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"Fridays for Future"-Demonstration in Köln © verchmarco @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Klimagipfel

Regierungschefs sehen Welt in bedrohlichem Zustand

„Es ist eine Minute vor Mitternacht“: Beim Weltklimagipfel betonen Staats- und Regierungschefs die Notwendigkeit rascher Maßnahmen, um die Erderwärmung unter Kontrolle zu bringen.

Dienstag, 02.11.2021, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 01.11.2021, 17:39 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Beim Weltklimagipfel in Glasgow haben sich Staats- und Regierungschefs zu einem verstärkten Engagement gegen die Erderwärmung bekannt. Der britische Premierminister Boris Johnson warnte eindringlich vor Tatenlosigkeit: „Es ist eine Minute vor Mitternacht auf der Weltuntergangs-Uhr“, sagte Johnson am Montag.

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Nach den Worten von US-Präsident Joe Biden muss das Treffen in der schottischen Stadt ein Jahrzehnt des Ehrgeizes einläuten. Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb in ihrer letzten Rede bei einem Klimagipfel für eine internationale CO2-Bepreisung.

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Klimaflucht

Bei der bis 12. November geplanten Klimakonferenz geht es um die weitere Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, das die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad begrenzen soll. Dazu sind Tausende Delegierte aus knapp 200 Ländern nach Glasgow gekommen. Am Montag nahmen rund 120 Staats- und Regierungschefs an dem Treffen teil.

Der Klimawandel raubt immer mehr Menschen rund um den Globus ihren Lebensraum. Zunehmende Naturkatastrophen wie Dürre oder Starkregen haben Ernteverluste zur Folge, die wiederum Armut und Hunger mit sich bringen. In der Folge steigt auch die Zahl der Menschen, die in anderen, reichen Ländern Zuflucht suchen.

„Tickende Weltuntergangs-Maschine“

Johnson sagte, je länger die Welt mit effektivem Klimaschutz warte, desto höher werde der Preis, den die Menschheit zahlen müsse. Es bestehe aber noch die Möglichkeit, die „tickende Weltuntergangs-Maschine“ zu stoppen, betonte er. Dazu müssten in Glasgow die Weichen für eine grünere Zukunft gestellt werden, erklärte der Regierungschef. Unter anderem warb er für einen weltweiten Kohleausstieg bis 2040.

Merkel betonte: „Wir sind noch nicht da, wo wir hinmüssen.“ So seien die vorgelegten nationalen CO2-Minderungsziele nicht ausreichend. Zugleich zeigte sie sich zuversichtlich, dass in Glasgow Fortschritte erzielt werden können: „Wir müssen und wir können das Pariser Klimaabkommen umsetzen“, erklärte Merkel, die daran erinnerte, dass sie als Bundesumweltministerin 1995 in Berlin die erste Klimakonferenz geleitet hatte.

Biden: Es bleibt nur wenig Zeit

US-Präsident Biden mahnte, es bleibe nur wenig Zeit zu handeln. Es sei möglich, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, wenn alle zusammenkämen und sich verpflichteten, ihren Anteil ehrgeizig und entschlossen umzusetzen. Er schloss seine Rede mit den Worten: „Möge Gott den Planeten retten.“

UN-Generalsekretär António Guterres sagte, die Welt steuere auf eine Klimakatastrophe zu. Für Inselstaaten und andere besonders verletzliche Länder sei das Scheitern der Klimaschutz-Anstrengungen keine Option, sondern „ein Todesurteil“. Guterres sprach von einem „Moment der Wahrheit“. Die Erde bewege sich im Zuge ihrer Erwärmung auf Kipppunkte zu, deren Überschreiten eine gefährliche Eskalation zur Folge hätte.

Klimaschutz ganz oben auf der Prioritätenliste

Er appellierte an die Staatschefs: „Entschieden Sie sich für Ehrgeiz, entscheiden Sie sich für Solidarität, entscheiden Sie sich dafür, unsere Zukunft und die Menschheit zu retten.“ Klimaschutz stehe auf der Prioritätenliste der Menschen ganz oben, ungeachtet von Heimatland, Alter und Geschlecht, unterstrich er.

Unter anderem geht es bei dem Glasgower Gipfel um eine Bewertung der freiwilligen nationalen Klimaziele bis 2030, die die Staaten vor der Konferenz eingereicht haben. Außerdem wollen die Klimadiplomaten über Transparenzregeln, Berichtspflichten und die Ausgestaltung eines internationalen Handels mit CO2-Emissionsrechten verhandeln. Auch über die finanzielle Unterstützung armer Staaten im Kampf gegen die Erderwärmung soll beraten werden. (epd/mig)

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