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Zeitung (Symbolfoto) © ReadyElements @ pixabay.com (Pixabay License)

Umfrage

Migranten vertrauen deutschen Medien

Eine deutliche Mehrheit der in Deutschland lebenden Migranten vertraut deutschen Medien deutlich mehr als Medien aus dem jeweiligen Herkunftsland. Das geht aus Daten aus dem SVR-Integrationsbarometer hervor.

Freitag, 06.08.2021, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 05.08.2021, 15:48 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

In Deutschland lebende Menschen mit Migrationshintergrund bewerten die Glaubwürdigkeit deutscher Medien im Vergleich zu Medien aus ihrem Herkunftsland weitaus höher. Das geht aus Daten aus dem Integrationsbarometer 2020 des Sachverständigenrates für Integration und Migration (SVR) hervor, die jetzt in einem Policy Brief zusammengefasst wurden. Im SVR-Integrationsbarometer 2020 wurde die Mediennutzung der über 15.000 Befragten für die Mediengattungen soziale Medien, (Online-)Fernsehen und (Online-)Zeitungen abgefragt.

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Danach gab knapp ein Drittel der Befragten an, den jeweiligen Herkunftslandmedien „gar nicht“ zu vertrauen. In Bezug auf deutsche Medien war dies nur jede beziehungsweise jeder Zehnte. Deutlich geringer als im Durchschnitt der Befragten ist das Vertrauen bei den Türkeistämmigen: Hier gaben mit rund 44 Prozent weniger als die Hälfte der Befragten an, deutschen Medien „eher“ oder „voll und ganz“ zu vertrauen.

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In Bezug auf den Konsum von Medienangeboten zeigt sich den Angaben zufolge, dass Zugewanderte und ihre Nachkommen Medien überwiegend auf Deutsch nutzen. Dies verstärkt sich über die Generationen: Die absolute Mehrheit der in Deutschland geborenen Nachkommen von Zugewanderten – je nach Mediengattung sind das zum Teil über 90 Prozent – konsumiert Medien überwiegend in deutscher Sprache. Eine Ausnahme stellen die Türkeistämmigen dar, die angeben, deutschsprachige und herkunftssprachige Angebote des (Online-)Fernsehens etwa gleichermaßen zu nutzen.

Soziodemographische Faktoren

Neben der Herkunft spielten außerdem auch soziodemographische Faktoren, wie z. B. das Alter, eine Rolle. So würden soziale Medien in allen Herkunftsgruppen insbesondere von jüngeren Menschen genutzt und deutlich weniger in der Altersgruppe 65+. Hier konsumierten lediglich rund 23 Prozent der Befragten ohne Migrationshintergrund häufig soziale Medien. Bei den Befragten mit Migrationshintergrund seien es rund 35 Prozent.

Weitere Ergebnisse der Datenauswertung zeigen leicht unterschiedliche Muster der Mediennutzung. So nutzen Migranten häufiger soziale Medien, Menschen ohne Migrationshintergrund dagegen insbesondere (Online-)Zeitungen und Zeitschriften. (Online-)Fernsehen wird von den Befragten aus beiden Gruppen etwa gleich oft genutzt.

Ein Viertel der Bevölkerung

„Die vorliegenden Ergebnisse bestätigen aktuelle Ansätze in der Integrationspolitik,“ so Alex Wittlif, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Co-Autor des SVR-Policy Briefs. Der Fokus auf soziale Medien im Nationalen Aktionsplan Integration (NAP-I) scheine angesichts der hohen Nutzung dieser Plattformen durch Zugewanderte und ihre Kinder vielversprechend.

Wittlif weiter: „Die Medienlandschaft verändert sich jedoch ständig. In Zukunft wird deshalb entscheidend sein, ob und welche Daten wir auch zur Mediennutzung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte haben. Sie machen ein Viertel der in Deutschland lebenden Bevölkerung aus und sind demnach eine wichtige Zielgruppe nicht nur für politische Entscheidungsträger, sondern auch für Medienschaffende.“ (epd/mig)

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  1. urbuerger sagt:

    Wie hier im Artikel geschrieben, kann in das nur bestätigen!
    Da ich viele gute Bekannte und Freunde habe, die aus dem türkischen und Nordafrikanischen Raum kommen, sprechen wir des Öfteren auch über aktuelle Meldungen aus ihren ehemaligen Heimatländern!
    Oft geht es darum, dass Nachrichten aus ihrem Geburtsland nicht wirklich nachvollziehbar sind, da die irrigen Medien vom Staat kontrolliert sind, so dass sie sich eher darauf verlassen, was in den deutschen Medien gebracht wird!
    Den Darstellungen der eigenen Staatsmedien wird allerdings von vielen türkischstämmigen Leuten, eher Glauben geschenkt, als den hiesigen Medien, selbst dann wenn die Nachrichten der deutschen Zeitungen deutlich die Sachlage darstellen, werden sie von ihnen als politisch motiviert, falsch dargestellt!
    Fragt man nach, weshalb das so sein soll, dass die türkischen Medien die Wahrheit sagen und die Deutschen nicht, kommt immerwieder, dass die Leute ihrem Präsidenten mehr vertrauen entgegen bringen, als den Deutschen Medien, die den Staatsauftrag hätten, die Türken zu diskreditieren!

    Ich habe schon erlebt, dass Nachrichten aus türkischen Zeitungen als definitiv falsch nachgewiesen waren und zwar von anderen Medien aus dem muslimischen Raum, aber von den türkischen Lesern als Unwahr erklärt wurden, da ihr Präsident so etwas nicht tun würde!

    Oft habe ich das Gefühl, dass die türkischen Bekannten zwar nicht wirklich von dem überzeugt sind, was sie in heimatlichen Zeitungen zu lesen bekommen, dass es da aber etwas oder jemanden gibt, der sie von dem aüberzeugt, was sie angeben, auch wenn sie selbst nicht immer mit Sicherheit dahinterstehen!

    Die anderen Freunde und Bekannten machen sich zwar nicht lustig über die türkischen Kollegen, aber oft werden ihnen schon di Leviten gelesen, wenn es wieder darum geht, dass Sachverhalte als Wahrheit verkauft werden sollen, die nicht stimmen!

    Das Gefühl, dass die türkische Regierung einen riesigen Einfluss auf die hier lebenden Türken nimmt, ist allgegenwärtig, da man oft merkt, dass die Menschen den Nachrichten aus der Türkei nicht wirklich Glauben schenken, sie aber verteidigen!!!

    • thomas sagt:

      ich kenne um die 30 Russlanddeutsche oder jene, die dort geboren sind aber deutsche Namen haben. Komisch, dass fast alle von denen e-mailadressen haben, die auf ru.enden und fast alle von denen schauen RT.
      Aber darüber spricht keiner. Weil die als migranten auch unsichtbar sind. und wir sprechen von vielen, die in Deutschland geboren sind bzw.deren Eltern in Russland geboren sind oder sie als ganz kleine Kinder hierher kamen.