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„NSU 2.0 Drohbrief“ (Szene nachgestellt)

Rechtsterror in Thüringen

„NSU 2.0“-Drohbriefe an Schulen, Polizei und Politiker

In Thüringen sind offenbar mindestens 19 rassistische Schreiben verschickt worden – an die Linke, Schulen und Polizei. Die Drohungen knüpfen mit „NSU 2.0“ an die rechtsextreme Mordserie an, bei der neun Menschen aus rassistischen Motiven und eine Polizistin ermordet wurden.

Montag, 15.06.2026, 12:46 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 15.06.2026, 12:46 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Die Thüringer Linke-Fraktion hat nach eigenen Angaben ein Drohschreiben mit dem Kürzel „NSU 2.0“ erhalten. Darin werde Fraktionschef Christian Schaft persönlich adressiert, teilte die Linke-Fraktion mit. Zuvor hatte die „taz“ darüber berichtet und von insgesamt mindestens 19 rassistischen Briefen geschrieben.

„NSU 2.0“ ist eine Anspielung auf die rechtsextreme TerrorzelleNationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) um Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Ab dem Jahr 2000 verübte das Trio jahrelang unerkannt zehn Morde in ganz Deutschland. Die Opfer: neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin.

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Brief ging per Post ein

Die Landespolizeidirektion war am Freitagnachmittag zunächst nicht erreichbar, die Landeseinsatzzentrale konnte sich zu dem Thema zunächst nicht äußern.

Die „taz“ beruft sich in ihrem Bericht vor allem auf Angaben der Landespolizeidirektion. Demnach seien die Schreiben unter anderem an Bildungseinrichtungen, Polizeistationen und an die Linksfraktion gegangen. Auf dem Briefumschlag stehe als Absender der Name des Thüringer Bildungsministers Christian Tischner. Nach Informationen der „taz“ steht der CDU-Politiker aber nicht in Verdacht, die Briefe geschrieben zu haben.

Der Brief an die Linke-Fraktion ging postalisch ein. „In erschütternder Offenheit enthält das Schreiben nationalsozialistische Vernichtungsfantasien und Mordaufrufe, antisemitische und antimuslimische Hetze sowie rassistische Entmenschlichung, Symboliken aus der Neonazi-Szene und das Kürzel ‚AFD‘ neben der Androhung des Einsatzes von chemischen Mordmitteln“, erklärte die Linke-Abgeordnete Katharina König-Preuss in der Mitteilung.

Anknüpfung an Sprache der Nazis

Die verwendeten Begriffe und Bilder knüpften unmittelbar an die Sprache und Praxis des Nationalsozialismus an. „In dem Schreiben wird Menschen die Würde abgesprochen, um Gewalt gegen sie denkbar und letztlich umsetzbar zu machen.“ Die Linke-Fraktion habe das Schreiben der Polizei übergeben.

Schon einmal gab es eine Serie an Drohbriefen mit dem Kürzel „NSU 2.0“, die ab dem Jahr 2018 versandt wurden. Das Landgericht Frankfurt hatte einen Mann im November 2022 unter anderem wegen Volksverhetzung, Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole, Beleidigung, versuchter Nötigung und Bedrohung zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. (dpa/mig) Aktuell Panorama

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