Stadt, Menschen, Deutschland, Bevölkerung, Gesellschaft, Berlin, Einkaufen, Frauen, Männer
Menschen in Berlin (Archiv) © Emmanuele Contini/AFP

Umfrage

Mehrheit gegen Aufnahme iranischer Flüchtlinge

Obwohl es bislang keine Hinweise auf eine größere Fluchtbewegung aus dem Iran gibt, wächst in Deutschland bereits die Skepsis gegenüber einer möglichen Aufnahme weiterer Geflüchteter. Die Debatte wird stärker von Befürchtungen als von der tatsächlichen Lage bestimmt.

Dienstag, 24.03.2026, 12:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.03.2026, 12:24 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Die Eskalation im Iran-Krieg hat eine Diskussion über mögliche Flüchtlingsbewegungen aus der Region ausgelöst. In Deutschland sind 73 Prozent der Menschen der Meinung, dass ihr Land mit der Aufnahme weiterer iranischer Flüchtlinge nicht gut zurechtkommen würde, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag von „Stern“ und „RTL“ ergab.

Demnach sind Anhänger der CDU/CSU mit 80 Prozent überwiegend dieser Meinung, unter den Wählern der AfD sind es 98 Prozent. Aber auch bei Anhängern der SPD (63 Prozent) und der Linken überwiegt die Skepsis. Allein Unterstützer der Grünen sehen den Angaben zufolge mehrheitlich in dieser Frage keine größeren Probleme auf Deutschland zukommen.

___STEADY_PAYWALL___

Experten uneins: große Fluchtbewegung?

Hintergrund der Debatte über einen möglichen Anstieg der Flüchtlingszahlen aus dem Iran sind die zunehmenden und umstrittenen Bombardierungen des Landes durch Israel und den USA. Bisher gibt es für eine Flucht vieler Menschen aus dem Iran in andere Länder nach Darstellung internationaler Organisationen keine Anzeichen.

Nach Schätzungen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen, UNHCR, sind bislang im Iran bis zu 3,2 Millionen Menschen vorübergehend in die Flucht gezwungen worden – überwiegend im eigenen Land. Die meisten von ihnen flüchteten aus der schwer angegriffenen Hauptstadt Teheran und anderen Ballungsgebieten in den Norden und ländliche Gebiete, teilte das UNHCR in Genf mit. Nach seiner Einschätzung könnte die Zahl der Menschen auf der Flucht weiter steigen. Betroffen seien auch Flüchtlingsfamilien, die im Iran aufgenommen worden seien, vor allem aus Afghanistan.

Theoretische Debatte

Andere Experten sind sich uneins in ihren Prognosen, ob es wirklich zu einer größeren Fluchtbewegung aus dem Land kommen wird – und ob sie Deutschland erreichen würde. Die längste Grenze teilt sich der Iran mit dem Irak, doch wichtiger für eine Flucht ist die Grenze zur Türkei im Norden. Experten zufolge sind die Grenzen in Richtung EU aber „dicht“.

Angefacht wird die Flüchtlingsdebatte über das bislang theoretische Szenario von Medien und Politik. Die Europäischen Staats- und Regierungschefs haben zuletzt mitgeteilt, sie würden sich von einer möglichen Migrationsbewegung Richtung Europa nicht überraschen lassen. „Wir werden nicht zulassen, dass sich 2015 wiederholt“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem EU-Gipfel in Brüssel. Bisher beobachte man zwar keine große Fluchtbewegung, aber die EU müsse vorbereitet sein.

319.000 Iraner in Deutschland

In Deutschland lebt nach Angaben von Integrationsexperten mit etwa 319.000 Menschen die größte iranische Exil-Gemeinschaft in Europa, 128.000 Menschen mit iranischem Migrationshintergrund haben demnach einen deutschen Pass.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte 1.000 Deutsche für die repräsentative Erhebung am 19. und 20. März 2026. (dpa/mig) Aktuell Gesellschaft

Zurück zur Startseite
MiGLETTER (mehr Informationen)

Verpasse nichts mehr. Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über das Wichtigste zu Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Unterstüzte diese Arbeit und verpasse nichts mehr: Werde jetzt Mitglied.

MiGGLIED WERDEN
Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)