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Die Blaue Karte EU (elektronischer Aufenthaltstitel) © Bundesgesetzblatt 2012, bearb. MiG

So geht's

Aufenthaltserlaubnis zur Aufnahme einer Beschäftigung oder Ausbildung

Wer in Deutschland studieren oder arbeiten möchte, benötigt einen Aufenthaltstitel. Es gibt viele Möglichkeiten und Wege - aber auch zahlreiche Hürden. Deshalb ist eine gute Vorbereitung hilfreich und gut angelegte Zeit.

Montag, 16.01.2023, 0:59 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 17.01.2023, 10:04 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Da Deutschland ein attraktiver Arbeitsmarkt mit vergleichsweise guten Arbeitsbedingungen und hohen Gehältern ist, ist es Ziel für viele Menschen rund um den Globus. Um dies zu erreichen, müssen jedoch zahlreiche bürokratische Hürden überwunden werden. Nicht selten kommt es vor, dass die Aufenthaltserlaubnis zur Aufnahme einer Beschäftigung oder Ausbildung nicht erteilt wird. Doch es gibt Möglichkeiten, eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Erwerbstätigkeit und Ausbildung zu erhalten. Nicht selten kann es sinnvoll sein, einen Rechtsanwalt für Ausländerrecht einzuschalten.

Wie man eine Aufenthaltserlaubnis für Arbeit oder Ausbildung erhält

Um eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Erwerbstätigkeit oder Ausbildung für die Bundesrepublik Deutschland zu bekommen, ist es von Vorteil, sich bereits vor der Einreise nach Deutschland nach einer geeigneten Arbeits- oder einer Ausbildungsstelle umzusehen. Dies gilt besonders für Personen, die nicht der EU, der EWG oder der Schweiz angehören, da diese ein nationales Visum benötigen, welches bei einer deutschen Auslandsvertretung im Heimatstaat beantragt werden muss.

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Angehörige bestimmter Staaten, zum Beispiel Japan, Israel oder die USA, haben des Weiteren die Möglichkeit, innerhalb Deutschlands einen Antrag auf einen Aufenthaltstitel für einen langfristigen Aufenthalt zu stellen. Außerdem dürfen ausländische Hochschulabsolventen, die über einen anerkannten Abschluss verfügen, bis zu sechs Monate in Deutschland leben, um sich einen Arbeitsplatz zu suchen.

Ein anderer Weg, eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten, kann das Asylrecht sein. Wenn eine Person als politischer Verfolgter oder Flüchtling im Rahmen eines Asylverfahrens anerkannt wurde, hat sie das Recht, in Deutschland zu arbeiten oder eine Ausbildung zu beginnen.

Was tun, wenn man eine Aufenthaltserlaubnis hat?

Nach der Ankunft in Deutschland ist das Visum zunächst 90 Tage lang gültig. In dieser Zeit ist es nötig, das Visum in eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Blaue Karte EU für hochqualifizierte Arbeitnehmer umzuwandeln. Dabei prüft die zuständige Ausländerbehörde, ob ein konkretes Angebot für einen Job bzw. einen Ausbildungsplatz (außer bei hochqualifizierten Arbeitnehmern) oder eine Zulassung zum Studium an einer deutschen Universität vorliegt. Studenten müssen zusätzlich einen Nachweis über studienvorbereitende Maßnahmen, z.B. einen Sprachkurs, liefern können.

Hochschulabsolventen haben die Möglichkeit, eine Blaue Karte EU zu erhalten, sofern ihr Hochschulabschluss in Deutschland anerkannt ist. Außerdem benötigen sie einen Arbeitsvertrag und ihr jährliches Gehalt darf einen nicht unter 58.400 Euro brutto liegen. Für Berufe, in denen ein Mangel an Arbeitskräften besteht, wie zum Beispiel Ärzte, Ingenieure oder IT-Fachkräfte, gilt ein niedrigerer Mindestlohn.

Wann erlischt die Aufenthaltsgenehmigung?

Eine Aufenthaltserlaubnis ist stets befristet sowie zweckgebunden und kann daher aus verschiedenen Gründen erlöschen. Einige Gründe können sein:

  • Wenn der Zweck des Aufenthalts nicht mehr erfüllt wird (z.B. Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder Abschluss des Studiums)
  • Wenn der Inhaber der Aufenthaltserlaubnis gegen geltende Gesetze oder Vorschriften verstößt
  • Wenn der Inhaber der Aufenthaltserlaubnis sich länger als eine bestimmte Zeit außerhalb Deutschlands aufhält (in der Regel mehr als 6 Monate pro Jahr)
  • Wenn der Inhaber der Aufenthaltserlaubnis seinen Lebensunterhalt nicht mehr aus eigenen Mitteln bestreiten kann
  • Wenn es Gründe für eine Abschiebung gibt

Es ist wichtig zu beachten, dass jeder Fall individuell betrachtet wird und es immer eine Prüfung der Umstände durch die zuständige Ausländerbehörde geben wird. In manchen Fällen kann die Einschaltung eines fachkundigen Rechtsanwalts vorteilhaft sein.

Fazit

Eine Antragstellung für die Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Erwerbstätigkeit oder Ausbildung ist in Deutschland mit vielen bürokratischen Hürden verbunden. Häufig kommt es zu Neuerungen oder Fristen können nicht rechtzeitig eingehalten werden. Die Verfahren sind zudem meist sehr kompliziert und nicht selten werden Verfahren abgelehnt, da Dokumente fehlen oder fadenscheinige Begründungen abgegeben werden. Dagegen kann man allerdings rechtlich vorgehen: Ein kompetenter sowie erfahrener Rechtsanwalt für Ausländerrecht kann helfen – sei es bei der Vertretung vor der Ausländerbehörde oder vor Gericht – und bei der korrekten Antragstellungen unterstützen. (bg)

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