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Spritze © Jim Papier @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Entwicklungsminister Müller

Arme Länder bei Corona-Drittimpfungen nicht benachteiligen

Während 90 Prozent der Afrikaner ungeimpft sind, empfiehlt die hiesige Impfkommission dritte Auffrischungsimpfungen. Entwicklungsminister warnt vor einer zunehmenden Benachteiligung armer Länder. Reiche Industriestaaten hätten den Weltmarkt leergekauft.

Dienstag, 28.09.2021, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 27.09.2021, 3:06 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat vor einer zunehmenden Benachteiligung armer Länder bei Corona-Vakzinen gewarnt. „Reiche Länder haben zusätzliche Impfstoffe vom Weltmarkt weggekauft, um Drittimpfungen zu ermöglichen, während über 90 Prozent der Afrikaner noch nicht einmal die erste Impfung hatten“, sagte der Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wir müssen eine weitere Benachteiligung der ärmeren Länder verhindern.“

Die Ständigen Impfkommission (Stiko) hatte vergangene Woche Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus ausgesprochen, zunächst nur für Risikopatienten. Die Kommission prüft Stiko-Chef Thomas Mertens zufolge allerdings, inwieweit die Studienlage eine generelle Impfempfehlung in bestimmten Altersgruppen begründe. „Sollte sich herausstellen, dass es ab einem bestimmten Alter gehäuft zu Impfdurchbrüchen kommt, könnte es auch zu einer allgemeinen Impf-Empfehlung etwa ab 60, 70 oder 80 Jahren kommen“, Stiko-Mitglied Fred Zepp.

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Ende August hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mehr Corona-Impfstoff für Entwicklungsländer zugesagt. Die internationale Impfstoff-Initiative Covax werde verstärkt liefern, damit der Impfstoff schnell zu den Menschen in Afrika komme, sagte sie am 27. August in Berlin. Auch das wirtschaftliche Wohl des Kontinents hänge mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen zusammen.

Zielvorgaben nicht erreicht

Müller beklagte, dass das Ziel von Covax, bis Ende des Jahres zwei Milliarden Impfstoffdosen für Menschen in armen Ländern zur Verfügung zu stellen, nicht mehr zu erreichen sei. Bisher seien nur über 300 Millionen Impfdosen durch Covax verteilt worden. Die Impfstofflieferungen für Afrika würden bis Ende des Jahres voraussichtlich um 25 Prozent geringer ausfallen als erwartet. Das liege vor allem an mangelndem Nachschub.

Die Impfstoffspenden der reichen Länder müssten jetzt schnell erfolgen, forderte Müller. Die EU-Staaten hätten 248 Millionen Dosen zugesagt, bisher aber nur 20 Millionen Dosen abgegeben. „Weltweit gibt es 100 Millionen Dosen, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen und schnell verimpft werden müssen“, mahnte der Minister. (epd/mig)

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