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Archiv-Foto © Deutscher Bundestag / Achim Melde

Schlusslicht Union

Mehr Abgeordnete mit Migrationshintergrund im neuen Bundestag

Der neue Bundestag hat mehr Abgeordnete mit Migrationshintergrund. Die meisten Abgeordneten stellt die SPD-Fraktion, gemessen am Fraktionsanteil ist die Linkspartei mit Abstand vorne. Schlusslicht ist die CDU/CSU Fraktion – hinter der AfD.

Donnerstag, 30.09.2021, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 29.09.2021, 17:06 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Mindestens 83 (11,3 Prozent) der neuen Bundestagsabgeordneten haben nach Recherchen des Mediendienstes Integration einen Migrationshintergrund. Das sind rund drei Prozentpunkte mehr als 2017, wie der Mediendienst am Mittwoch in Berlin mitteilte. Damals zogen 58 Abgeordnete (8,2 Prozent) mit migrantischen Wurzeln in den Bundestag ein. Damit stieg der Anteil der Parlamentarier mit Migrationshintergrund zum dritten Mal nach 2013 und 2017.

Den höchsten Anteil hat aktuell die Linke mit 28,2 Prozent. Hier haben laut Mediendienst elf der 39 neuen Parlamentarier eine Einwanderungsgeschichte. In der neuen 206-köpfigen SPD-Fraktion haben den Angaben zufolge 35 Abgeordnete einen Migrationshintergrund. Das entspricht 17 Prozent. 2017 waren es noch 9,8 Prozent.

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CDU/CSU Schlusslicht

Bei den Grünen, AfD und FDP ist der Anteil dagegen leicht gesunken. Von den jetzt 118 Grünen im Bundestag haben 16 migrantische Wurzeln, das ist ein Rückgang von 14,9 auf 13,6 Prozent. Bei der AfD haben sechs von 83 Abgeordneten einen Migrationshintergrund, bei der FDP fünf von 92.

Leichte Zuwächse gab es in der CDU/CSU-Fraktion von 2,9 auf 4,6 Prozent. Von 196 Mitgliedern der Unions-Fraktion haben neun eine Einwanderungsgeschichte. Trotzdem sei die CDU/CSU-Fraktion immer noch die mit dem geringsten Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund, hieß es. Die Union bildet damit das Schlusslicht im Bundestag.

Nicht repräsentativ

Interessant ist den Angaben zufolge auch, dass die Abgeordneten aus Einwandererfamilien im Schnitt jünger sind als vor vier Jahren. Ihr Durchschnittsalter sank im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 von 49 auf 43 Jahre.

In der Gesamtbevölkerung Deutschlands hat etwa jeder vierte Mensch einen Migrationshintergrund. Unter den Wahlberechtigten sind es rund 12 Prozent. Damit bleibt der Bundestag weit hinter der gesellschaftlichen Bevölkerungszusammensetzung zurück. (epd/mig)

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  1. thomas sagt:

    Kategorie migrationshintergrund ist leider irreführend. Die AFD hat eine Vielzahl von Menschen mit Migrationshintergrund. Kuckt man genau hin, dann entdeckt man weisse russlanddeutsche und Aussiedler. Einer der wenigen mit sichtbarem Migrationshintergrund ist Waldemar Herdt, dem man seine asiatische Herkunft ansieht. Er könnte auch Pakistaner oder Inder sein. Ansonsten finde ich es irreführend, wenn irgendwelche Swetlanas, die weiss sind als Geburtsort Kasachstan haben und in die Kategorien Asiatinnen und Migrationshintergrund fallen