Neonazi, Rechtsextremist, AfD, Wahlkampf, Politik, Rechtsextremismus
Neonazi vor einem AfD-Wahlstand (Archiv) © Jens Schlueter/AFP

Rechte Agenda

Sachsen-Anhalts Kultur wehrt sich gegen AfD

Für den Fall eines Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt kündigte die AfD eine „patriotische Kulturpolitik“ an. 27 namhafte Kulturinstitutionen des Landes warnen in einer Erklärung vor dieser „völkisch-nationalistischen Kulturauffassung“. Es gehe um mehr als Geschmacksfragen.

Sonntag, 19.04.2026, 15:14 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 19.04.2026, 15:14 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

In einer gemeinsamen Erklärung warnen 27 Stiftungen und Kulturinstitutionen Sachsen-Anhalts vor einer Beschneidung der kulturellen Vielfalt. Damit reagierten sie auf die Pläne der Landes-AfD, nach einer möglichen Regierungsbeteiligung eine „neue patriotische Kulturpolitik“ umzusetzen, teilten die Institutionen am Donnerstag mit. Die Verengung von Kunst und Kultur auf nationalistische Leitbilder würde „die Freiheit der Kunst, die Offenheit kultureller Institutionen und die demokratisch verankerte Erinnerungskultur grundlegend infrage“ stellen.

Kulturminister Rainer Robra (CDU) begrüßte das klare und gemeinsame Signal der Kultureinrichtungen. „Kulturpolitik hat die Aufgabe, Räume zu ermöglichen, nicht sie einzuengen! Kulturpolitik darf niemals darauf ausgerichtet sein, Inhalte vorzuschreiben oder künstlerische Ausdrucksformen ideologisch zu begrenzen.“

___STEADY_PAYWALL___

Kultur nicht parteipolitisch missbrauchen

In ihrem Programm für die Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt hat die AfD unter anderem eine „patriotische Wende“ in der Kulturpolitik angekündigt. Die Institutionen wie die Kunststiftung Sachsen-Anhalt, die Bauhaus-Stiftung oder der Museumsverband kritisieren, dass demnach „Kultur nicht mehr als offener, pluraler Raum verstanden“ sondern zum „Instrument einer parteipolitisch definierten kollektiven Identität“ degradiert werde.

Neben der Einschränkung von Meinungsfreiheit und künstlerischer Vielfalt solle staatliche Förderung im Bereich der bildenden und darstellenden Kunst an die „kulturelle Identität“ gebunden werden. Insbesondere Theater sollen nach den Plänen der AfD verstärkt „deutsche Stücke“ berücksichtigen, womit ein inhaltlicher Steuerungsanspruch gegenüber Kulturinstitutionen verfolgt werde. Das sei entschieden abzulehnen, hieß es von den 27 Unterzeichnern der gemeinsamen Erklärung. (epd/mig) Aktuell Feuilleton

Zurück zur Startseite
MiGLETTER (mehr Informationen)

Verpasse nichts mehr. Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über das Wichtigste zu Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Unterstüzte diese Arbeit und verpasse nichts mehr: Werde jetzt Mitglied.

MiGGLIED WERDEN
Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)