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Leipziger Buchmesse. Die rote Treppe in der Glashalle ist ein beliebter Treffpunkt für Messebesucher. © Leipziger Messe GmbH / Jens Schlüter

Diversität-Bericht

Bei Vielfalt in Kultureinrichtungen geht noch mehr

Auf dem Weg zu mehr Vielfalt beim Personal haben auch Kultureinrichtungen in Deutschland noch eine weite Strecke zu gehen. Zu diesem Ergebnis kommt der erste Diversitäts-Bericht, den der Kulturrat veröffentlicht hat. Insbesondere Türken sind unterrepräsentiert.

Donnerstag, 14.10.2021, 5:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 13.10.2021, 17:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Der erste Diversitäts-Bericht für vom Bund geförderte Kultureinrichtungen fordert eine größere Vielfalt bei Mitarbeitern und Programmgestaltung. „Programm und Publikum stehen in einer Wechselwirkung“, heißt es in dem am Mittwoch in Berlin vom Deutschen Kulturrat veröffentlichten Bericht. Die Zusammensetzung des Publikums sollte regelmäßig auch nach Diversitätskriterien analysiert werden. Durch neue Programme könnten neue Zielgruppen gewonnen werden.

Der Bericht beruht auf einer Umfrage unter Kultureinrichtungen, die von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) dauerhaft gefördert werden. Rund zwei Drittel (67 Prozent) der angeschriebenen Organisationen hätten den Fragebogen beantwortet, hieß es. Der im Auftrag der Initiative kulturelle Integration erstellte Bericht soll am 21. Oktober offiziell vorgestellt werden.

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Türken deutlich unterrepräsentiert

Demnach liegt aktuell der Anteil von Frauen unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchschnittlich bei 64 Prozent. Deutlich unterrepräsentiert seien türkischstämmige Mitarbeitende, obwohl Türkischstämmige die größte Gruppe unter den Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland darstellten.

Mitarbeitende mit einer Behinderung machen der Umfrage zufolge durchschnittlich vier Prozent der Mitarbeiterschaft aus. Dies entspreche ungefähr dem Anteil an erwerbstätigen Personen mit Schwerstbehinderung in der Gesamtbevölkerung. Um mehr Diversität bei den Ehrenamtlichen zu erreichen, sei eine gezielte Ansprache einzelner Gruppen erforderlich, schreiben die Autoren des mehr als 100 Seiten umfassenden Berichts.

Diversität längst nicht erreicht

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte, „vor allem sind jetzt die Kultureinrichtungen gefragt, beim Thema Diversität mit gutem Beispiel voranzugehen“. Kunst und Kultur könnten gerade in Zeiten, in denen Hass, Hetze, Ausgrenzung und Rassismus zunehmen, enorme Kräfte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt entfalten. „Mit kultureller Vielfalt stellen wir uns populistischer Einfalt entgegen“, sagte Grütters. Der Bericht zeige, dass es Fortschritte im Bereich Diversität gebe, aber es auch noch deutlich Luft nach oben gebe.

Olaf Zimmermann, Sprecher der Initiative kulturelle Integration und Herausgeber des Berichts, erklärte: „Diversität ist längst noch nicht überall erreicht, aber die Mehrzahl der befragten Institutionen hat für sich selbst das Ziel identifiziert, mehr Diversität sowohl hinsichtlich des Personals, des Publikums als auch des Programms zu erreichen.“ Diese Aufgabe sollte mit Mut und Zuversicht und nicht allzu zaghaft angegangen werden. (epd/mig)

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