
Studie
Zugewanderte Fachkräfte meiden Ostdeutschland
Ostdeutschland braucht Fachkräfte, doch zugewanderte Menschen mit Berufs- oder Hochschulabschluss zieht es vor allem in Stadtstaaten und den Westen. Das geht aus einer neuen Studie hervor. Ein raues politisches Klima wird damit auch zum wirtschaftlichen Risiko.
Sonntag, 26.04.2026, 12:42 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 26.04.2026, 12:42 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Zugewanderte Fachkräfte wollen einer Studie zufolge nicht in den ostdeutschen Flächenländern leben und arbeiten; sie bevorzugen Stadtstaaten und Westdeutschland. Zu diesem Schluss kommt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aus Köln in einer Untersuchung.
Unter den Fachkräften in Berlin, Bremen und Hamburg war 2024 demnach rund jeder vierte nicht in Deutschland geboren, in Hessen und Baden-Württemberg mehr als jeder fünfte. In den ostdeutschen Ländern lag der Anteil der Zuwanderer an den Fachkräften in dem Zeitraum hingegen unter neun Prozent. Gleichzeitig liegt die in Teilen rechtsextreme AfD in den fünf ostdeutschen Bundesländern (außer Berlin) bei Umfragen zwischen 34 und 39 Prozent.
Insgesamt lag laut IW im Jahr 2024 der Anteil der nicht im Inland geborenen Menschen im Alter zwischen 25 und 64 Jahren bei 24,8 Prozent. Fast jeder Vierte im Kernerwerbsalter war also im Lauf seines Lebens aus dem Ausland zugezogen.
Ostdeutschland vor besonderen Herausforderungen
Am höchsten waren die Anteile der zugewanderten Menschen an der qualifizierten Bevölkerung in Berlin mit 27,1 Prozent, Bremen mit 24,7 Prozent und Hamburg mit 24,4 Prozent sowie unter den Flächenländern in Hessen mit 22,4 Prozent und Baden-Württemberg mit 21,4 Prozent. Hingegen erreichten sie in Mecklenburg-Vorpommern mit 6,9 Prozent, Sachsen-Anhalt mit 7,1 Prozent und Brandenburg mit 7,4 Prozent nur rund ein Drittel des Niveaus der letztgenannten beiden Länder.
Ostdeutschland stehe angesichts des demografischen Wandels vor besonderen Herausforderungen, um den Fachkräftemangel zu bewältigen, sagte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Für eine positive Entwicklung in Ostdeutschland sind wir auch auf Zuzug und Zuwanderung angewiesen.“ Deshalb brauche es eine Kultur der Offenheit vor Ort, betonte Kaiser. „Hier stellt das Handeln von populistischen Parteien, die die Skepsis gegenüber dem Zusammenleben mit Zugewanderten schüren, eine Gefahr dar.“ (afp/mig) Aktuell Panorama
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