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Impfstoff (Symbolfoto) © alirazagurmani9272 @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Impfquote 1,3 Prozent

Unicef prangert ungleiche Verteilung von Corona-Impfstoff an

In Ländern mit niedrigem Einkommen sind nur 1,3 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Hauptgrund dafür ist eine weiter anhaltende ungleiche Verteilung von Corona-Impfstoffen. Unicef und Entwicklungsorganisationen schlagen Alarm.

Donnerstag, 28.10.2021, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 27.10.2021, 17:11 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Unicef kritisiert die nach wie vor ungerechte Verteilung von Corona-Impfstoffen zwischen armen und reichen Ländern. Nach einer aktuellen Analyse des Forschungsinstituts Airfinity hätten die G20-Staaten pro Kopf 15-mal so viele Impfdosen gegen Covid-19 erhalten wie Länder in Subsahara-Afrika oder andere Länder mit niedrigem Einkommen, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Mittwoch in Köln mit.

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Zudem kämen die von wohlhabenden Ländern zugesagten Impfstoff-Spenden an arme Staaten zu langsam dort an, hieß es. Von den 1,3 Milliarden zugesagten Impfdosenspenden seien bisher nur 194 Millionen Dosen an die Impfstoff-Initiative Covax weitergegeben worden. Insbesondere afrikanische Länder hätten bisher kaum Covid-19-Impfdosen erhalten.

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„Die ungerechte Impfstoffverteilung wirft nicht nur die ärmsten Länder zurück, sondern die ganze Welt“, erklärte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Beim G20-Gipfel am kommenden Wochenende in Rom sollten die Staats- und Regierungschefs daran denken, „dass wir den Kampf gegen die Pandemie nur gemeinsam gewinnen oder verlieren können“.

Industrieländer spenden zu wenig Corona-Impfstoffe

Auch nach Einschätzung von Entwicklungsorganisationen haben Industrienationen und Pharmakonzerne bisher nur einen Bruchteil der versprochenen Corona-Impfstoffe an arme Länder gespendet. Von den zugesagten 1,8 Milliarden Impfdosen hätten reiche Länder wie Deutschland, Kanada und die USA bisher 261 Millionen (14 Prozent) Dosen geliefert, erklärte das Bündnis „People’s Vaccine Alliance“ vergangene Woche anlässlich der Vorstellung eines Berichts in Berlin.

Für den Bericht „A Dose of Reality“ hat das Bündnis die Impfstoffspenden der G7-Staaten sowie der EU analysiert. Demnach haben die USA mit etwa 176 Millionen Dosen bisher die meisten Vakzine abgegeben. Die EU-Länder hätten rund 52 Millionen Impfdosen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen gespendet. Auch Pharmakonzerne wie Johnson & Johnson und Biontech/Pfizer hätten armen Ländern bisher zu wenig Vakzine zur Verfügung gestellt.

Impfquote 1,3 Prozent

Die Organisationen forderten, die Impfstoffe auf alle Länder zu verteilen. Nur so könne das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erreicht werden, bis Ende 2021 weltweit eine Impfquote von mindestens 40 Prozent zu erreichen. Dem Bericht zufolge sind derzeit 1,3 Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen vollständig geimpft.

Dem Bündnis „People’s Vaccine Alliance“ gehören mehr als 70 Hilfs- und Entwicklungsorganisationen an, darunter Oxfam, Unaids und das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“. Die Organisationen setzen sich für eine Freigabe der Patente und eine gerechte Verteilung von Corona-Impfstoffen ein. (epd/mig)

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