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Kind wartet am Flughafen (Symbolfoto) © claudiodivizia/123rf.com

Tag der Kinderrechte

Hilfswerk fordert Nachzug für Geschwister von geflüchteten Kindern

Am Sonntag ist Tag der Kinderrechte. Ungeachtet dessen müssen viele geflüchtete Kinder getrennt von ihren Familien und Geschwistern leben – auch in Deutschland. Eine Regelung schließt nicht nur den Geschwisternachzug aus, sondern trennt die Kinder in auch von ihren Eltern.

Donnerstag, 17.11.2022, 20:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 17.11.2022, 16:37 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Das Kinderhilfswerk terre des hommes hat die Bundesregierung aufgefordert, den Geschwistern von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen die Einreise nach Deutschland zu gestatten. Bislang hätten in der Regel nur die Eltern der allein geflüchteten Kinder und Jugendlichen ein Nachzugsrecht, wie das Kinderhilfswerk am Donnerstag zum Tag der Kinderrechte am 20. November mitteilte.

Die Geschwister dürften nicht mitkommen, selbst wenn sie im Säuglings- oder Kleinkindalter seien, bemängelte die Migrationsexpertin Sophia Eckert: „So bleiben viele Familien oft jahrelang oder dauerhaft voneinander getrennt.“ Tatsächlich wirkt sich diese deutsche Regelung oft so aus, dass in vielen Fällen auch die Eltern nicht nachziehen können, weil sie ihre minderjährigen Kinder in der Heimat nicht allein zurücklassen können. Die Regelung steht deshalb massiv in der Kritik. Sie konterkariere auch sowohl das Völkerrecht als auch das Grundgesetz, wonach das Recht auf Familie zu schützen und das Kindeswohl vorrangig zu berücksichtigen ist.

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#GeschwisterGehörenZusammen

Deshalb appelliert terre des hommes gemeinsam mit zahlreichen Bündnispartnern unter dem Hashtag #GeschwisterGehörenZusammen an die Bundesregierung, den Nachzug von Geschwistern unbürokratisch zu ermöglichen. „Geschwister gehören zusammen, Familien dürfen nicht dauerhaft getrennt werden“, heißt es in einer Erklärung.

Mit dem Koalitionsvertrag haben die Ampel-Parteien vereinbart, die Rechtslage beim Geschwisternachzug zu verbessern. „Wir erwarten deshalb von der Bundesregierung, dass sie im nächsten Migrationspaket einen Rechtsanspruch für den Geschwisternachzug schafft und dafür sorgt, dass kein Kind ohne seine Familie leben muss“, so Joshua Hofert, Vorstand Kommunikation bei terre des hommes. (epd/mig)

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