Mehr Therapieplätze sind wichtig, lösen aber nicht jede Hürde. Eine Psychologin an einer Schule in Berlin-Neukölln über Scham, soziale Herkunft, Migrationserfahrungen – und darüber, warum Hilfe nicht immer als Hilfe erlebt wird. Von Esma Coşgun
Beschimpfungen auf der Straße, Benachteiligungen im Beruf und Ausgrenzung in der Schule: Medar NRW hat für das Jahr 2025 insgesamt 104 antimuslimische Vorfälle dokumentiert. Besonders häufig betroffen waren Frauen. Die Meldestelle geht von einem großen Dunkelfeld aus.
Die Bundespolizei darf an Bahnhöfen künftig Menschen ohne konkreten Verdacht kontrollieren und durchsuchen. Wen sie aus der Menge auswählt, bleibt weitgehend ihr überlassen. Für Menschen, die als nicht deutsch wahrgenommen werden, kann die Kontrolle besonders weitreichende Folgen haben – bis hin zur Abschiebungshaft. Von Sedat Dursun
An den Grenzen soll die Bundespolizei unerlaubte Einreisen verhindern. Doch immer wieder berichten Betroffene, sie würden nicht wegen ihres Verhaltens kontrolliert, sondern wegen ihres Aussehens. Der Polizeibeauftragte des Bundes sieht Handlungsbedarf.
Herkunftsbedingte Benachteiligung wirkt wie Gift für politische Bindung. Ein SVR-Befund zeigt besonders in der zweiten Generation deutlich: Wer Ungleichbehandlung erlebt, vertraut Bundestag und Bundesregierung seltener – ein Risiko für die demokratische Kultur.
Das Hotel berief sich auf Hygiene, konnte diese Begründung aber nicht stützen. Für das Gericht blieb ein anderes Motiv entscheidend: Die muslimischen Gäste wurden wegen ihrer religiös geprägten Kleidung diskriminiert. Für die Tourismusbranche hat der Fall Signalwirkung.
Bunte Werbung kann Rassismus nicht überdecken, wenn Ausschluss im Alltag weiter wirkt. Die Frage ist nicht, wer im Spot vorkommt, sondern wer Wohnungen bekommt, befördert wird und Entscheidungen trifft. Von Kiflemariam Gebre Wold
Bleiben scheitert am Staat: Komplizierte Visaverfahren und schwer erreichbare Behörden treiben Eingewanderte aus Deutschland. Auch mangelnde Karriereunterstützung und Diskriminierung schwächen die Bereitschaft, zu bleiben. Von Gundula Haage
Trotz Fachkräftemangels arbeiten viele Zugewanderte unterhalb ihrer Qualifikation. Laut einer Bertelsmann-Studie verdienen ausländische Beschäftigte im Schnitt 19,6 Prozent weniger – auch wegen Sprachhürden, Bürokratie und Diskriminierung. Von Katrin Nordwald
Einbürgerungsfeiern sollen neue Staatsangehörige willkommen heißen und Zugehörigkeit sichtbar machen. Ein neuer SVR-Policy Brief zeigt jedoch: Werden Feiern zur Pflicht, können sie auch Entfremdung auslösen.