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Ein Klassenraum im Südsudan © UNICEF/Alexander Wilson

Studie

Bildungschancen von Millionen von Kindern gefährdet

Weltweit ist schätzungsweise etwa 78 Millionen Kinder wegen verschiedener Krisen der Schulbesuch verwehrt. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. In Somalia etwa raube der Hunger den Kindern die Energie für den Schulweg. „Save the Children“, spricht von einer der folgenschwersten Katastrophen seit Menschengedenken.

Donnerstag, 03.11.2022, 17:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 03.11.2022, 11:04 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Konflikte, Hungerkrisen und der Klimawandel beeinträchtigen laut „Save the Children“ die Bildungschancen von Millionen von Kindern. Allein in Afghanistan, dem Sudan, Somalia und Mali seien insgesamt 49 Millionen Mädchen und Jungen extrem gefährdet, keine angemessene Bildung zu erhalten, teilte die Hilfsorganisation am Dienstag in Berlin zur Veröffentlichung einer Studie mit. Weltweit ist demnach schätzungsweise etwa 78 Millionen Kinder wegen verschiedener Krisen der Schulbesuch verwehrt.

Für den Report hat „Save the Children“ nach eigenen Angaben die Bildungssysteme in 182 Ländern untersucht. Dabei wurde die Anfälligkeit und Bereitschaft zur Bewältigung diverser Gefahren überprüft, die das Recht von Kindern auf Bildung gefährden.

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Vor allem die globale Hungerkrise und Konflikte, die steigenden Lebensmittelpreise sowie Wetterextreme hätten starke Auswirkungen auf die Bildungssysteme vieler Länder, erklärte die Hilfsorganisation. Mit dem Sudan, Somalia, Mali, Nigeria, der Zentralafrikanischen Republik, Eritrea und Dschibuti liegen sieben der zehn am meisten gefährdeten Länder in Afrika. Auch in Afghanistan, dem Jemen und Syrien sind die Bildungschancen demnach stark beeinträchtigt.

Hunger raubt Energie für den Schulweg

In Somalia etwa besuchten von der Organisation befragte Kinder nicht mehr den Unterricht, weil ihnen wegen der Hungerkrise die Energie für den Schulweg fehle. In Afghanistan hätten sich seit der Machtübernahme der Taliban vor allem für Mädchen die Bildungschancen stark verschlechtert, hieß es in der Studie. Verbessert habe sich die Lage hingegen in Kolumbien.

Die Leiterin des Bereichs Bildung bei „Save the Children“, Hollie Warren, bezeichnete zudem die Corona-Pandemie als eine der „folgenschwersten Katastrophen, die die Bildung von Kindern seit Menschengedenken betroffen hat“. Am meisten bekämen die Folgen Kinder und Jugendliche zu spüren, „die ohnehin am stärksten von Konflikten, Klimakatastrophen, Hungerkrisen und Armut betroffen sind“. In vielen Ländern waren Schulen zur Eindämmung der Pandemie monatelang geschlossen. (epd/mig)

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