Zwei Neonazis verabreden sich im Chat zu einen Brandanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft. Die Polizei durchsucht ihre Wohnungen und lässt sie laufen. Am nächsten Tag ist einer der Verdächtigen mit einem Benzinkanister unterwegs. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen fordert unabhängige Untersuchung.
Zehn Morde, drei Bombenanschläge, rassistische Ermittlungen, ein Verfassungsschützer am Tatort und vernichtete Akten: Vor 15 Jahren flog der NSU auf. Strafprozesse und 15 Untersuchungsausschüsse haben das Ausmaß des Versagens offengelegt. Doch die eigentliche Schande liegt woanders. Von Ekrem Şenol
Drei Kinder werden in einer Straßenbahn rassistisch beleidigt, ein Helfer mit einer Glasflasche verletzt. Anderswo werden Familien angegriffen, jüdische Menschen bedroht und rechtsextreme Parolen an Schulen geschmiert. Der MiGAZIN-Blaulichtreport zeigt, wie Hass und Gewalt im Oktober 2026 sichtbar wurden.
Nach dem rassistischen Anschlag bei Paris legen Ermittler neue Erkenntnisse zum Motiv und politischen Umfeld des Verdächtigen vor. Seine Begründung für die Wahl des Tatorts erinnert an die Rhetorik des rechtsextremen Rassemblement National. Die Funde in seiner Wohnung verschärfen die Debatte über politische Verantwortung.
Die Nationalversammlung gedenkt der Opfer von Trappes. Wenige Minuten später liefern sich Abgeordnete und Regierung heftige Wortgefechte. Die Auseinandersetzung dreht sich um politische Verantwortung für rassistische Hetze und den bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf. Von Chloé Rouveyrolles-Bazire, Lucie Aubourg
it Sicherheitskonzepten, verschlüsselter Kommunikation und neuen Finanzierungsstrategien bereiten sich französische Hilfsorganisationen auf einen möglichen Machtwechsel vor. Sie fürchten Einschränkungen ihrer Arbeit und eine Zunahme rechtsextremer Übergriffe. Von Estelle Emonet
Jahrelang bestritt Beate Zschäpe, von den NSU-Morden gewusst zu haben. Inzwischen hat sie ihre Darstellung geändert - und sich von der rechtsextremen Ideologie distanziert. Das Gericht erkennt dies an. Für eine vorzeitige Haftentlassung reicht das aber nicht. Opfer-Angehörige vermuten ein taktisches Manöver hinter Zschäpes Reue.
Brandenburgs Innenminister Redmann sieht in der Gewalt migrantischer Jugendlicher ein Zeichen gescheiterter Integration. Bei rechtsextremen Jugendlichen findet er andere Erklärungen. Das wirft Fragen auf. Von Sedat Dursun
Nach der tödlichen Schussattacke bei Paris verdichten sich die Hinweise auf ein rassistisches Motiv. Der Täter soll gezielt auf Schwarze und Araber geschossen haben. Macron spricht von Terror, französische Grüne beklagen Doppelmoral. Aus Deutschland gibt es bislang keine Reaktionen.
Rassistische Hetze, antisemitische Witze, strafbare Inhalte in WhatsApp-Chats: Dem Bundesverwaltungsgericht reicht das nicht für einen Verstoß gegen die Verfassungstreuepflicht. Entscheidend sei die innere Gesinnung. NRW ist ratlos: „Das ist so unsäglich.“