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Migration und Integration in Deutschland

[Die Verhinderung der Sesshaftmachung] würde den Vorteil haben, dass das Interesse an einer Familienzusammenführung zurückgeht und damit uns erheblich geringere Infrastrukturkosten entstehen würden.

Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Österreich

„Wir müssen raus aus der Negativdebatte“

„Ausländer und Migranten werden immer nur als Problem und als Defizitbringer betrachtet, das ist ein negatives Signal an die Leute.“ Das beklagte Alev Korun, Migrationssprecherin der Grünen in Österreich in einer Reportage mit der Tageszeitung „Die Presse“. Die Innenministerin solle nicht nur die Probleme benennen, sondern in der Öffentlichkeit auch die Potenziale der Zuwanderer ansprechen. Es sei „ganz zentral“, aus der „Negativdebatte“ auszusteigen. Eine Kampagne, in der erfolgreiche Migranten vorgestellt werden, könnte zu einem Stimmungsumschwung in der Bevölkerung führen, meint Korun.

DATUM5. Mai 2009

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RESSORTPolitik

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Unterstützung bekommt sie dabei aus Deutschland. In Duisburg findet seit gestern die diesjährige Bundeskonferenz der Integrations- und Ausländerbeauftragten statt. Einig sind sich die Integrationsbeauftragten darin, dass es niemandem nutze, wenn man positive und negative Beispiele von Integration gegeneinander ausspiele. „Im Gegenteil“, sagt Leyla Özmal, Integrationsbeauftragte der Stadt Duisburg und Gastgeberin der Konferenz in einem Gespräch mit der WAZ, „wir müssen positive Beispiele heranziehen“. Damit nehme man Migranten die Angst und vermittle ihnen Selbstbewusstsein.

Auch dürfe man Migranten nicht nach ethnischer Zugehörigkeit aufteilen und „behaupten, dass alle sich ganz toll integrieren, nur die Türken nicht, das hat uns bei unserer Arbeit doch sehr geschadet“, sagt Özmal mit Blick auf die Integrationsstudie des Berlin-Instituts. Insbesondere die Aufarbeitung der Studie in den Medien sei nicht objektiv gewesen.

Integration sei mithin auch keine Frage der Moral erklärt Günter Schwibbe, Integrationsbeauftragter der Stadt Hamm. Es sei vielmehr eine Frage von Teilhabe an der Gesellschaft: „Migranten müssen im gleichen Maße, in dem sie in der Bevölkerung vertreten sind, am gesellschaftlichen Leben teilhaben“, so Schwibbe gegenüber der WAZ. Das könne man sogar statistisch messen. „Teil haben und teil werden – das eine folgt auf das andere“, sagt auch Klaus Schmitz, Integrationsbeauftragter von Mönchengladbach und bezeichnet Chancengleichheit als Voraussetzung für Integration.

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