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Polizisten an der polnisch-belarusischen Grenze

Ausharren bei Minusgraden

Menschenrechtler fordern Aufnahme von Flüchtlingen aus Polen

Menschenrechtler haben mit einer Mahnwache vor dem Bundeskanzleramt auf die desolate Situation der Menschen an der polnisch-belarussischen Grenze aufmerksam gemacht. Sie fordern die sofortige Aufnahme der Flüchtlinge.

Donnerstag, 18.11.2021, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 17.11.2021, 17:51 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Mit einer Mahnwache vor dem Bundeskanzleramt hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die Lage der an der polnisch-belarussischen Grenze gestrandeten Flüchtlinge aufmerksam gemacht. Diese müssten umgehend von EU-Ländern aufgenommen und humanitär versorgt werden, forderte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in Berlin. Viele der Geflüchteten seien Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten wie Kurden und Jesiden aus dem Irak und aus Syrien oder Hasara aus Afghanistan. Sie flüchteten vor Verfolgung, Krieg und Gewalt in ihren Heimatländern.

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Die Geflüchteten würden benutzt, um geopolitische Interessen durchzusetzen, beklagte der Nahost-Referent der GfbV, Kamal Sido. Dass sie als politisches Druckmittel missbraucht würden, sei nicht ihr Fehler. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko ahme die Erpressungstaktik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach. „Dieses Handeln ist verbrecherisch“, betonte der aus Syrien stammende Nahost-Experte. Die Menschen, die bei Minusgraden in den Wäldern an der Grenze ausharrten, dürften dafür nicht verantwortlich gemacht werden.

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Ärzte fordern sofortige Aufnahme

Auch die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW rief unter Verweis auf die sich zuspitzende Lage an der Grenze und die Brutalität der Sicherheitskräfte gegenüber den Geflüchteten zu einer sofortigen Aufnahme der Menschen auf. Diesen müsse rasch umfangreiche humanitäre Hilfe geleistet werden, forderte die Organisation in Berlin. Mindestens neun Menschen seien im Grenzgebiet bereits ums Leben gekommen, darunter auch Minderjährige.

Seit Monaten versuchen Flüchtlinge, über Belarus in die EU zu gelangen. Ihre Zahl hat sich zuletzt deutlich erhöht. EU-Spitzenpolitiker werfen Lukaschenko vor, die Menschen mit Versprechungen einer leichten Einreise anzulocken und dann an die Grenze zu Polen, Litauen oder Lettland zu schleusen. Nach Medienberichten sitzen Tausende Flüchtlinge und Migranten im Grenzgebiet fest. (epd/mig)

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