Um mehr Menschen nach Afghanistan abschieben zu können, erlaubt die Bundesregierung weiteren Vertretern der Taliban die Einreise. Sie sollen unter anderem Identitäten bestätigen und Dokumente ausstellen, die von den Machthabern in Kabul anerkannt werden. Eine umstrittene Praxis.
Deutschland und weitere EU-Staaten prüfen Zentren für abgelehnte Asylsuchende in Ruanda. Menschenrechtler warnen vor Kettenabschiebungen. Auch Oppositionelle im Land kritisierten das Vorhaben und die Verlagerung migrationspolitischer Verantwortung nach Afrika.
Rudabeh lernt Deutsch, sucht Arbeit und plant in Deutschland ihre Zukunft. Gleichzeitig entscheidet eine von den Taliban beeinflusste Botschaft über den Pass ihrer Familie. Gleichzeitig wächst die Sorge vor Abschiebungen. Von Irene Dänzer-Vanotti
Jahrzehntelang reisten Deutsche mit dem Gefühl, Effizienz und Pünktlichkeit erfunden zu haben. Heute warten anderswo taktgenaue Züge, stabiles Internet und Kartenzahlung – während zu Hause Funkloch und Verspätung grüßen. Der alte Musterschüler entdeckt im Urlaub eine ungewohnte Rolle. Von Christoph Driessen
Großbritannien investierte rund 700 Millionen Pfund in sein gescheitertes Ruanda-Projekt, ohne einen Menschen auf Grundlage des geplanten Verfahrens abzuschieben. Nun verhandeln Deutschland und weitere EU-Staaten erneut über Zentren in dem ostafrikanischen Land.
Was in Ceuta geschah, ist mehr als eine Grenzkrise. Es war ein Stresstest für Europas Rechtsordnung: Und sie ist krachend zusammengebrochen. Ceuta zeigt, wie weit der migrationspolitische Rechtsruck inzwischen reicht. Von Valeria Hänsel und Kerem Schamberger
Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban ist die menschenrechtliche und humanitäre Lage in Afghanistan dramatisch. Entwicklungsministerin Alabali Radovan verspricht Hilfe – zugleich wächst die Kritik an Abschiebungen in das Land. Amnesty appelliert an die Bundesregierung.
Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban verschärft Deutschland seine Afghanistan-Politik. Schutzquoten für afghanische Männer sinken drastisch, Aufnahmezusagen werden infrage gestellt und Abschiebungen ausgeweitet – obwohl sich die Lage im Land nicht verbessert hat. Von Helen Rezene
Deutschland ermöglicht Nachkommen von Menschen, denen die Nazis die Staatsangehörigkeit entzogen, die Einbürgerung. In New York nahmen mehrere Juden ihre Urkunden entgegen – als späte Rückverbindung zu einer geraubten Zugehörigkeit. Von Anne Pollmann
Die Islamische Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina bestimmt ein neues Oberhaupt. Der künftige Reis-ul-ulema könnte zu einer unabhängigen muslimischen Stimme Europas werden – und auch die Entwicklung bosniakischer Gemeinden in Deutschland prägen. Von Erdin Kadunic