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Kind auf der Flucht (Symbolfoto) © Unicef/UN0443676/Kelly

Ein täglicher Kampf

Schleppende Rückführung von Kindern aus syrischen Lagern

Seit Jahren sitzen Kinder in syrischen Flüchtlingslagern fest. Das Leben dort bezeichnen Hilfsorganisationen als einen „täglichen Kampf“. Sie kritisieren die schleppende Rückführung. Bei diesem Tempo würden die Kinder längst erwachsen sein, bevor sie die Lager verlassen.

Donnerstag, 24.03.2022, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 23.03.2022, 17:42 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Das Kinderhilfswerk „Save the Children“ hat die Rückführung der ausländischen Kinder aus den syrischen Flüchtlingslagern Al Hol und Roj gefordert. Noch mehr als 7.300 Minderjährige aus 60 Ländern lebten in den beiden Lagern im Nordosten des Landes und 18.000 irakische Mädchen und Jungen, erklärte die Organisation am Mittwoch in Berlin. „Die Kinder sitzen jetzt seit Jahren in diesen schrecklichen Lagern fest“, sagte die Leiterin der Nothilfeeinsätze von „Save the Children“ in Syrien, Sonia Khush.

Zwar hätten einige Länder wie Schweden, die Niederlande, Dänemark und Deutschland einzelnen Kindern und ihren Müttern die Rückkehr ermöglicht. „Bei dem Tempo, das ausländische Regierungen vorlegen, werden einige Kinder längst erwachsen sein, bevor sie diese Lager verlassen und nach Hause zurückkehren können.“

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In Al Hol und Roj leben den UN zufolge knapp 60.000 Menschen, 40.000 von ihnen Minderjährige. Al Hol, wo etwa 56.000 Menschen leben, ist laut den UN das größte Lager für Flüchtlinge und interne Vertriebene in Syrien, viele von ihnen ehemalige IS-Anhängerinnen und ihre Kinder. Immer wieder kommt es dort zu Gewalt mit Todesopfern.

Ein täglicher Kampf

Die Regierungen der Herkunftsländer entzögen sich der Verantwortung, indem sie den Müttern die Staatsbürgerschaft aberkannten, kritisiert „Save the Children“. Die Mütter stünden somit vor der Entscheidung, entweder mit den Kindern in den Lagern zu bleiben oder die Kinder alleine nach Hause zu schicken und sie voraussichtlich nie wiederzusehen.

Das Überleben in den Lagern ist für Kinder laut „Save the Children“ ein täglicher Kampf. Krankheiten und Gewalt seien weit verbreitet, die Versorgung schlecht. Nur eine Minderheit der Jungen und Mädchen gehen zur Schule, viele Kinder müssen arbeiten. In Al Hol starben im vergangenen Jahr laut der Hilfsorganisation 74 Kinder, davon acht, weil sie ermordet wurden. (epd/mig)

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