StatistikWie viele Ausländer leben in Deutschland?

Ende 2025 waren im Ausländerzentralregister rund 14,1 Millionen Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Deutschland erfasst. Doch je nach Statistik unterscheiden sich die Zahlen deutlich – entscheidend ist, ob Ausländerzentralregister oder Bevölkerungsfortschreibung gemeint ist.

Mittwoch, 20.05.2026, 22:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 20.05.2026, 22:48 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |  

Kurzantwort

Ende 2025 waren im Ausländerzentralregister rund 14,07 Millionen Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit mit Wohnort in Deutschland erfasst. Das entspricht grob knapp 17 Prozent der Gesamtbevölkerung – methodisch sauberer ist aber der Hinweis: Die Bevölkerungsfortschreibung kommt für Ende 2025 auf rund 12,45 Millionen ausländische Staatsangehörige, also etwa 15 Prozent. Der Unterschied entsteht, weil Ausländerzentralregister und Bevölkerungsfortschreibung unterschiedliche Datenquellen und Bereinigungsverfahren nutzen.

Kurz erklärt

In Deutschland lebten Ende 2025 nach den finalen Ergebnissen der Ausländerstatistik rund 14,07 Millionen ausländische Personen mit Wohnort in Deutschland im Ausländerzentralregister (AZR). Gegenüber Ende 2024 war diese Zahl praktisch unverändert.

Mit „Ausländerinnen und Ausländer“ sind in der amtlichen Statistik Menschen gemeint, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Alltagssprachlich ist der Begriff oft aufgeladen; genauer und weniger pauschal sind Formulierungen wie „Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit“, „ausländische Staatsangehörige“ oder – wenn es um Herkunfts- und Teilhabeerfahrungen geht – „Menschen mit Einwanderungsgeschichte“.

Warum gibt es unterschiedliche Zahlen?

Die Frage „Wie viele Ausländer leben in Deutschland?“ klingt einfach, ist statistisch aber nicht ganz eindeutig. Es gibt zwei wichtige amtliche Datenquellen:

DatenquelleAktueller WertWas wird gezählt?Wichtig zu wissen
Ausländerzentralregister (AZR)14.070.225 Personen zum 31.12.2025Ausländische Staatsangehörige, die nach ausländerrechtlichen Regeln im AZR erfasst sindDas AZR ist die zentrale Quelle der Ausländerstatistik. Es kann aber wegen Register- und Bereinigungsfragen von anderen Bevölkerungszahlen abweichen.
Bevölkerungsfortschreibung12.454.493 Personen nach Fortschreibung auf Basis Zensus 2022, Stand 30.11.2025Ausländische Bevölkerung im Rahmen der amtlichen BevölkerungsfortschreibungDiese Zahl ist für Bevölkerungsanteile oft geeigneter, weil sie an den Zensus angepasst wird.

Der Unterschied ist erheblich: Das AZR lag Ende 2025 um rund 1,6 Millionen Personen über der Bevölkerungsfortschreibung. Das Statistische Bundesamt erklärt diese Abweichung unter anderem mit Zensus-Korrekturen, unterschiedlichen Registerbereinigungen und der Erfassung von Zu- und Fortzügen.

Wie hoch ist der Anteil an der Bevölkerung?

Deutschland hatte zum Jahresende 2025 nach erster Schätzung des Statistischen Bundesamts rund 83,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Setzt man die AZR-Zahl von 14,07 Millionen dazu ins Verhältnis, ergibt sich als grobe Orientierung ein Anteil von etwa 16,9 Prozent. Auf Basis der Bevölkerungsfortschreibung ergibt sich mit 12,45 Millionen ausländischen Staatsangehörigen ein Anteil von etwa 14,9 Prozent.

Für journalistische Texte ist deshalb wichtig: Nicht nur die Zahl nennen, sondern auch die Datenquelle. Eine Formulierung wie „laut Ausländerzentralregister“ oder „nach Bevölkerungsfortschreibung“ verhindert Missverständnisse.

Wer zählt als „Ausländer“?

Rechtlich ist der Begriff im Aufenthaltsgesetz definiert: Ausländer ist, wer nicht Deutscher im Sinne des Grundgesetzes ist. In der Statistik geht es also in erster Linie um die Staatsangehörigkeit, nicht um Geburtsort, Hautfarbe, Religion, Sprache oder familiäre Herkunft.

  • Ein Mensch mit türkischem, ukrainischem, syrischem, rumänischem oder italienischem Pass zählt als ausländische Person, wenn er oder sie keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.
  • Ein in Deutschland geborener Mensch ohne deutschen Pass zählt ebenfalls als ausländische Person.
  • Ein eingebürgerter Mensch zählt statistisch nicht mehr als ausländische Person, auch wenn er oder sie selbst eingewandert ist.
  • Menschen mit deutscher und weiterer Staatsangehörigkeit zählen in der deutschen Bevölkerungsstatistik grundsätzlich als Deutsche.
  • Touristinnen, Touristen und viele nur kurzfristig anwesende Personen sind mit der Frage „leben in Deutschland“ in der Regel nicht gemeint.
  • Keine Ausländer sind auch Personen, die neben der deutschen Staatsbürgerschaft eine weitere, ausländische Staatsbürgerschaft haben. Obwohl sie auch einen ausländischen Pass haben, werden sie in der Statistik nicht als Ausländer geführt.

Welche Staatsangehörigkeiten sind am häufigsten?

