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Flüchtlinge retten sich an Land (Archiv) © 123rf.com

Mittelmeer

Hunderte Flüchtlinge retten sich in Italien an Land

In nur zwei Tagen haben Seenotretter Hunderte Flüchtlinge an Bord genommen. Nun suchen sie einen europäischen Hafen. Derweil retteten sich weitere Hunderte Geflüchtete auf die italienische Insel in Lampedusa.

Montag, 25.07.2022, 16:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 26.07.2022, 8:02 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Hunderte Geflüchtete haben sich seit dem Wochenende auf die italienische Insel Lampedusa gerettet. Im Morgengrauen des Montags seien sieben Boote angekommen, berichtete der staatliche italienische Sender RAI. Am Sonntag waren demnach 784 Frauen, Kinder und Männer in 31 Booten angelandet.

Dem Sender zufolge befinden sich in der Erstaufnahmeeinrichtung in Lampedusa nun 1.871 Menschen, obwohl nur 350 Plätze verfügbar sind. Weitere Flüchtlinge wurden durch die privaten Rettungsschiffe „Ocean Viking“ und „Sea-Watch 3“ sowie von der italienischen Küstenwache gerettet.

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Seenotretter bergen Hunderte Menschen

Die „Ocean Viking“ nahm am Sonntag in einer dritten Rettung 73 Menschen an Bord und versorgt nun insgesamt 268 Gerettete, darunter 100 unbegleitete Minderjährige, wie die Organisation SOS Méditerranée mitteilte, die das Schiff betreibt. Die „Sea-Watch 3“ der gleichnamigen Organisation rettete nach eigenen Angaben am Wochenende 444 Menschen in fünf Einsätzen vor der libyschen Küste. Die private Notrufhotline Alarm Phone hatte die Besatzung auf die Notfälle aufmerksam gemacht.

Nach der Evakuierung einer hochschwangeren Frau und eines Kindes mit schweren Verbrennungen mit deren jeweiligen Angehörigen befänden sich noch 439 Gerettete an Bord. Die Besatzung hofft auf die baldige Zuweisung eines Hafens, um die Menschen an Land zu bringen.

Keine staatliche Seenotrettung im Mittelmeer

Die italienische Küstenwache rettete laut RAI zudem mehr als 120 Menschen aus drei Schiffen in Seenot. Die Geflüchteten stammen demnach aus Ländern wie Eritrea, Sudan, Palästina, Syrien, Marokko, Bangladesch und Tunesien.

Auf der Suche nach Schutz in Europa wagen Flüchtlinge und Migranten immer wieder die riskante Fahrt über das Mittelmeer. Es gibt dort keine staatlich organisierte Seenotrettungsmission, lediglich die Schiffe privater Organisation halten Ausschau nach Schutzsuchenden. Die italienische Küstenwache reagiert nur in seltenen Fällen.

Knapp 1.000 Menschen gestorben oder vermisst

Immer wieder braucht es mehrere Tage, bis die privaten Rettungsschiffe die Erlaubnis zur Anlandung in einem italienischen Hafen erhalten. Malta lässt seit Monaten keine Seenotretter einlaufen. Am Samstag hatte das Rettungsschiff „Rise Above“ der Organisation Mission Lifeline die Erlaubnis erhalten, mit 70 Flüchtlingen an Bord den sizilianischen Hafen Augusta anzulaufen.

Seit Beginn des Jahres sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 990 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. (epd/mig)

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