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Grenzverlauf zwischen Indien und Pakistan © Google Maps

Fluten in Pakistan

UN und Hilfsorganisationen rufen zu Spenden auf

Mehr als 1.000 Menschen wurden von den Fluten in Pakistan getötet. Dafür wird auch die Klimakrise verantwortlich gemacht. UN-Generalsekretär Guterres sprach von einem „Monsun auf Steroiden“. Derweil läuft die internationale Hilfe an.

Dienstag, 30.08.2022, 20:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 30.08.2022, 15:36 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Nach den verheerenden Fluten in Pakistan haben die Vereinten Nationen zu Hilfe für die Millionen von Betroffenen aufgerufen. Für einen gemeinsam mit der pakistanischen Regierung verabschiedeten Hilfsplan werden 160 Millionen US-Dollar (knapp 160 Millionen Euro) benötigt, wie der Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe, Jens Laerke, am Dienstag in Genf mitteilte. UN-Generalsekretär António Guterres sprach von einem „Monsun auf Steroiden“. Für die mehr als 1.000 in den Fluten ums Leben gekommenen Menschen machte er die Klimakrise verantwortlich. Auch zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen riefen zu Spenden auf.

Wie UN-Sprecher Laerke unter Berufung auf Angaben der pakistanischen Regierung mitteilte, sind etwa 33 Millionen Frauen, Männer und Kinder von den Überschwemmungen betroffen. Bisher seien mehr als 1.000 Menschen gestorben und 500.000 Personen vertrieben worden, sagte er. Zudem seien 150 Brücken zerstört und 3.500 Kilometer Straße beschädigt worden. Mit dem Hilfsplan sollen demnach 5,2 Millionen Betroffene erreicht werden. Laerke rief die Staatengemeinschaft dazu auf, das Vorhaben großzügig zu finanzieren.

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Experten: Extremwetter wird zunehmen

Pakistan mit seinen etwa 225 Millionen Einwohnern wird in diesem Jahr von ungewöhnlich starken Regenfällen während des Monsuns heimgesucht. Besonders getroffen hat es laut den UN die Provinzen Sindh und Belutschistan. Klimaexperten gehen davon aus, dass Extremwettereignisse wie starke Regenfälle, Stürme und Dürren wegen der fortschreitenden Erderwärmung weiter zunehmen. Laut der Organisation Germanwatch zählt Pakistan zu den Ländern, die am stärksten durch die Folgen des Klimawandels gefährdet sind.

UN-Generalsekretär Guterres sagte in einem auf Twitter verbreiteten Video, die Klimakatastrophe habe in Pakistan mehr als 1.000 Menschen getötet und viele weitere verletzt. Millionen von Menschen seien ohne Obdach und Schulen sowie Gesundheitseinrichtungen zerstört worden. Die pakistanische Bevölkerung sei mit einem „Monsun auf Steroiden“ konfrontiert.

Welthungerhilfe warnt vor langfristigen Folgen

Auch zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen riefen zu Spenden für die Flutopfer auf. Die Diakonie Katastrophenhilfe stellt nach eigenen Angaben eine halbe Million Euro für die Nothilfe zur Verfügung. „Das Ausmaß der Katastrophe ist erschreckend“, sagte der Direktor des Hilfswerks, Martin Keßler. Man dürfe die Menschen nicht allein lassen. Die Malteser und die Kindernothilfe baten ebenfalls um Spenden für Hilfsprogramme für das südasiatische Land.

Die Welthungerhilfe warnte derweil vor den langfristigen Folgen der Katastrophe. Sobald das Wasser abgeflossen ist, müsse die Nahrungsmittelproduktion wieder starten, sagte die Pakistan-Programmleiterin Isabel Bogorinsky. „Sonst droht Hunger und damit eine Katastrophe nach der Katastrophe.“ Durch die hohe Inflationsrate hätten sich in den vergangenen Monaten Grundnahrungsmittel bereits stark verteuert. (epd/mig)

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