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Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) © hubertus-heil.de, photothek.net

Heil fordert „echte Integration“

Längerer Aufenthalt ukrainischer Flüchtlinge wahrscheinlich

Geflüchtete Ukrainer werden nach Einschätzung von Bundesarbeitsminister Heil länger in Deutschland bleiben. Er fordert „echte Integration“ statt Zwischenlösungen. Russischen Fachkräften, die aus Russland ausreisen wollen, signalisiert Heil Aufnahmebereitschaft.

Montag, 16.05.2022, 20:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 17.05.2022, 5:40 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hält aufgrund der Zerstörung in vielen ukrainischen Städten einen längeren Aufenthalt der Kriegsflüchtlinge für wahrscheinlich. „Wir müssen uns auf lange Bleibe-Zeiträume über mehrere Jahre einstellen“, sagte er der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Zwar wünschten sich viele Menschen aus der Ukraine eine schnelle Rückkehr, einige wollten jedoch auch in Deutschland bleiben. „Daher braucht es auch eine echte Integration und keine Zwischenlösungen, bei denen die Menschen nur als Hilfskräfte ausgebeutet werden“, sagte Heil.

Ab 1. Juni erhielten die Schutzsuchenden aus der Ukraine alle Leistungen aus einer Hand in den Jobcentern, betonte der Bundesarbeitsminister. „Wichtig ist es auch, schnell bei der Kinderbetreuung voranzukommen, es kommen ja überwiegend Frauen mit Kindern“, erklärte Heil. „Auch bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen müssen wir noch besser werden, damit die Menschen eine Bleibeperspektive haben.“

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Heil offen für Fachkräfte aus Russland

Heil zeigte sich auch offen, Fachkräfte aus Russland in Deutschland aufzunehmen. „Viele deutsche Unternehmen haben ihr Russlandgeschäft eingestellt und uns berichtet, dass viele russische Fachkräfte ausreisen wollen, weil sie nicht unter Putins Regime leben wollen“, sagte er. „Diesen russischen Fachkräften eröffnen wir die Möglichkeit, in einem freien Land zu leben und zu arbeiten.“ Deutschland könne Fachkräftezuwanderung gut gebrauchen.

Russinnen und Russen, die nach Deutschland wollen, müssen vor der Einreise ein sogenanntes Schengen-Visum beantragen. Es erlaubt ihnen die Einreise, aber nur 90 Tage Aufenthalt – und keine Aufnahme von Arbeit in der Bundesrepublik. Auch wer wegen politischer Verfolgung Asyl erhält, darf wie alle anderen Asylbewerber lange kein eigenes Geld verdienen. (epd/mig)

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