten ein“, betonte Böhmer. „Trotz aller geleisteten Anstrengungen: Wir müssen noch stärker die Ärmel hochkrempeln. Unser Ziel ist es, die Trendwende bei der Ausbildungsbeteiligung von jungen Migranten zu erreichen. Noch haben sie es deutlich schwerer als gleichaltrige Einheimische, einen Ausbildungsplatz zu finden.“ Das belege der bundesweit erste „Integrations-Indikatorenbericht“. Danach absolvierten 2007 in der Gruppe der 18-21-Jährigen nur 23,9 Prozent der ausländischen Jugendlichen eine Ausbildung. Bei den Einheimischen dieser Altersgruppe waren es mehr als doppelt so viele, nämlich 57,6 Prozent.

„Damit der Übergang von der Schule in den Beruf gelingt, muss jeder seinen Beitrag leisten. An die Wirtschaft appelliere ich, bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen Migranten besonders zu berücksichtigen. Doch auch die Jugendlichen selbst müssen sich einbringen. Besonders wichtig ist es, eine Ausbildung auch durchzuhalten. Wer sich anstrengt, kann den sozialen Aufstieg in unserem Land schaffen. Und wer nicht direkt eine Ausbildung in seinem Traumjob bekommt, sollte Alternativen prüfen“, appellierte Staatsministerin Böhmer.

Doch auch die Eltern müssten mitwirken. „Sie haben die Verantwortung für ihre Kinder. Es muss allen klar sein: Bildung und Ausbildung haben einen hohen Stellenwert in Deutschland. Ich fordere die Eltern auf: Verzichten Sie nicht auf eine qualifizierte Ausbildung ihrer Kinder, nur, damit diese schneller Geld verdienen. Das ist garantiert der falsche Weg. Eine gründliche Ausbildung ist die bessere Lösung- und verspricht auch langfristig größere Verdienstchancen.“

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10 Kommentare
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  1. Unbequemer sagt:

    Mit Verlaub – aber das sind doch alles Allgemeinplätze. Nur Schönwetterreden – so kommen wir nicht weiter. Nein – wenn man nach Berlin Neukölln schaut, bekommt man Zweifel, ob das alles so erstrebenswert ist. Deutschlands Ausländerpolitik steckt in einer tiefen Kriese: Zuviele Einwanderungen ins Sozialnetz, zuviel Gewalt, zuviel unverträgliche Kulturunterschiede. Da nützt gesundbeten nicht – es schadet. Das beste wäre möglichst schnell eine sachliche Analyse der Problematik und entsprechendes Handeln – auch wenn Deutschland sich dabei wieder mehr auf sich besinnen muß. Ich bin gegen Ausländerhaß, ich bin gegen Gewalt, aber ich bin auch der Meinung, in Deutschland müssen primär deutsche Interessen zählen.

  2. Roi Danton sagt:

    Nein, sind sie nicht.
    Junge Migranten (Die Frau meint wie immer Türken und Araber) sind nicht zwangsläufig die Fachkräfte der Zukunft.
    ICH bin nicht die Fachkraft der Zukunft, und ich bin deutsch bis in die X-te Generation.
    Ich wuchs mit meinen zwei jüngeren Geschwistern im Norden Kölns auf und wechselte nach der Grundschule direkt auf die Hauptschule, die ich solala abschloß.
    Danach begann ich eine Lehre als Autolackierer im Kölner Süden.
    Die habe ich auch beendet, was mich aber kein Stück weiterbrachte.
    Seit 26 Jahren arbeite ich mit einigen Unterbrechungen als Auslieferungsfahrer und das gerne.

    Was will ich damit sagen?

    Wenn schon soviele Deutsche Ihre tatsächlichen Potentiale nicht nutzen, wozu brauchen wir dann abertausende Orientalen, die ihre gar nicht vorhandenen obendrein noch nicht mal nutzen wollen?

    WOZU?

  3. Hans Schneter sagt:

    Sie ist halt eine Träumerin, die Frau Böhmer….

  4. ibo sagt:

    das kann ich dir gerne erklären…

    Man Vorteile für die Wirtschaft z.B. ganz simpel durch Ethno-Marketing.
    Man ist sich leider immer noch nicht der Kaufkraft aller Migranten bewusst.

    Wenn auch etwas spät, setzen immer mehr Firmen, aus allen Wirtschaftszweigen, auf Ethnomarketing.
    Deutsche Bank, AOK, Siemens, Mediamarkt, VW. Porsche, E-Plus, Mercedes, Deutsche Bank usw.!

    Migranten transferieren Geld in Ihre Heimat , stärken die Wirtschaft der neuen Heimat und auch die der alten.
    Sie sind mindestens zweisprachig und fördern bilaterale Wirtschaftsbeziehungen mit positivem Effekt für deutsche Unternehmen im Ausland. Dies ist z.B. auch ein wichtiger Eckpfeiler des Exportweltmeistertitels Deutschlands.

    Auch Nicht-Fachkräfte, ganz normale Migranten haben positive Effekte für die Wirtschaft.
    Die für viele witzige Dönerindustrie erwirtschaftet in Europa mehr Umsatz als Burger King und McDonalds.

    Sei nicht pessimistisch, wer hochhinaus will, muss auch etwas dafür tun.

  5. Krause sagt:

    An Alle, seien sie nicht so negativ. Deutschland (Staat, Gesellschaft, Wirtschaft) muss seine ganze Kraft in die Ausbildung junger Migranten stecken, und zwar aus folgenden Gründen:

    – Demographie, bald fehlen uns die Fachkräfte
    – Finanzierung des Sozialstaates, werden Sie nicht ausgebildet, landen die Jugendlichen H4 statt ihn zu finanzieren
    – Gesellschaftlicher Friede, Menschen, die arbeiten, machen keinen Stress
    – Bildung ist ein Wert an sich.

    Die vorgenannten Gründen gelten selbstredend auch für das deutsch-stämmige Prekariat, wo sich analoge Frage stellen.

  6. […] bitteres Geständnis ZAMAN räumt den Worten von Maria Böhmer Raum ein, die anlässlich des Ausbildungspakt-Lenkungsausschusses in Berlin zugestanden hatte, dass […]

  7. Roi Danton sagt:

    @ibo
    […]
    Dann kommt der unvermeidliche Denkfehler:
    Eine Million Dönerbuden machen gemeinsam mehr Umsatz als McDonalds und Burger King zusammen.
    Ja, aber locker.
    Nur gehören diese millionen Dönerbuden millionen Kleinstunternehmer, doch McDonalds und Burger King sind multimilliarden Dollar Konzerne.

    Ich lasse Dir dein `hoch hinaus´ , doch ahne ich, wohin Du hinaus willst.

  8. ibo sagt:

    In einer Dönerbude arbeiten max. 1-3 Personen, in einer Burgerking oder McDonalds Filiale mind. 5 bis 25 je nach Tageszeit. Wieviele Filialen die wohl auch noch haben?

    Gemessen an Arbeitskräften und Steuerzahlungen ist es doch erstaunlich, dass diese kleinen Mini-Unternehmer den großen Paroli bieten können. […]

  9. Erkan sagt:

    Krause

    besser hätte ich es nicht formulieren können. Genau auf den Punkt gebracht…bravo

  10. Fikret sagt:

    Und so werden die Fachkräfte der Zukunft behandelt. Wenn ich Jung wäre würde ich mit meinem Fachwissen wo anders hin wandern ( bloß nicht nach Deutschland). Sie beuten die Leute aus und dazu noch meckern…



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