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Studie

Deutsche mit Migrationsgeschichte folgen dem allgemeinen Wahltrend

Wem geben Deutsche mit Migrationsgeschichte ihre Stimme, welche politischen Einstellungen haben sie? Dieser Frage ist eine Forschungsgruppe nachgegangen. Das Ergebnis: Das Muster, Russlanddeutsche wählen CDU, Türkeistämmige SPD, stimmt nicht mehr.

Mittwoch, 13.04.2022, 19:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 14.04.2022, 4:58 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Menschen aus Einwandererfamilien folgen dem allgemeinen Trend und stimmen bei Wahlen weitgehend so ab wie Deutsche ohne Migrationshintergrund. Zu dieser Einschätzung kommen erste Ergebnisse einer am Dienstag präsentierten Studie der Universitäten Duisburg-Essen, Bamberg und Düsseldorf, die anhand der Bundestagswahl 2021 das Stimmverhalten von Menschen mit Einwanderungsgeschichte untersucht hatte.

Dazu wurden rund 1.500 wahlberechtigte Menschen aus Duisburg telefonisch interviewt. Die Ruhrgebietsstadt gilt aufgrund ihres hohen Anteils an Migranten als „Prototyp der modernen Großstadt“.

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Positiv sei festzustellen, dass sich viele Wähler aus Einwandererfamilien grundsätzlich zugehörig fühlten zu Deutschland und zufrieden mit der Demokratie seien, erklärte der Teamleiter und Politikwissenschaftler Achim Goerres. Ihr Interesse für Politik stieg, je näher der Urnengang rückte. „Die Wahlbeteiligung hat sich im Vergleich zu anderen Studien außerdem angeglichen: Sie lag bei türkeistämmigen Deutschen und Russlanddeutschen bei 67 und 66 Prozent, und damit geringfügig niedriger als bei den anderen beiden Gruppen, die in Duisburg auf 69 Prozent kamen.“

CDU/CSU verliert Russlanddeutsche

Bereits bei der Bundestagswahl 2017 hatte die Forschungsgruppe eine bundesweite Erhebung zu dem Thema durchgeführt. Damals seien türkischstämmige Wähler wie auch Russlanddeutsche politisch noch anders eingestellt gewesen als Deutsche ohne Migrationshintergrund, hieß es.

Im Jahr 2021 habe sich das Bild zumindest für Duisburg verschoben. Hier wählten Russlanddeutsche mit nur 20 Prozent der Stimmen die CDU. Das sei „sehr bemerkenswert“, wenn man bedenke, wie stark die CDU/CSU in dieser Gruppe einmal war, betonte Goerres. Die meisten Stimmen aus dieser Bevölkerungsgruppe erhielten SPD und Grüne mit 30 beziehungsweise 28 Prozent.

Türkeistämmige wählen SPD

Bei den türkischstämmigen Deutschen in Duisburg fiel die Präferenz für die SPD noch deutlicher aus. Dort wählten 39 Prozent die Sozialdemokraten, die CDU kam auf 17 Prozent, die Grünen auf 15 Prozent. Vergleichsweise stark war auch die Linke mit 13 Prozent.

Laut der Hochschule wurden die der Studie zugrunde gelegten Daten auch mit Big Data-Techniken erhoben. Die vollständige Auswertung der umfangreichen Untersuchungsergebnisse dauere noch an. (epd/mig)

Gesellschaft Leitartikel
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