Hans-Thomas Tillschneider sollte am Jahrestag des rechtsextremen Anschlags in Halle das Parlament vertreten. Doch vor der Synagoge bildeten Studierende eine Menschenkette und ließen ihn nicht rein. Ein Blick auf seine ältere Reden erklärt den Protest.
Shida Bazyar hat mit ihrem Roman Die Lücken den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen. Sie erzählt von jüdischen Familien, die aus einer Kleinstadt verschwinden, und von Bewohnern, die ihre Mitverantwortung verdrängen. Jahrzehnte später: Wiederholt sich die Geschichte? Ein hochaktueller Roman. Von Edgar Pocius
Nach den jüngsten AfD-Wahlerfolgen verlangen Migranten- und Minderheitenverbände verlässlicheren Schutz. Die BKMO bringt Umzugshilfen und Länderwechsel ins Spiel. Ataman und Knobloch drängen auf ein Verbotsverfahren.
Toni Heilmaier besuchte eine Schülerausstellung in seinem Münchner Stadtteil. Dort begegnete ihm unerwartet das Bild seiner Großmutter – und mit ihm eine Familiengeschichte, die jahrzehntelang im Verborgenen geblieben war. Von Britta Schultejans
Eine neue Sammlung von Yad Vashem versammelt frühe Briefe jüdischer Überlebender nach 1945. Sie erzählen von Befreiung, Trauer, familiärem Verlust, seelischer Leere und der schwierigen Frage, ob und wo ein neues Leben beginnen konnte. Von Verena Schmitt-Roschmann
Menschen mit Migrationsgeschichte und andere Minderheiten fürchten nach dem Wahlergebnis um ihre Sicherheit und Zugehörigkeit. Beratungsstellen und Verbände verlangen Schutzgarantien, verlässliche Förderung und eine klare Abgrenzung der demokratischen Parteien von der AfD.
Deutschland ermöglicht Nachkommen von Menschen, denen die Nazis die Staatsangehörigkeit entzogen, die Einbürgerung. In New York nahmen mehrere Juden ihre Urkunden entgegen – als späte Rückverbindung zu einer geraubten Zugehörigkeit. Von Anne Pollmann
Die dokumentierten Fälle reichen vom Angriff vor einem Gebetsraum bis zur Gewalt gegen einen Schüler. 335 Meldungen zeigen, wie schnell jüdische Sichtbarkeit auf Straßen, in Schulen oder bei Versammlungen zur Gefahr werden kann. Von David Nau
Ein 23-jähriges CDU-Mitglied aus Krefeld fantasiert in einem Video über Gewalt gegen Muslime. Staatsanwaltschaft und Staatsschutz prüfen Volksverhetzung, die Partei leitet ein Ausschlussverfahren ein. In sozialen Medien wird der Umgang etablierter Parteien mit Rassismus hinterfragt.
In Buchenwald ließen die Nazis Häftlinge Fußball spielen und nutzten den Sportplatz als Kulisse vermeintlicher Normalität. Eine Online-Ausstellung erinnert an jüdische Spieler, verfolgte Profis und die tödliche Realität hinter der Inszenierung. Von Matthias Thüsing