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Handwerk © voltamax @ pixabay.com (CC 0 Public Domain)

Chancenkarte begrüßt

Mittelstandsexperte: „Uns gehen die Beschäftigten aus.“

Der Mittelstandsverband BVMW begrüßt die Pläne der Bundesregierung, mit der Chancenkarte die Einwanderung von Arbeitskräften nach Deutschland zu erleichtern. Das könne aber nur ein erster Schritt sein. Wichtig sei auch die Anerkennung ausländischer Abschlüsse.

Montag, 10.10.2022, 16:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 05.10.2022, 17:24 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Im Zuge eines neuen Zuwanderungsgesetzes will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil eine Chancenkarte inklusive Punktesystem auf den Weg bringen: Vier Kriterien, Sprachqualifikation, Berufserfahrung, Ausbildung und Alter, sollen künftig entscheiden, ob man ins Land kommen darf. Der Bundesverband für den deutschen Mittelstand „BVMV“ begrüßt die Pläne aus dem Ministerium.

Die Chancenkarte sei angesichts des Arbeitskräftemangels „ein erster guter Schritt in die richtige Richtung“, erklärt BVMW-Vorsitzender Markus Jerger. „Seit Jahren fordern wir die Einführung des Punktesystems nach kanadischem Vorbild, um auch in Deutschland eine gezielte Einwanderung von Arbeits- und Fachkräften zu ermöglichen“, so Jerger.

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Experte fordert mehr Sprachangebote

Wichtiger sei es jedoch, auch die grundlegenden Hürden bei der Fachkräfteeinwanderung anzugehen. „Deutschland muss offener bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen akademischen und beruflichen Abschlüssen werden, sonst können wir Zugewanderten keine adäquaten Jobs vermitteln. Akademiker, die Taxi fahren – das kann uns auch noch mit der Chancenkarte passieren“, so der BVMW-Vorsitzender.

Jerger weiter: „Anders als Kanada braucht Deutschland nicht nur Akademiker, sondern vorrangig Fach- und Arbeitskräfte. Insbesondere fehlende Sprachkenntnisse sollten niemanden mehr daran hindern, nach Deutschland kommen zu dürfen.“ Dafür müsse die Politik mehr Sprachangebote im Inland schaffen, die unterbringungsnah und vor allem parallel zur Einarbeitung in einen Beruf stattfinden können.

Kriterien für Chancenkarte

Jerger zufolge drängt die Zeit. „Bis 2036 werden 12,9 Millionen Beschäftigte in Rente gehen, uns gehen schlichtweg die Beschäftigten aus. Schon heute verzeichnen wir den höchsten Wert an offenen Stellen seit der Wiedervereinigung“, so der Mittelstandsexperte. Das 2020 verabschiedete Fachkräfteeinwanderungsgesetz habe bei weitem nicht die gewünschten Erfolge erzielt, vor allem in der mittelständischen Wirtschaft herrsche große Ernüchterung. „Unterm Strich kommen immer noch viel zu wenig Fach- und Arbeitskräfte zu uns. Deutschland als Einwanderungsland bleibt weiterhin unattraktiv“, so die Kritik.

Die Chancenkarte soll nach einem Punktesystem funktionieren. Interessenten sollen die „Chancenkarte“ erhalten, wenn sie drei von vier genannten Kriterien erfüllen. Wer einen von Deutschland anerkannten Abschluss, egal ob Ausbildung oder Studium, vorweisen könne, erfülle bisher vorliegenden Informationen zufolge sofort die Bedingung für die „Chancenkarte“. Die genaue Ausgestaltung der neuen Regelung befindet sich noch in Abstimmung.  (epd/mig)

Leitartikel Wirtschaft
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