Rund 1,1 Millionen Schüler in NRW haben Migrationserfahrung. Ihr Anteil liegt inzwischen bei 44,6 Prozent und ist damit gegenüber dem vorherigen Schuljahr erneut leicht gestiegen. Zwischen Coesfeld und Gelsenkirchen liegen allerdings fast 40 Prozentpunkte.
Immer weniger Migranten fühlen sich von deutschen Parteien angesprochen und repräsentiert. Besonders ausgeprägt ist das bei Wahlberechtigten mit familiären Wurzeln in der Türkei, Nahost, Nordafrika, Afghanistan und Pakistan. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Von Anne-Béatrice Clasmann
Die Brandmauer steht offiziell noch, praktisch werden dahinter längst Türen geöffnet. Während die AfD bekämpft werden soll, übernehmen etablierte Parteien Teile ihrer Rhetorik und Politik – besonders bei Migration und Asyl. Von Kiflemariam Gebre Wold
Steuerkürzungen und zusätzliche Sozialleistungen: Das IWH sieht allein im AfD-Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt eine Finanzierungslücke von mindestens 2,2 Milliarden Euro jährlich. Auch die Fahkräfte-Politik der AfD sei angesichts des Arbeitskräftebedarfs unrealistisch. Eine migrationsfeindliche Atmosphäre könne Ärzte, Pflegepersonal und andere Beschäftigte abschrecken. Von Mathias Heine
Anderthalb Wochen vor der Abstimmung in Sachsen-Anhalt schließen zahlreiche von Migranten geführte Geschäfte in Magdeburg für mehrere Stunden. Die Aktion richtet sich gegen Rassismus und reagiert auf die hohen Umfragewerte der AfD vor der Landtagswahl.
Die Zahl ausländischer Beschäftigter in Sachsen wächst, doch Gleichbehandlung hält nach Einschätzung des DGB nicht Schritt. Die Gewerkschaft berichtet von niedrigeren Löhnen, Problemen beim Kündigungsschutz und nicht gemeldeten Arbeitsunfällen und fordert ein Ende der Diskriminierung.
Rund 1.000 Euro verdienen vollzeitbeschäftigte Migranten pro Monat weniger. Die AfD meint, Einwanderer drückten auf die Löhne. Forschung und Bundesagentur verweisen darauf, dass Eingewanderte häufiger in schlechter bezahlten Branchen und Positionen arbeiten.
Wer Müll falsch trennt, kennt womöglich schlicht die örtlichen Vorgaben nicht. Trotzdem wird Alltagswissen häufig vorausgesetzt. Eine Einwanderungsgesellschaft braucht verständliche Regeln dort, wo Menschen sie tatsächlich benötigen – auch am Müllplatz.
Aus Sorge vor der Politik der AfD wollen migrantische Gewerbetreibende in Sachsen-Anhalt am 26. August ihre Geschäfte schließen. Zahlreiche weitere gesellschaftliche Bündnisse formieren sich vor der Wahl in Sachsen-Anhalt gegen eine mögliche AfD-Alleinregierung.
In Deutschland herrscht Bildungsungleichheit. Der Verein „Tausche Bildung für Wohnen“ fördert Kinder aus benachteiligten Vierteln. Die Idee aus Duisburg wächst und wächst. Von Yuriko Wahl-Immel