723.000 Fachkräfte könnten 2029 fehlen – und der Mangel trifft ausgerechnet zentrale Bereiche des Alltags. Verkauf, Kinderbetreuung, Pflege, Bau und Industrie stehen vor großen Lücken. Besonders brisant: Auch mehr Zuwanderung wird den demografischen Effekt wohl nicht vollständig ausgleichen.
Menschen mit Migrationsgeschichte und andere Minderheiten fürchten nach dem Wahlergebnis um ihre Sicherheit und Zugehörigkeit. Beratungsstellen und Verbände verlangen Schutzgarantien, verlässliche Förderung und eine klare Abgrenzung der demokratischen Parteien von der AfD.
25 Jahre nach dem NSU-Mord an Süleyman Taşköprü wird weiter über die Form der Aufarbeitung gestritten. Auf dem Prüfstand steht der umstrittene Hamburger Sonderweg mit dem Forschungsprojekt. Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes gibt nun eine deutliche Antwort.
Die CDU rückte in der Migrationspolitik nach rechts, doch die AfD wurde nicht kleiner. Im Gegenteil. Sachsen-Anhalt zeigt ein neues Problem: Die AfD beherrscht längst nicht mehr nur Migration. Wähler trauen ihr inzwischen fast alles zu. Von Sedat Dursun
Die schwarz-rote Landesregierung will ihre Asylpolitik neu ausrichten und setzt auf einen Maßnahmen-Mix. Nun wurden konkrete Schritte bekannt. Flüchtlingsorganisationen kritisieren Teile der Pläne und zweifeln die Aussagekraft der dafür angeführten Zahlen an.
Reform UK und die französische Rassemblement National rücken zusammen. Farage und Bardella versprechen, Bootsüberfahrten von Geflüchteten zu beenden – obwohl die britische Regierung gerade die niedrigste Zahl an Booten seit 2019 meldet.
Deutschland und vier weitere EU-Staaten drücken bei Abschiebezentren außerhalb der EU aufs Tempo. Ein Abkommen soll noch 2026 stehen, ein erstes Zentrum möglichst 2027 arbeiten. Unter den möglichen Partnern sind zahlreiche afrikanische Staaten. Hilfsorganisationen fürchten massive Menschenrechtsverletzungen.
In Deutschland lebten zur Jahresmitte rund 3,5 Millionen Geflüchtete - etwa 20.000 weniger als zu Jahresbeginn. Als Gründe nennt die Bundesregierung Abschiebungen, Ausreisen und Einbürgerungen. Die Bundesregierung hält weiter an Verschärfungen fest. Die Linke fordert schnellere Integration. Von Karsten Frerichs und Jürgen Prause
Die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA haben Vorurteile gegenüber dem Islam in Deutschland verstärkt. Bis heute wirkt das Feindbild nach, das sich damals etablierte, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Carola Richter im Gespräch. Von Franziska Hein
Die Zeiten stark ausgelasteter Aufnahmeeinrichtungen sind in Sachsen vorerst vorbei. Bei deutlich sinkenden Asylzahlen baut das Land Plätze ab. Die Entwicklung steht in deutlichem Kontrast zu mancher politischen Dauerkrisenerzählung.