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Bundesagentur für Arbeit (Archiv) © Tim Reckmann @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Statistik

1,2 Millionen Minijobbern in Deutschland droht die Altersarmut

Viele Minijobber in Deutschland laufen Gefahr, im Seniorenalter ein Leben ohne Rentenbezug zu fristen. Das geht aus aktuellen Zahlen der Bundesregierung hervor. Aus Studien geht hervor, dass Ausländer überdurchschnittlich oft einem Minijob nachgehen.

Montag, 23.08.2021, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 22.08.2021, 13:39 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Fast 1,2 Millionen Minijobbern in Deutschland droht wegen fehlender Rentenansprüche die Altersarmut. Denn gut die Hälfte der rund 2,3 Millionen geringfügig Beschäftigten zwischen 25 und 65 Jahren zahlt nicht in die Rentenkasse ein, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht. Den betroffenen Minijobbern bleibe damit im Rentenalter nur der Bezug der sozialen Grundsicherung (Hartz IV), hieß es.

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Wie aus Erhebungen hervorgeht, sind Ausländer sowie Deutsche mit Einwanderungsgeschichte überdurchschnittlich oft in Minijobs tätig und von Altersarmut betroffen. Die Gründe dafür sind vielfältig: schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt wegen mangelnder fachlicher Qualifikation, mangelnden Sprachkenntnissen oder Diskriminierung aufgrund diverser Merkmale.

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Minijobs sind nach Ansicht der Linksfraktion häufig kein „Sprungbrett“ in ein nicht prekäres Arbeitsverhältnis – wie oft behauptet, sondern entwerteten bestehende Qualifikationen und böten zudem „im Krisenfall keinerlei sozialen Schutz“. 874.000 ausschließlich geringfügig Beschäftigte führten eine Tätigkeit unterhalb ihres Qualifikationsniveaus aus – das sei mehr als jeder oder jede Fünfte.

Linke fordern Absicherung

Laut der Bundesregierung waren im Juni 2020 rund 7,3 Millionen Menschen geringfügig beschäftigt. Das waren knapp 600.000 weniger als im Vorjahresmonat. Knapp 42 Prozent der geringfügig Beschäftigten waren demnach Männer, die Mehrheit von 58 Prozent Frauen. Die meisten Minijobber waren im Gastgewerbe, im Handel und sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen tätig.

Die Linke im Bundestag forderte eine bessere soziale Absicherung der Geringverdiener. „Keine Stunde Arbeit ohne soziale Absicherung – das muss die Lehre aus der Corona-Krise sein. Die Pandemie hat den prekären Charakter und den fehlenden sozialen Schutz von Minijobs schonungslos offenbart“, sagte Linken-Fraktionsvize Susanne Ferschl. Zu viele Menschen seien auf einen Minijob angewiesen, weil der reguläre Job oder die Rente nicht zum Leben reichten. „Es muss Schluss sein mit diesen Beschäftigungsverhältnissen zweiter Klasse, von denen nur Unternehmen profitieren“, erklärte Ferschl. (epd/mig)

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