Antiziganismus ist in Deutschland und Europa kein Randproblem, sondern wieder sichtbarer Alltag. Zum Welt-Roma-Tag warnen Zentralrat und Bundesregierung vor wachsender Feindseligkeit, Gewalt und massiven Defiziten bei Aufklärung und Bildung.
Ohne ausländische Saisonarbeitskräfte läuft auf vielen Feldern wenig. Umso härter wiegt, was Gewerkschaft und Beratungsstellen dokumentieren: Lohnabzüge, Mietwucher, Akkorddruck und ein Kontrollniveau, das weiter sinkt.
NRW will Diskriminierung endlich auch im staatlichen Handeln bekämpfen. Ein neues Gesetz soll diese Schutzlücke schließen. Doch der Entwurf kneift ausgerechnet an der entscheidenden Stelle: im behördlichen Alltag. Von Ekrem Şenol
Antisemitische Parolen, Besetzungen, Angriffe: Der Nahost-Konflikt entlädt sich auch an Berliner Unis. Ein Student fühlt sich nicht mehr sicher und zieht vor Gericht. Seine Klage ist unzulässig, erklärt der Richter.
Rassismus ist in Deutschland kein Ausrutscher am Rand, sondern tief im Alltag verankert – offen, subtil und oft erschreckend selbstverständlich. Eine neue Studie zeigt, wie hartnäckig entmenschlichende Denkmuster sind und wie sehr sie Vertrauen, Zusammenhalt und Demokratie beschädigen. Von Martina Herzog
Frauenfeindliche Sprüche in der Teeküche, AfD-Wahlwerbung an der Pinnwand: Wenn rechte Parolen, Menschenverachtung und Einschüchterung in den Arbeitsalltag einsickern, geht es nicht mehr um Meinung, sondern um Schutz, Würde und klare Grenzen. Von Christina Neuhaus
Das Berliner Gesetz für mehr Teilhabe gerät unter Verfassungsverdacht, weil es Bewerber ohne Einwanderungsgeschichte benachteiligen soll. Die Justizsenatorin will das ändern. Offen bleibt die Frage, wie Bewerber mit Migrationserfahrung fair behandelt werden sollen.
Die Politik wirbt um Zuwanderung, spart aber bei deren Kindern. In Kitas fehlen Personal, Plätze und Förderung. So beginnt Teilhabe für viele mit einem staatlich organisierten Fehlstart. Dabei haben Kitas das Potenzial als Integrationsmotor. Von Johannes Brandstäter
Gut jeder achte Mensch in Deutschland sieht sich von Diskriminierung betroffen. Besonders häufig erfahren Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen mit Kopftuch und Angehörige sexueller Minderheiten Benachteiligungen, wie eine großangelegte Befragung zeigt.
Am Weltfrauentag geht es oft um Quoten und Lohnlücken. Fast vergessen ist: Einen entscheidenden Kampf um gleiche Bezahlung in Deutschland führten migrantische Arbeiterinnen am Fließband – gegen ein System, das sie kleinhalten, billig entlohnen und unsichtbar machen wollte. Von Dr. Soraya Moket