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Lernen (Symbolfoto) © picjumbo_com @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Weise Interventionen

Studie zeigt Lösung gegen Leistungsblockaden von Schülern mit Migrationshintergrund

Schülern mit Migrationshintergrund traut man seltener gute Leistungen zu. Die Folgen sind oft schlechtere Noten. Einer Studie zufolge können Lehrkräfte mit Weisen Interventionen helfen. Vorausgesetzt, sie sind geschult und qualifiziert.

Dienstag, 31.08.2021, 5:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 30.08.2021, 17:07 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Kinder mit Migrationshintergrund machen häufiger als andere Kinder die Erfahrung, dass man ihnen aufgrund ihrer Herkunft gute Leistungen nicht zutraut. Mit Weisen Interventionen können Lehrkräfte ihnen helfen, eine positive Überzeugung von ihrer eigenen Leistungsfähigkeit zu entwickeln und so dennoch gute Leistungen zu erbringen. Das ist das Ergebnis eines von der Stiftung Mercator geförderten Studie des Sachverständigenrates für Integration und Migration (SVR), in der verschiedene Unterrichtsstrategien getestet wurden.

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„Wir wissen, dass es zu Ängsten und Leistungsblockaden kommen kann, wenn Lernende wahrnehmen, dass andere ihnen gute Leistungen nicht zutrauen – zum Beispiel aufgrund ihrer Herkunft. Heranwachsende sind da besonders sensibel. Wenn sie sich durch solche negativen Stereotype bedroht fühlen, verlieren sie Vertrauen in sich selbst, ihre Lehrkräfte oder die Schule als Ganzes. Das kann langfristig sogar zum Schulabbruch führen,“ sagt Dr. Mohini Lokhande, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Co-Autorin der SVR-Studie „Lernende stärken! Wie Lehrkräfte mit Weisen Interventionen wirken können“.

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Der wissenschaftliche Stab des SVR hat für zwei Weise Interventionen eine Evaluationsstudie durchgeführt. Dabei wurde untersucht, wie sich die Mathematikleistungen von Kindern aus fünften Klassen in Schulen im Ruhrgebiet entwickeln, wenn vorab geschulte Lehrkräfte diese Interventionen im Unterricht selbständig durchführen. Es handelt sich dabei um Übungen und Strategien, bei denen sich Schüler vor einer Klassenarbeit ihre individuellen Stärken vergegenwärtigen oder Lehrkräfte sich bewusst machen, dass alle Kinder Potenzial zur Weiterentwicklung haben. Die Analysen des Forscherteams basieren auf Angaben von 889 Schülerinnen und Schülern aus mehr als 50 Klassen.

Kinder bringen bessere Leistungen

„Beide Interventionen haben den Praxistest bestanden“, berichtet Lokhande. „Wir haben gesehen, dass Kinder, die die Erfahrung gemacht haben, dass man ihnen aufgrund ihrer Herkunft keine guten Leistungen zutraut, mit Hilfe der motivationsförderlichen Unterrichtsstrategien bessere schulische Leistungen erbringen. Sie konnten zeigen, was wirklich in ihnen steckt“, so Lokhande weiter. Nach der Lehrkraftschulung zur wachstumsorientierten Grundhaltung habe man auch eine langfristige Leistungssteigerung festgestellt. Schüler profitierten von dieser Intervention auch zu Beginn des nächsten Schuljahres und dass, obwohl sie aufgrund der Corona-Pandemie und der Sommerferien länger keinen Präsenzunterricht hatten.

„Ein nachhaltiger und wirksamer Transfer in die Schulpraxis kann aber nur gelingen, wenn dieser in die Gesamtstrategie der jeweiligen Schule eingebettet wird,“ sagt Christiane von Websky, Bereichsleiterin Teilhabe und Zusammenhalt der Stiftung Mercator. „Lehrkräfte müssen von der Schulleitung und der Schulverwaltung also so unterstützt werden, dass sie die Unterrichtsstrategien in ihrem jeweiligen Kontext auch anwenden können.“ Die pädagogische Aus- und Weiterbildung spielt laut Websky eine besonders wichtige Rolle, um Chancengleichheit an Schulen unabhängig von der Herkunft der Schüler zu fördern. (mig)

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