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Coronavirus © distelAPPArath @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Mehr Impf-Dosen zugesagt

Hoffnung auf Corona-Impfstoff „Made in Africa“?

Deutschland sagt den Entwicklungsländern eine höhere Zahl von Impfstoffdosen gegen das Coronavirus zu. Sie sollen in diesem Jahr 70 Millionen Impfdosen statt 30 Millionen erhalten – ein Tropfen auf dem heißen Stein. Hoffnungen liegen auf einer Impfstoffproduktion in Afrika.

Montag, 30.08.2021, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 29.08.2021, 15:19 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehr Corona-Impfstoff für Entwicklungsländer zugesagt. „Deutschland wird in diesem Jahr nicht nur 30 Millionen Impfdosen geben können, sondern wir werden 70 Millionen geben können“, sagte sie nach der G20-Konferenz „Compact with Africa“ am Freitagabend in Berlin. Die internationale Impfstoff-Initiative Covax werde verstärkt liefern, damit der Impfstoff schnell zu den Menschen in Afrika komme. Auch das wirtschaftliche Wohl des Kontinents hänge mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen zusammen.

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Merkel wies nach der Konferenz, an der auch die Präsidenten Südafrikas und der Demokratischen Republik Kongo, Cyril Ramaphosa und Félix Tshisekedi, teilnahmen, darauf hin, dass bislang nur zwei Prozent der Bevölkerung in Afrika gegen das Coronavirus geimpft seien. Das sei „eine dramatische Ungerechtigkeit, die wir schnell überwinden müssen“, unterstrich die Kanzlerin. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wiederholt die ungleiche Verteilung von Corona-Impfstoff kritisiert. Während in reichen Ländern die dritte Impfung verabreicht werde, warteten in armen Ländern Menschen vergeblich auf die erste Impfung.

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Es gebe auch erste konkrete Projekte für eine Impfstoffproduktion in Afrika, sagte Merkel. Es handle sich um die Länder Ruanda, Senegal und Südafrika. Die vierte Konferenz „Compact with Africa“ fand im hybriden Format statt. An der Initiative „Compact with Africa“ (Übereinkunft mit Afrika) beteiligen sich Ägypten, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien.

Impfstoff „Made in Africa“?

Auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sprach sich für eigenständige Impfstoffproduktion in Afrika aus. „Das wäre eine Initialzündung im Kampf gegen Covid-19 und würde auch einen Technologieschub auslösen, der bei Impfungen gegen Polio oder künftig auch Malaria hilft“, sagte der Minister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er sei optimistisch, dass in einem halben Jahr der erste Corona-Impfstoff „Made in Africa“ erhältlich sei.

Der CSU-Politiker forderte eine „Impfstoffoffensive“ in Afrika. Im Senegal würden bereits Impfstoffe gegen Gelbfieber produziert, jetzt werde die Produktion für ein Corona-Vakzin vorbereitet. In Südafrika würden schon Covid-19-Impfstoffe abgefüllt. Müller verwies darauf, dass weniger als drei Prozent der afrikanischen Bevölkerung vollständig geimpft seien.  „In knapp der Hälfte der Länder auf dem Kontinent steigen aktuell die Fallzahlen – fast 250.000 Afrikaner sind allein letzte Woche an Corona gestorben“, beklagte er. Der Weg aus der Corona-Krise führe über eine weltweite Impfkampagne. (epd/mig)

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