Eine Maschine mit rund 30 ausreisepflichtigen Afghanen startete in Leipzig/Halle Richtung Kabul. Die Bundesregierung setzt damit auf direkte Vereinbarungen mit den Taliban. Pro Asyl hält Abschiebungen nach Afghanistan grundsätzlich für völkerrechtswidrig.
Das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem ist in Kraft. Innenminister Dobrindt spricht von Kontrolle und Klarheit, Kirchen und Menschenrechtsorganisationen warnen vor mehr Abwehr und weniger Schutz für Asylsuchende.
Die Zahl der Geflüchteten und Vertriebenen ist laut UNHCR erstmals seit einem Jahrzehnt gesunken. Ende 2025 waren weltweit 117,8 Millionen Menschen betroffen – viele Rückkehrer leben jedoch unter schweren und unsicheren Bedingungen.
Die Zahl der Asylanträge in Europa ist auf den niedrigsten Stand seit 2021 gesunken. Gleichzeitig bereiten sich die Mitgliedstaaten auf neue EU-Asylregeln, Grenzverfahren und das Eurodac-Register vor. Ziel: Senkung der Asylzahlen.
Die politisch motivierte Kriminalität erreicht 2025 mit knapp 86.000 Delikten einen neuen Höchststand. Etwa die Hälfte ist rechtsextrem motiviert; rechte Gewalttaten steigen auf knapp 1.600 und sind laut BKA oft rassistisch geprägt. Von Corinna Buschow
Claim hat in Berlin 975 antimuslimische Vorfälle dokumentiert, mehr als 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Betroffene erleben Angriffe und Diskriminierung im Alltag. Die Organisation sieht die Politik in der Verantwortung.
Der WDR benennt Cosmo in 1Live Street um und bündelt viele mehrsprachige Angebote neu. Kritiker sehen darin den Rückbau eines Radioprogramms, das kulturelle Vielfalt und Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft abbilden sollte.
Viele Berliner mit Migrationsgeschichte fahren täglich mit Bus und Bahn – und sahen dort zuletzt Werbung für das rechtspopulistische Portal „Nius“. Nach Protesten zieht die BVG nun die Reißleine.
Italienische Behörden haben zivile Rettungsschiffe in dreieinhalb Jahren für insgesamt 1.075 Tage festgesetzt. Die Justice Fleet sieht darin eine gezielte Behinderung der Hilfe für Geflüchtete auf dem Mittelmeer.
Die EU-Kommission hält Deutschlands verlängerte Grenzkontrollen für unzureichend begründet. Innenminister Alexander Dobrindt verteidigt sie dennoch als Erfolg seiner „Migrationswende“ und will an der Linie festhalten.