Im tschadischen Adré versorgen sudanesische Geflüchtete andere Geflüchtete in einer improvisierten Klinik, geben Unterricht und bieten Traumahilfe an. Weil UN-Hilfen gekürzt werden, wird Selbstorganisation zur Überlebensstrategie. Von Bettina Rühl
Die Brexit-Kampagne versprach weniger Migration und mehr Souveränität. Zehn Jahre nach dem Referendum steht Großbritannien vor neuen Fluchtrouten, hohen Zuwanderungszahlen und einem Rechtspopulismus, der aus den ungelösten Folgen weiter politisches Kapital schlägt. Von Christoph Meyer, Patricia Bartos und Jan Mies
Südafrika gilt als wichtigstes Zielland für Arbeitsmigration im südlichen Afrika. Doch fremdenfeindliche Mobilisierung treibt Hunderte Simbabwer in Kapstadt vor das Konsulat – aus Angst und mit der Bitte um Rückkehrhilfe.
Nach westlichen Kürzungen fehlt vielen afrikanischen Gesundheitssystemen Geld. Die Trump-Regierung bietet nun Hilfen an, verlangt dafür aber Gesundheitsdaten, Einfluss auf Prioritäten und teils Zugeständnisse bei Rohstoffen. Von Helena Kreiensiek
Die Schweiz hat die 10-Millionen-Initiative der rechtskonservativen SVP mit rund 55 Prozent abgelehnt. Der Vorstoß hätte Zuwanderung, Asyl, Familiennachzug und letztlich auch die EU-Freizügigkeit begrenzen können.
In Rom haben Tausende Rechte und Rechtsextreme unter dem Motto „Remigration und Rückeroberung“ demonstriert. Zugleich gründete Roberto Vannacci seine Partei Futuro Nazionale – rechts von Meloni, mit harter Migrationspolitik und nationalistischer Parole.
Belgien prüft, verurteilte Menschen ohne Aufenthaltsrecht in ausländischen Gefängnissen unterzubringen. Die Regierung sucht Entlastung für einen überfüllten Strafvollzug, in dem Häftlinge teils auf Matratzen am Boden schlafen. Von David Hammersen
Randalierer setzten in Belfast Autos und Häuser in Brand und skandierten islamfeindliche Parolen. Ein Angriff, für den ein Geflüchteter aus dem Sudan angeklagt wurde, diente als Vorwand für Gewalt gegen ganze Communities. Von Patricia Bartos und Christoph Meyer
Der somalische Schiedsrichter Omar Artan sollte bei der Fußball-WM pfeifen, wurde in Miami aber abgewiesen. Kritiker sehen darin ein Warnsignal: Trumps Einreiseregeln treffen vor allem Länder Afrikas und des Globalen Südens.
Ausländer sind in der Politik beliebt, weil sie oft als Erklärung für komplexe Probleme herhalten. Orbans Nachfolger Peter Magyar führt in Ungarn gerade vor, wie aus Arbeitsmarktproblemen und Lohndruck eine scheinbar einfache Migrationsfrage wird.