
Rassismus eskaliert
Handwerker rassistisch beschimpft und eingesperrt
Wie weit Rassismus im Alltag gehen kann, zeigt ein Fall aus Berlin: Dort hat eine 63-Jährige einen Handwerker mit Schwarzer Hautfarbe rassistisch beschimpft, in der Wohnung eingeschlossen und bedroht – auch in Anwesenheit der Polizei.
Montag, 25.05.2026, 12:36 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 25.05.2026, 12:36 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Rassismus im Alltag ist in Berlin-Charlottenburg offenbar bis zur Freiheitsberaubung eskaliert: Eine 63 Jahre alte Bewohnerin hat einen Handwerker mit Schwarzer Hautfarbe nach Polizeiangaben nicht nur rassistisch beleidigt, sondern ihn auch eingeschlossen. Die Frau habe sich dem 28-Jährigen guineischer Abstammung gegenüber bei einem Reparaturtermin am Donnerstag immer aggressiver benommen, teilte die Polizei mit. Der Handwerker habe daraufhin die Arbeit abgebrochen und gehen wollen.
Doch daran hinderte die Frau ihn: Sie habe die Wohnungstür verschlossen und den Mann mit einem Reizstoffsprühgerät – das ist Reizgas oder Pfefferspray – bedroht. Der Handwerker telefonierte laut Polizei mit seinem Chef, der der Frau per Lautsprecher ankündigte, die Polizei zu rufen. Erst dann ließ die Bewohnerin den 28-Jährigen gehen.
Als die Beamten eintrafen, habe die 63-Jährige gegen den Handwerker und seine Hautfarbe gehetzt, berichtete die Polizei. Die Frau muss sich wegen des Verdachts der verhetzenden Beleidigung, der Freiheitsberaubung und der Bedrohung mit Waffen verantworten.
Staatsschutz ermittelt
Wie die Polizei mitteilt, hat der Staatsschutz des Landeskriminalamts die Ermittlungen übernommen. Der Staatsschutz schaltet sich ein, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine Tat etwa wegen Hautfarbe, Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit oder Religion begangen wurde.
Nach einem Bericht der „B.Z.“ war der Handwerker in der Wohnung, um einen Durchlauferhitzer auszutauschen. Dafür habe er ein Wasserventil zudrehen müssen. Weil die Bewohnerin nicht gewusst habe, wo sich dieses befindet, habe der Mann danach gesucht. In dieser Situation soll die Frau ihn plötzlich rassistisch beschimpft haben – unter anderem mit dem N-Wort und weiteren rassistischen Ausdrücken. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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