Nach dem Ausländerzentralregister waren Ende 2025 die größten Gruppen nach Staatsangehörigkeit:

StaatsangehörigkeitPersonen Ende 2025
Türkei1.520.400
Ukraine1.409.565
Syrien936.285
Rumänien903.770
Polen839.660
Italien629.405
Afghanistan449.780
Bulgarien421.895

Mehr als ein Drittel der im AZR erfassten ausländischen Staatsangehörigen waren Ende 2025 EU-Bürgerinnen und EU-Bürger. Ein weiteres Drittel hatte eine sonstige europäische Staatsangehörigkeit; knapp ein Drittel kam von anderen Kontinenten, war staatenlos oder wurde ohne Angabe zur Staatsangehörigkeit geführt.

In welchen Bundesländern leben die meisten Ausländer?

Die meisten ausländischen Staatsangehörigen lebten Ende 2025 nach AZR in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Das hängt stark mit der Bevölkerungsgröße, Arbeitsmarktstruktur und Urbanisierung der Länder zusammen.

BundeslandAusländische Bevölkerung nach AZR, 31.12.2025
Nordrhein-Westfalen3.265.705
Bayern2.386.525
Baden-Württemberg2.192.400
Hessen1.360.875
Niedersachsen1.084.595
Berlin994.590

Nicht dasselbe: Ausländer, Eingewanderte, Menschen mit Einwanderungsgeschichte

„Ausländer“ ist keine Herkunfts-, Identitäts- oder Integrationskategorie, sondern eine Staatsangehörigkeitskategorie. Viele Menschen ohne deutschen Pass leben seit Jahrzehnten in Deutschland oder sind hier geboren. Umgekehrt haben viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte längst die deutsche Staatsangehörigkeit.

2025 lebten nach Mikrozensus-Erstergebnissen rund 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland. Das waren 26,3 Prozent der Bevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten. Diese Gruppe umfasst Menschen, die selbst seit 1950 eingewandert sind, sowie in Deutschland geborene Kinder, deren beide Elternteile seit 1950 eingewandert sind.

Nicht dasselbe: Ausländer und Schutzsuchende

Auch „Ausländer“ und „Geflüchtete“ sind nicht dasselbe. Schutzsuchende sind nur eine Teilgruppe der ausländischen Bevölkerung. Ende 2025 waren rund 3,24 Millionen Schutzsuchende im Ausländerzentralregister erfasst. Dazu zählen Menschen, die sich aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen in Deutschland aufhalten – etwa im Asylverfahren, mit Schutzstatus oder nach Ablehnung mit weiterem Aufenthalt.

Die Mehrheit der ausländischen Bevölkerung ist also nicht automatisch geflüchtet. Dazu gehören auch EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, Arbeits- und Fachkräfte, Studierende, Familienangehörige, langjährig hier lebende Menschen, Kinder ohne deutsche Staatsangehörigkeit und viele weitere Gruppen.

Warum verändert sich die Zahl?

Die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen verändert sich nicht nur durch Zuwanderung. Sie verändert sich auch durch Fortzüge, Geburten, Sterbefälle, Einbürgerungen und Registerbereinigungen. Wenn Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben, werden sie statistisch nicht mehr als Ausländerinnen oder Ausländer gezählt.

Für 2025 meldete das Statistische Bundesamt im AZR eine nahezu konstante Gesamtzahl: Die Zahl der EU-Bürgerinnen und EU-Bürger nahm ab, die Zahl der Drittstaatsangehörigen stieg leicht. Besonders zunahmen Staatsangehörige aus der Ukraine und Indien; Rückgänge gab es unter anderem bei Staatsangehörigen aus Syrien, Polen, der Türkei und Russland.

Was ist wichtig zu wissen?

  • Die aktuellste AZR-Zahl lautet: 14.070.225 ausländische Personen Ende 2025.
  • Für Bevölkerungsanteile ist die Bevölkerungsfortschreibung oft geeigneter: 12.454.493 ausländische Personen nach Fortschreibung auf Basis Zensus 2022.
  • „Ausländisch“ bedeutet: keine deutsche Staatsangehörigkeit. Es sagt nichts darüber aus, wie lange jemand hier lebt, ob jemand hier geboren wurde oder wie stark jemand gesellschaftlich eingebunden ist.
  • „Ausländer“ ist ein amtlicher Begriff, sollte aber nicht pauschalisierend verwendet werden. Präziser sind je nach Kontext „ausländische Staatsangehörige“, „Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit“, „EU-Bürgerinnen und EU-Bürger“, „Drittstaatsangehörige“ oder „Menschen mit Einwanderungsgeschichte“.

Redaktionelle Einordnung

„Ausländer“ ist ein rechtlicher Begriff. Gemeint sind Menschen, die in Deutschland leben, aber keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
Der Begriff sagt nichts darüber aus, wo ein Mensch geboren wurde, wie lange er schon in Deutschland lebt, welche Sprache er spricht oder ob er eingewandert ist. Auch Menschen, die in Deutschland geboren wurden, können statistisch als Ausländer zählen, wenn sie keinen deutschen Pass haben. Umgekehrt kann jemand schon nach wenigen Jahren Aufenthalt in Deutschland eingebürgert werden – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind – und ist dann kein Ausländer mehr.

Quellen und Stand

Stand der Information
Mai 2026
Primärquelle
Statistisches Bundesamt: Finale Ergebnisse der Ausländerstatistik zum 31.12.2025
Weitere Quellen
Letzte Prüfung
20. Mai 2026
Nächste Aktualisierung empfohlen
20. November 2026
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