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Iran nach dem Angriffskrieg der USA und Israel © Atta Kenare/AFP

Hilfsorganisationen

Iran-Krieg setzt humanitäre Einsätze unter Druck

Der Krieg im Iran könnte Krisen in anderen Weltregionen verschärfen. Die Blockade der Straße von Hormus treibt die Preise nach oben – und trifft am Ende die Verwundbarsten: Krisenländer in Ostafrika, Jemen, Südasien. Hilfsorganisationen warnen.

Von Donnerstag, 05.03.2026, 12:07 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 05.03.2026, 12:07 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Der Iran-Krieg setzt laut Hilfsorganisationen die humanitäre Hilfe weltweit unter Druck und könnte Krisen vielerorts verschärfen. Die Krise im Nahen Osten treffe die „Verwundbarsten in einer ohnehin fragilen Region mit voller Wucht“, sagte der Berliner Direktor des UN-Welternährungsprogramms (WFP), Martin Frick, dem „Evangelischen Pressedienst“. Dringend benötigte Hilfsmaßnahmen, die bereits unter „massiven Finanzierungslücken“ litten, würden erschwert. Auch die Logistik sei unter Druck, sagte Frick: „Jede Störung in der Straße von Hormus lässt die Kosten für Nahrungsmittel und humanitäre Transporte steigen.“

Ähnlich äußerte sich der entwicklungspolitische Dachverband Venro: „Die Rückmeldungen unserer Mitgliedsorganisationen zeigen: Der Krieg betrifft humanitäre Krisen jenseits der Grenzen vom Iran“, sagte Vorstandsmitglied Kayu Orellana.

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Eskalation der Gewalt

Die US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran haben zu einer Eskalation der Gewalt im Nahen Osten geführt. Der Iran beschießt Ziele in den Golfstaaten, in denen die Vereinigten Staaten Militärbasen unterhalten. Zudem ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus blockiert, wodurch die Energiepreise steigen. Durch die Meerenge zwischen dem Iran und Oman ist eine wichtige Lieferroute für Öl und Gas.

Ein Anstieg bei den Treibstoffpreisen betreffe alle Weltregionen, auch die ärmsten, sagte Orellana. Unter anderem werde die Lieferung von Medikamenten und anderen Hilfsgütern teurer: „Alles, was in der Straße von Hormus passiert, hat Folgen für den humanitären Sektor, der mit der Weltwirtschaft unmittelbar verbunden ist“, sagte das Vorstandsmitglied des Verbandes Venro, dem mehr als 140 deutsche Hilfs- und Entwicklungsorganisationen angehören.

Logistisches Rückgrat der Vereinten Nationen

Ein Sprecher des UN-Welternährungsprogramms unterstrich, Preissteigerungen bei Kraftstoff beträfen das WFP als „logistisches Rückgrat der UN mit großer Flotte besonders“.

Auch das weltweit tätige „International Rescue Committee“ (IRC) äußerte sich besorgt. Die regionale Eskalation und die Schließung der Straße von Hormus hätten bereits zu einem Anstieg der Treibstoffpreise, Versicherungsprämien und Lieferkosten geführt, „die unmittelbar humanitäre Lieferketten betreffen“, sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisation.

Steigende Kosten, unterfinanzierte Einsätze

Die Folgen seien vor allem in stark von Importen abhängigen Krisenländern in Ostafrika, aber auch im Jemen und Teilen Südasiens spürbar, sagte die IRC-Sprecherin. Steigende Kosten könnten ohnehin unterfinanzierte Einsätze zusätzlich belasten.

Die humanitäre Hilfe steht aufgrund zurückgehender Mittel in vielen Regionen bereits stark unter Druck. Vor allem die USA – ein weltweit wichtiger Geber – hatten ihre Zusagen unter Präsident Donald Trump deutlich zurückgefahren.

Lebensmittelpreise könnten steigen

Venro-Vorstandsmitglied Orellana warnte zudem vor einem Anstieg der weltweiten Lebensmittelpreise, sollte der Krieg länger anhalten. „Die Kosten für landwirtschaftliche Güter hängen immer auch davon ab, wie sich die Treibstoffpreise entwickeln“, sagte er.

Bereits nach dem Ukraine-Krieg waren die Preise für Lebensmittel weltweit stark gestiegen, auch weil die Ukraine ein weltweit wichtiger Getreideexporteur ist. Hungerkrisen wurden dadurch verschärft. (epd/mig) Aktuell Ausland

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