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Menschen an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela (Archiv) © UNICEF/UN0310030/Arcos

Weltflüchtlingstag

Steigender Druck und wachsende Not auf der Flucht

Immer mehr Menschen auf der Flucht, aber nicht genug Geld: Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni warnen Hilfsorganisationen vor wachsendem Leid und mahnen zu mehr Unterstützung. Viele Geflüchtete finden Zuflucht in den ärmsten Ländern.

Montag, 19.06.2023, 19:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 19.06.2023, 15:58 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Angesichts erschütternder Zahlen von Menschen auf der Flucht und mangelnder Finanzierung zu ihrer Versorgung schlagen Hilfsorganisationen zum Weltflüchtlingstag an diesem Dienstag Alarm. Mit rund 110 Millionen Menschen seien weltweit so viele Frauen, Kinder und Männer auf der Flucht wie nie zuvor, betonten Diakonie Katastrophenhilfe und „Brot für die Welt“ am Montag in Berlin. Dabei würden die Fluchtrouten immer gefährlicher, wie das jüngste Bootsunglück vor Griechenland zeige. Zugleich reichten internationale Hilfen vor allem in armen Aufnahmeländern längst nicht mehr aus.

„Den Menschen gehen die Optionen verloren“, erklärte Dagmar Pruin, die Präsidentin der evangelischen Hilfswerke. „Diese unhaltbare Entwicklung beschneidet die Rechte und den Anspruch der Betroffenen auf Schutz und Hilfe.“ Die EU habe mit ihrer Asylrechtsreform einen Weg der Abschottung eingeschlagen. „Das ist nicht nur unmenschlich. Es verkennt zudem, dass die meisten Geflüchteten schon jetzt vor allem in armen Ländern Zuflucht suchen“, sagte Pruin. „Dort steigt der Druck durch unzureichende Versorgung.“

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UN: 110 Millionen Menschen auf der Flucht

Die finanzielle Unterstützung für Flüchtlinge falle auch in diesem Jahr deutlich zu gering aus, erklärte die Hilfsorganisation Care und verwies auf UN-Zahlen, wonach von benötigten zehn Milliarden US-Dollar für Flüchtlingshilfe nach sechs Monaten gerade einmal 22 Prozent gedeckt seien. Weltweit seien Millionen Menschen dazu gezwungen, ihr Zuhause aufgrund von Konflikten und Naturkatastrophen zu verlassen, erklärte Care-Generalsekretär Karl-Otto Zentel. Viele hätten in den ärmsten Ländern der Welt Zuflucht gefunden. Die internationale Gemeinschaft müsse ihren Verpflichtungen nachkommen und unverzüglich ausreichend Mittel für die Versorgung und Unterstützung aller Geflüchteten und Vertriebenen bereitstellen.

Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR waren im Mai schätzungsweise 110 Millionen Kinder, Frauen und Männer auf der Flucht vor Verfolgung, Gewalt und Krieg. Für Ende 2022 nannte der jüngste UNHCR-Bericht 108,4 Millionen Menschen. Davon überquerten rund 35,3 Millionen Flüchtlinge auf der Suche nach Schutz eine internationale Grenze. Etwa 62,5 Millionen Menschen irrten dem Hilfswerk zufolge innerhalb ihrer Heimatländer als Binnenflüchtlinge umher. Zudem erfasste das UNHCR etwa 5,4 Millionen Asylbewerberinnen und -bewerber.

Verschärfte Asylverfahren verschlechtern Situation von Kindern

Mit Blick auf mehr als 46 Millionen Kinder auf der Flucht warnte die Kindernothilfe vor negativen Auswirkungen der neuen Asylpläne in Europa. Die verschärften Asylverfahren verschlechterten die Bedingungen in den Asylunterkünften und den Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und angemessener Betreuung – insbesondere für Kinder. Es drohten langfristige Auswirkungen auf ihre psychische und physische Gesundheit.

Auf unzureichende Hilfe für geflüchtete Menschen mit Behinderung wies Handicap International hin: Geflüchtete und Binnenvertriebene mit Behinderung würden häufig übersehen, sie lebten oft unter besonders prekären Umständen. (epd/mig) Aktuell Panorama

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