
Institut der deutschen Wirtschaft
Nettozuwanderung fällt auf tiefsten Stand seit 2010
Die Nettozuwanderung sank 2025 auf 235.000 Menschen und damit auf den niedrigsten Stand seit 2010. Hauptgründe sind weniger Asylanträge und die zunehmende Rückkehr von Arbeitskräften in andere EU-Staaten. Das IW verweist auf bessere Chancen in den Herkunftsländern.
Dienstag, 28.07.2026, 17:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 28.07.2026, 17:30 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Insgesamt 235.000 Menschen hat Deutschland nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im vergangenen Jahr durch Zuwanderung gewonnen. „Mit einer Ausnahme während der Hochphase der Coronapandemie war das Niveau seit dem Jahr 2010 nicht mehr so niedrig“, heißt es in einem am Dienstag in Köln veröffentlichten Kurzbericht des arbeitgebernahen Instituts. Im Jahr 2023 habe die Nettozuwanderung bei 663.000 Menschen gelegen, in den Jahren 2008 und 2009 habe es zum Vergleich eine Nettoabwanderung von zusammen 69.000 Menschen gegeben.
Die Gründe liegen laut IW-Untersuchung in weniger Asylsuchenden sowie einer Rückwanderung von Arbeitskräften aus EU-Mitgliedsländern. Die Zahl der Asylanträge sei zwischen 2023 und 2025 von 329.000 auf 113.000 zurückgegangen. Maßgeblich sei der Einbruch bei syrischen Asylerstanträgen, was vor allem mit dem Ende des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad Ende 2024 zusammenhänge, erklärte das Institut.
Abwanderung inländischer Staatsangehöriger gestiegen
Habe Deutschland zuletzt von Arbeitskräften aus den neuen EU-Mitgliedsländern profitiert, verließen seit 2024 mehr Menschen Deutschland in Richtung dieser Länder als zuzögen. 2024 waren es demnach 35.000 Menschen, 2025 dann 45.000. Im Jahr 2023 lag die Nettozuwanderung noch bei rund 42.000 Personen, erläuterte das IW. Der demografische Wandel führe auf den dortigen Arbeitsmärkten zu Engpässen und das wirtschaftliche Gefälle gegenüber Deutschland sei kleiner geworden. Auch aus den Westbalkanländern habe die Nettozuwanderung zuletzt abgenommen.
Zuwächse verzeichnete Deutschland der Studie zufolge in der Erwerbs- und Bildungsmigration aus dem außereuropäischen Ausland. Diese für die Fachkräftesicherung wichtigen Bereiche seien bisher kaum von der „Migrationswende“ betroffen. Dies könne sich durch die Industriekrise jedoch ändern – und gelte ebenso für eine mögliche Abwanderung von inländischen Staatsangehörigen. Diese sei zuletzt zwischen 2023 und 2025 von 74.000 auf 97.000 Menschen gestiegen.
„Daher sollte die Attraktivität Deutschlands als Wohn- und Arbeitsort für Fachkräfte weiter gestärkt oder zumindest erhalten werden“, heißt es im IW-Bericht. Die Zuwanderung sollte wiederum durch schnellere Visaverfahren erleichtert werden. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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